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Nachhaltigkeit: Diese Hersteller versuchen es mit "grüner Technik"


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Diese Hersteller versuchen es mit "grüner Technik"

Von dpa, str

Aktualisiert am 11.01.2020Lesedauer: 4 Min.
Aus einem alten Computermonitor sprießen Blumen: Nachhaltigkeit wird auch in der Elektronikbranche immer wichtiger – doch entsprechende Produkte herzustellen, ist alles andere als einfach.
Aus einem alten Computermonitor sprießen Blumen: Nachhaltigkeit wird auch in der Elektronikbranche immer wichtiger – doch entsprechende Produkte herzustellen, ist alles andere als einfach. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Kupfer, Kobalt, Seltene Erden – in Notebooks und Smartphones sind wertvolle Rohstoffe verbaut. Nach ein paar Jahren landen diese aber auf dem Müll, nachhaltig ist das nicht. Wer jedoch grünere Technologie will, muss lange suchen.

Neue Fernseher, neue Notebooks, vernetzte Lautsprecher, smarte Türkameras, Sensoren, vernetze Lampen, batteriebetriebene Mini-Funkohrstöpsel – Hersteller präsentieren stetig neue Produkte.


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Produkte für die Tonne

Nachhaltigkeit ist dabei eher ein Randthema. Aber gibt es überhaupt so etwas wie nachhaltige Unterhaltungselektronik? Und wenn ja: Wie erkennen Verbraucherinnen und Verbraucher sie?

"Das ist kein einfaches Thema", sagt Sebastian Klöß vom IT-Branchenverband Bitkom. Wirklich nachhaltige Elektronik herzustellen, sei gar nicht so einfach. Das fange bei den Ressourcen an und gehe bei der Zusammensetzung der Materialien und der Herstellung weiter. Hinzu kommt: Viele Produkte sind nach wenigen Jahren ein Fall für die Tonne – sei es konstruktionsbedingt, oder weil es keine frische Software gibt.

Es geht nur in kleinen Schritten voran

"Die Industrie wird sich des Themas immer mehr bewusst", hat Klöß festgestellt. Etwa beim Wiederverwenden von Materialien oder dem Bezug von Rohstoffen aus konfliktfreien Quellen. Branchenstandard ist das aber noch nicht. Bisher gibt es eher viele kleine Schritte einzelner Unternehmen.

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Apple zum Beispiel kann einen Teil der Rohstoffe ausgedienter iPhones wieder in die Produktionskette integrieren. Einige Notebook- und Computermodelle bestehen etwa aus recyceltem Aluminium. HP zeigte auf der CES Geräte, deren mechanische Teile zu einem großen Teil aus recycelten Rohstoffen bestehen.

Keine umweltfreundliche Unterhaltungselektronik

Und sucht man ein wenig, findet man sie doch: Unternehmen, die das mit der Nachhaltigkeit versuchen. Etwa der kalifornische Hersteller von Smartphone-Zubehör Nomad. Seit 2018 kompensiert das Unternehmen seine CO2-Emissionen durch den Kauf von Zertifikaten. 2020 soll Nomad komplett CO2-neutral werden, erklärt Gründer Noah Dentzel.

Komplett umweltfreundliche Unterhaltungselektronik gebe es nicht, sagt Dentzel, man könne aber an vielen anderen Stellen ansetzen. Etwa bei umweltfreundlicheren Verpackungen und Materialien. Auch wenn sich nicht alles ersetzen lasse, wie er einschränkt. Eine komplett kompostierbare Handyhülle sei etwa daran gescheitert, dass sich kein geeigneter Kleber auftreiben ließ. "Am wichtigsten ist, das Problem zu erkennen", sagt Denzel. Jeder kleine Schritt sei wichtig.

Die erste faire Computermaus kommt aus Bayern

Das zeigt auch ein Pionierprojekt aus Bayern: Nager IT nennt sich das kleine Unternehmen, das sich für faire Arbeitsbedingungen in der Elektronikbranche einsetzt und dabei ganz klein anfängt – mit der Herstellung einer Computermaus.

Gründerin Susanne Jordan brauchte Jahre, um geeignete Produzenten für die Bauteile zu finden. Noch immer können nicht alle Komponenten aus Betrieben mit garantiert fairen Arbeitsbedingungen bezogen werden. Große Konzerne wie Apple oder Samsung hätten ganz andere Möglichkeiten, Druck auf ihre Zulieferer auszuüben, glaubt Jordan.

Was können Verbraucher tun?

Doch auch kleinere Firmen können einen Beitrag leisten – so wie das belgische Unternehmen COO, das Zubehör für Apple-Produkte kreiert. Bei der Herstellung seines Linedock genannten MacBook-Docks mit Akku und Extraspeicher verzichtet die Firma auf Plastik, soweit es geht, sagt Gründer Quentin Malgaud.

Wichtige, aber insgesamt kleine Schritte. Noah Dentzel sieht Nachhaltigkeit in der Produktion als Trendthema, dem Unternehmen nicht aus dem Weg gehen können. Wie viel Mühe sich Firmen dabei geben, ihre Produkte umweltschonend herzustellen, lässt sich auf den ersten Blick nur schwer erkennen. Einheitliche Siegel zur Orientierung gibt es nicht. Aber wenn Verzicht keine Option ist, was können Verbraucher dann tun?

Nicht immer das neueste Gerät kaufen

Zum einen langlebige Produkte nutzen, sagt Bitkom-Vertreter Sebastian Klöß. "Wenn man Wert auf Nachhaltigkeit legt, muss man sich vielleicht von dem Gedanken verabschieden, immer das neueste Gadget zu haben."

Das ist allerdings manchmal leichter gesagt als getan. Viele Geräte sind irgendwann veraltet oder mangels Software-Updates unsicher. Bei Smartphones lohnt daher der Blick auf die Update-Politik der Hersteller. Apples iPhones erhalten in der Regel für mindestens vier Jahre frische Software, Geräte aus Googles Android-One-Programm immerhin für zwei bis drei Jahre. Bei Kopfhörern etwa halten Modelle mit Kabel vermutlich länger als Mini-Ohrstöpsel mit Mini-Akkus.

Folgeverbrauch von gekauften Geräten zählt mit

Nachhaltig ist auch, was sich gut reparieren lässt. Portale wie ifixit.com geben hier eine gute Orientierung. Manche Hersteller setzen schon auf umfassende Reparierbarkeit. Der Hersteller Shiftphone aus Deutschland baut seine Smartphones so auf, dass Nutzer defekte Batterien oder ein gesprungenes Display selbst austauschen können.

Ressourcen und Haltbarkeit sind aber nur die halbe Miete. Computer, Fernseher und Smartphones haben auch nach ihrer Herstellung einen ökologischen Fußabdruck. Für ihren Betrieb ist eine riesige Infrastruktur aus Rechenzentren und Datenleitungen im Hintergrund nötig. Auch das verbraucht eine Menge Strom.

Auf Unternehmen mit grüner Energie setzen

Wer hier seinen Fußabdruck verkleinern will, nutzt besser Angebote von Unternehmen, die zum Beispiel Strom aus erneuerbaren Energien nutzen. "Es gibt schon Hersteller, die bei Ressourcenverbrauch in der Produktion oder den Lieferketten und der eigenen Stromversorgrung deutlich fortschrittlicher sind als andere", sagt Sebastian Klöß.

Welche das sind, verrät etwa der regelmäßig erscheinende Report "Grüner klicken" der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Er bewertet Unternehmen nach ihrem Energiemix und ihren Plänen für mehr Energieeffizienz.

Und dann gibt es doch noch einige Siegel, die zumindest etwas Orientierung geben. Zum Beispiel der Blaue Engel oder das EU-Energielabel. So erfahren Verbraucher immerhin etwas über den Stromverbrauch eines Geräts. Und über den Produktfinder von TCO Certified lassen sich etwa Notebooks, Computer, Tablets oder Smartphones aufspüren, die gewisse Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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