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CES 2020: Wenn Fernseher sich Details ausdenken müssen

TV-Trends auf der CES  

So sieht die Zukunft des Fernsehens aus

Von Jan Mölleken

07.01.2020, 09:24 Uhr
Hochkanter Fernseher und Kloroboter: Die ersten Highlights auf der CES

In wenigen Tagen startet in Las Vegas die weltweit größte Messe für Unterhaltungselektronik. T-online.de-Reporter Jan Mölleken hat sich im Vorfeld schon mal auf der CES umgesehen – und die ersten Trends entdeckt. (Quelle: t-online.de)

Neuartige Fernseher und andere Highlights: T-online.de-Reporter Jan Mölleken hat sich auf der CES umgesehen. (Quelle: t-online.de)


Auf der Hightech-Messe CES werden die neusten Trends und die Visionen für morgen vorgestellt. Die meisten TV-Hersteller auf der Veranstaltung präsentierten sich aber eher pragmatisch.

8K-Bildschirme – also Fernseher mit der vierfachen Auflösung aktueller 4K beziehungsweise UHD-Fernseher – sind in diesem Jahr der bestimmende Trend. Auch wenn entsprechende Inhalte bislang noch fehlen.

Immerhin wandelt sich das Bild langsam. YouTube soll noch in diesem Jahr direktes 8K-Streaming auf TV-Geräten ermöglichen, Streaminganbieter Amazon Prime und Netflix dürften auch nach 2020 erste Inhalte produzieren. Allerdings wird es noch einige Jahre dauern, bis 8K-Filme breit verfügbar sind.

Ein Trick, mit dem TV-Hersteller die hohe Auflösung den Kunden trotzdem heute schon schmackhaft machen wollen, ist das sogenannte Upscaling. Dabei werden Bewegtbilder mit niedrigerer Auflösung künstlich hochgerechnet. Konkret bedeutet das, dass sich der Fernseher die dafür notwendigen Details einfach ausdenken muss.

Das klappt zwar längst nicht perfekt, aber doch erstaunlich gut. Dafür werden immer leistungsfähigere Chips in den TV-Geräten verbaut, die dann mittels KI-Algorithmen immer präzisere Vorhersagen treffen können, wie diese Details in einem hochgerechneten Bild wahrscheinlich aussähen. Mittlerweile haben hier alle großen Hersteller seit den ersten 8K-Geräten sichtbare Fortschritte gemacht.

Doch abgesehen von 8K und der Frage, ob man diese Technologie jetzt schon braucht, war es um den TV-Bereich in diesem Jahr vergleichsweise ruhig.

Neue Produkte nur mit Detailverbesserungen

Samsung zeigte auf der CES immerhin zwei interessante neue Produkte: Sein Topmodell G950 ist ein 8K-Fernseher mit einem nur wenige Millimeter dünnen Displayrahmen. Trotz "Direkt LED Backlight" – also einem Raster aus etlichen LED-Leuchten, die direkt hinter dem Fernsehbild verbaut sind – ist das neue Gerät zudem beachtlich dünn. Das sieht wirklich gut aus, handfeste Vorteile bringt es aber nicht.

Immerhin interessant ist der neue Sero: Ein Fernseher für die Instagram-Generation. Er lässt sich mühelos mit dem Smartphone verbinden. Dreht man sein Smartphone hochkant, tut es der Fernseher dank des eingebautem Motors dem Handy gleich. In Korea ist der Fernseher bereits seit acht Monaten verfügbar und verkauft sich nach Angaben von Samsung erfreulich gut. Den breiten Markt hat das Unternehmen mit Sero aber nicht im Visier. Mehr zu Samsungs Neuvorstellungen lesen Sie hier. 

LG setzt voll auf 8K

Bei LG gibt es keine spektakulären Neuheiten. Allerdings wird das Portfolio um insgesamt 14 neue OLED-Geräte ergänzt, darunter gleich mehrere 8K-Fernseher. Interessant ist, dass LG erstmals außerdem ein kleineres OLED-Format präsentiert: Ab diesem Jahr wird es auch Geräte mit 48-Zoll-Bildschirmdiagonale geben. Da LG auch für alle Konkurrenten die OLED-Displays fertigt, dürfte es also auch dort bald das kleinere – und damit auch günstigere – OLED-TV zu kaufen geben.

TCL setzt auf Mini-LEDs

Der chinesische TV-Hersteller TCL hat auf dieser CES seine Zukunftstechnologie Mini-LED vorgestellt. Das ist nicht zu verwechseln mit Samsungs Micro-LEDs. Während bei Letzteren die geschrumpften LEDs tatsächlich als einzelne Bildpunkte agieren, handelt es sich bei TCLs Mini-LEDs um ein sehr feinmaschiges LED-Backlight.

Zur Erklärung: Typische LCD-Fernseher funktionieren so, dass das Bild stets durch das Zusammenspiel von Hintergrundbeleuchtung und LCD entsteht. Die Flüssigkristalle funktionieren dabei als Filter, die das Licht der Hintergrundbeleuchtung je nach Bedarf in Helligkeit und Farbe verändern können. Da LCDs die Hintergrundbeleuchtung nicht gänzlich blocken können, kann diese Technik auch kein perfektes Schwarz erzeugen, eher ein dunkles Grau. Hat man eine Matrix aus vielen kleinen Hintergrundbeleuchtungslämpchen, können diese dort, wo Schwarz gezeigt werden soll, einfach abgeschaltet werden. So lässt sich der Schwarzwert deutlich verbessern. 

"Direct Backlight" gibt es auch bei anderen Herstellern, allerdings erledigen dort höchstens einige Hundert LED-Lämpchen die Aufgabe. Bei TCL sollen es Zehntausende Lämpchen sein. Das erlaubt eine deutlich feinkörnigere Steuerung der Helligkeitszonen.

Zu kaufen gibt es Fernseher mit Mini-LED aber noch nicht. In diesem Jahr sollen vorerst LCD-Schirme mit Quantumdot-Technologie für bessere Helligkeit und Farben verkauft werden, darunter auch ein 8K-Gerät (TCL X91). Preise nannte das Unternehmen noch nicht, die dürften im Vergleich zu Samsung oder LG aber deutlich niedriger ausfallen.

Viele günstige Geräte bei Hisense

Das chinesische Unternehmen Hisense setzt bei seinen Neuvorstellungen vor allem auf niedrige Preise. So stellte es zwar keine 8K-Geräte vor, dafür aber eine LCD-Eigenentwicklung, die dort ULED XD heißt. Sie soll Schwarzwerte wie bei OLED-Fernsehern liefern, dabei aber günstiger sein. Einen Preis nannte Hisense jedoch nicht. Dafür soll ein 75-Zoll-Fernseher (1,9-Meter-Bildschirmdiagonale) der Mittelklassereihe H65G nur rund 900 Dollar kosten, oder ein 50-Zoll-Gerät der Oberklasseserie H8G rund 400 Dollar.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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