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Mythos Spitfire unter dem Hammer

4,4 Millionen Euro - Mythos Spitfire unter dem Hammer

09.07.2015, 19:38 Uhr | wanted.de/dpa

Mythos Spitfire unter dem Hammer. So sieht sie aus, die legendäre Spitfire. (Quelle: Reuters)

So sieht sie aus, die legendäre Spitfire. (Quelle: Reuters)

Die Legende lebt: In London ist eine seltene Spitfire für genau 3,1065 Millionen britische Pfund unter den Hammer gekommen. Das sind aktuell rund 4,35 Millionen Euro. Der Jäger wurde in der Luftschlacht um England im Zweiten Weltkrieg berühmt. wanted.de blickt hinter die Kulissen der teuren Flug-Oldtimer.

Foto-Serie mit 15 Bildern

Das britische Jagdflugzeug vom Typ Supermarine Spitfire bei Christie's in London ist laut Presseberichten nur eines von zwei flugfähigen Maschinen vom Typ MK I. MK oder Mk bedeutet Mark, das steht für Modell. Das Auktionshaus schätzte den Wert des Flugzeugs zuvor auf 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund, das sind rund 2,1 bis 3,5 Millionen Euro. Ob dies ein Rekord ist, ist schwer zu sagen, weil viele Flieger privat in der solventen und verschwiegenen Szene verkauft werden.

Restaurierte Spitfire aus dem französischen Sand

Der Erlös der Auktion am 9. Juli kommt unter anderem einer Organisation für Wildtierschutz zugute. Die Spitfire um die es geht, trägt die Kennung Mk.1A - P9374. Sie wurde Anfang 1940 in Woolston in der Vickers Armstsrong Factory gebaut, absolvierte ihren Erstflug am 23. Februar 1940 und wurde am 06. März an die 92. Squadron ausgeliefert. Schon am 24. Mai 1940 wurde sie im Luftkampf nahe der nordfranzösischen Stadt Dunkerque abgeschossen. Nach der Bruchlandung auf dem Strand von Calais versank die Maschine im Sand.

Die Spitfire tauchte erst 1980 wieder auf. Zwölf Spezialisten restaurierten sie drei Jahre lang. Bei einer Flugshow zur Jubiläumsfeier des Kriegsendes im Mai in Duxford wird sie noch einmal fliegen. Der jetzige Besitzer, der US-Kunstsammler Thomas Kaplan, wird eine weitere flugfähige Spitfire des Typs Mk.1 an das Imperial War Museum in Duxford geben.

Weltweit existieren schätzungsweise nur maximal 40 Spitfires verschiedener Typen in unterschiedlichen Zuständen. Die Royal Air Force setzte den Feuerspucker an allen Fronten ein. Die Maschine ist ein Mythos, weil sie zusammen mit der Hawker Hurricane die Invasion der Insel abwendete. Ein Vorteil der Propeller-Maschine war die hohe Wendigkeit - insgesamt wurden rund 20.300 Spitfires in allen Varianten gebaut.

Rückgrat der Royal Air Force

Die Maschine blieb auch nach 1945 bis weit in die 1950er-Jahre im Dienst. Der letzte bekannte Kriegseinsatz einer Spitfire erfolgte während des Koreakriegs.

Am 5. Februar 1952 erzielte eine bei der Wetteraufklärung in Hongkong stationierte Spitfire Mk 19 der 81. RAF-Staffel die wahrscheinlich größte jemals von einer Spitfire erreichte Flughöhe von 15.712 Metern. Die Spitfire gehört zu den großen Warbirds aus dem Zweiten Weltkrieg, von ihr gibt es in Deutschland nur eine Handvoll. Genauso begehrt ist die amerikanische Mustang P51. Diese Flieger versetzen jeden Kenner in Wallung und kosten zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro. Ebenso teuer ist die legendäre deutsche Messerschmitt Me 109 – auch Bf 109 genannt, das Kürzel stammt von den Bayerischen Flugzeugwerken in Haunstetten. Wer unbedingt den Jagdeinsitzer will, sollte nach dem spanischen Lizenz-Nachbau Hispano Aviación HA-1112 Ausschau halten – der war noch in den Sechzigern in Betrieb. Der Spitzname: Buchon, das ist eine Taube mit Kropf. Dieser Flieger hatte keinen Daimler-Motor mehr, sondern einen Rolls-Royce Merlin und wurde unter der Nase mit Luftschlitzen verstärkt. Eines der Top-Modelle der Szene überhaupt ist der Focker DR1, den der "Rote Baron" Manfred von Richthofen im Ersten Weltkrieg flog. Der Dreidecker ist unbezahlbar, bestaunen können Sie einen im Fliegenden Museum in Großenhain.

Spitfire selbst fliegen

Und wenn Sie sich zutrauen, in einer Spitfire oder eine Mustang mal selbst oder als Gast mitzufliegen, dann können Sie das in Goodwood. In dem Städtchen in Süd-England, das durch sein kurioses Autorennen berühmt ist, kommen Sie für 2750 britische Pfund in der zweisitzigen Spitfire TR-9 auf Ihre Kosten - das sind 3850 Euro für eine halbe Stunde. 50 Minuten kosten 4750 Pfund oder 6650 Euro. Geboten wird auch ein Doppel aus 30 Minuten Mustang und 30 Minuten Spitfire - zum Preis von 4750 Pfund. Das Highlight der Boultbee Flight Academy ist ein Flug für zwei Personen in zwei Spitfires - und simuliert wird ein Luftkampf gegen eine Me 109 Bouchon. Der Preis: 12.000 Pfund für 30 Minuten. Aber Vorsicht: Sie dürfen unter keinen Umständen den Steuerknüppel berühren... Das wiederum geht, wenn Sie zu den Auserwählten gehören, die hier als Flugschüler aufgenommen werden. Die Akademie auf dem Goodwood Aerodrome in Chichester in West Sussex ist die einzige akkreditierte Institution für Spitfire-Training in der Welt. Impressionen aus der Welt der edlen Oldie-Flieger sehen Sie in unserer Fotoshow.

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