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So schlägt sich das "Fotowunder" aus China im Duell

Von Laura Stresing

11.11.2019Lesedauer: 3 Min.
Das iPhone 11 Pro wird neben ein Xiaomi Mi Note 10 gehalten: Das Xiaomi-Gerät ist halb so teuer wie das iPhone 11 Pro. Trotzdem soll die Kamera besser sein.
Das iPhone 11 Pro wird neben ein Xiaomi Mi Note 10 gehalten: Das Xiaomi-Gerät ist halb so teuer wie das iPhone 11 Pro. Trotzdem soll die Kamera besser sein. (Quelle: Laura Stresing/T-Online-bilder)
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Das Xiaomi Mi Note 10 ist nur halb so teuer wie das iPhone 11 Pro. Die Kamera soll trotzdem besser sein. Wir lassen die beiden Geräte gegeneinander antreten.

Fünf Kamerlinsen, bis zu 108 Megapixel (MP) Auflösung, ein 6,4-Zoll großes OLED-Display und ein gewaltiger Akku – auf den ersten Blick schindet das neue Xiaomi Mi Note 10 mächtig Eindruck. Ab dem 11. November kann das neue Smartphone zum Preis von 549 Euro vorbestellt werden. Es ist das bislang teuerste Flaggschiff der ehemaligen Billig-Marke Xiaomi.


Was uns am Xiaomi Mi Note 10 gefällt – und was nicht

Xiaomi Mi Note 10
Xiaomi Mi Note 10
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Doch kann das China-Smartphone mit aktuellen Topgeräten wie dem Apple iPhone 11 Pro mithalten? Experten sagen: Nicht nur das – in einigen Disziplinen läuft Xiaomi seinen Konkurrenten erstmals den Rang ab. So vergaben die Kameraspezialisten der Firma DxOMark für die Hauptkamera des Xiaomi Mi Note 10 die Bestbewertung von 121 Punkten. Das iPhone 11 Pro (Max) erhielt nur 117 Punkte, genau wie das Samsung Galaxy Note 10+.

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Die Kamera des Mi Note 10 setzt neue Maßstäbe

Mit fünf Objektiven – einem 108-MP-Sensor, zwei Teleobjektiven, einem Ultraweitwinkel und einer Makrolinse – bietet das Xiaomi Mi Note 10 natürlich mehr fotografische Möglichkeiten als das iPhone 11 Pro. Insbesondere das Makroobjektiv, mit dem man Gegenstände aus nur zwei Zentimetern Entfernung scharf bekommt, lernt der Nutzer schnell zu schätzen. Das iPhone 11 Pro schafft so etwas nicht. Dafür punktet es mit einem eindeutig überlegenen Ultraweitwinkel.

Xiaomi wirbt damit, dass sich die im 108-MP-Modus aufgenommenen Fotos auf vier Meter große Plakatwände drucken lassen, so detailreich seien die Bilder. Wirklich überzeugend funktioniert das aber nur bei Sonnenlicht oder guter Ausleuchtung, da der Sensor weniger lichtempfindlich ist.

Im Standardmodus löst das Xiaomi-Smartphone mit 27 MP auf, immer noch deutlich mehr als das iPhone 11 Pro, das auf nur 12 MP kommt. Es gibt einen fünffachen optischen Zoom. Mit dem digitalen Zoom lassen sich Objekte auf dem Mi Note 10 um das Fünfzigfache vergrößern. Beim iPhone 11 Pro gibt es nur zwei optische und zehn digitale Zoom-Stufen.

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Den Schönheitswettbewerb gewinnt Apple

Auch wenn viel über die dreiäugige Hauptkamera des iPhone 11 Pro gelästert wurde – Apples Designlösung wirkt eindeutig eleganter als das "Ausrufezeichen mit Tropfen" auf der Rückseite des Mi Note 10. Der Kamerariegel mit dem 108-MP-Sensor und den Teleobjektiven steht hervor und lässt das Smartphone kippeln, wenn es auf dem Rücken liegt. Die mitgelieferte Hülle fängt das zum Glück ab. Die tiefe Platzierung des Ultraweitwinkels und der Makrolinse haben aber immer noch den Nachteil, dass beim Fotografieren im Hochkantformat häufig der Finger ins Bild gerät.

Die Rückseite des Xiaomi Mi Note 10: Das tun die einzelnen Kameras
Die Rückseite des Xiaomi Mi Note 10: Das tun die einzelnen Kameras (Quelle: str/T-Online-bilder)

Auch für den Display und die Soundqualität kann Xiaomi kein Lob erwarten. Ein Stereolautsprecher fehlt an dem immerhin 549 Euro teuren Gerät. Die über die Seiten gewölbten Bildschirmränder lassen das Smartphone zwar schlanker wirken, stören aber beim Videogucken. Dafür gefällt der Fingerabdrucksensor durch Zuverlässigkeit und angenehme Bedienung.

Weniger Leistung für weniger Geld

Xiaomi spart außerdem bei der Leistung: Im Mi Note 10 ist "nur" ein Snapdragon 730G verbaut – ein Umstand, der bei der Präsentation in Madrid vielfach kritisiert wurde. Allerdings muss man dazu sagen, dass die meisten Smartphone-Nutzer die Leistung ihres Geräts ohnehin nie voll ausreizen. Gut möglich, dass die Kunden gerne bereit sind, hier Abstriche in Kauf zu nehmen – zu Gunsten des Preises.

Xiaomi hat seinem neuen Flaggschiff eine Batterie mit 5.260 Milliamperestunden (mAh) verpasst. Beim iPhone 11 Pro sind es zwar nur 3.046 mAh. Doch das kleinere Gerät geht auch deutlich sparsamer mit der Energie um. Bei intensiver Nutzung packt das Xiaomi Mi Note 10 trotz des üppigen Akkus keine eineinhalb Tage ohne Strom. Angesichts der Größe und des Gewichts hätten wir mehr erwartet.


Trotz aller Ambitionen ist und bleibt das Mi Note 10 ein Mittelklassegerät. Xiaomi hat für alle Schwächen eine gute Erklärung: Der Fokus liegt auf der Kamera. Und dass diese in der Smartphone-Fotografie hohe Maßstäbe setzt, streitet niemand ab.

Eine Garantie für gute Bilder gibt es aber auch beim Mi Note 10 nicht. Das Hantieren mit den verschiedenen Modi erfordert Übung, Zeit und eine ruhige Hand. Zumindest für Gelegenheitsknipser ist das iPhone immer noch die bessere Wahl.

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