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Kampf gegen Verschwörungstheorien: Facebook verbietet Anzeigen gegen Impfungen

Kritik trotzdem erlaubt  

Facebook verbietet Anzeigen gegen Impfungen

14.10.2020, 12:36 Uhr | AFP, str

Kampf gegen Verschwörungstheorien: Facebook verbietet Anzeigen gegen Impfungen. Impfgegner demonstrieren in den USA: Facebook will künftig keine Anzeigen mehr schalten, in der gegen Impfungen mobil gemacht wird.  (Quelle: AP/dpa/Nancy Lane/Boston Herald)

Impfgegner demonstrieren in den USA: Facebook will künftig keine Anzeigen mehr schalten, in der gegen Impfungen mobil gemacht wird. (Quelle: Nancy Lane/Boston Herald/AP/dpa)

Keine Geschäfte mehr mit Impfgegnern: Facebook zieht Konsequenzen aus der Coronavirus-Epidemie und will künftig keine Anzeigen mehr zulassen, die gefährliche Verschwörungstheorien befeuern könnten. 

Facebook will alle Anzeigen auf seinen Seiten verbieten, die sich gegen Impfungen aussprechen. Dies kündigte der Internetkonzern am Dienstag an. Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig "vorbeugendes Verhalten" zum Schutz der Gesundheit sei, betonte der Konzern. Facebook will nach eigenen Angaben aber weiterhin solche Anzeigen zulassen, die bestimmte Maßnahmen von Regierungen im Zusammenhang mit Impfungen kritisieren.

Unklar ist, wo Facebook hier die Grenze ziehen will. Außerdem betrifft das Verbot nur Facebooks Werbegeschäft. Privatleute und Gruppen können die Plattform weiterhin kostenlos nutzen, um für ihre Überzeugungen werben, sofern die Beiträge nicht gegen die Community-Standards verstoßen. Immerhin hat Facebook in den vergangenen Jahren die Regeln deutlich verschärft und geht häufiger konsequent gegen Verschwörungstheorien und andere fragwürdige Inhalte vor. 

Der Konzern macht keine Angaben dazu, wie viele Anzeigen bisher im Auftrag von Impfgegnern geschaltet wurden, welche Reichweite diese erzielt haben und auf wie viel Geld die Plattform durch die Maßnahme künftig verzichten würde. Insofern lässt sich schwer einschätzen, welchen Effekt der Werbe-Bann haben dürfte. 

Studie zeigt Verbindung zwischen Verschwörungstheorien und Impfskepsis

Den Betreibern der großen Onlinenetzwerke wird immer wieder vorgeworfen, Impfgegnern eine weite Verbreitung ihrer Botschaften zu ermöglichen. Facebook plant nach eigenen Angaben nun auch eine Kampagne in den USA, in der für Grippe-Impfungen geworben werden soll.

Facebook war zuletzt auch verstärkt gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien auf seinen Seiten vorgegangen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Wissenschaftsstudie zeigt, dass der Glaube an solche völlig unbelegten Theorien die Bereitschaft zu Impfungen deutlich senken kann.

Für die Untersuchung wurden Umfragen in den USA, Großbritannien, Irland, Spanien und Mexiko vorgenommen. Demnach lehne zwar die Mehrheit der dortigen Menschen Verschwörungstheorien zum Coronavirus ab, doch nähmen "erhebliche Teile" der Bevölkerung diese Falschbehauptungen für bare Münze, heißt es in der im britischen Fachmagazin "Royal Society Open Science" veröffentlichten Studie.

Jeder fünfte glaubt, das Virus sei im Labor hergestellt

Die in diesen Ländern am stärksten verbreitete Verschwörungstheorie zu der Pandemie ist demnach, dass das neuartige Virus absichtlich in einem Labor der chinesischen Stadt Wuhan hergestellt worden sei. In der Millionenmetropole war der Erreger erstmals bei Menschen festgestellt worden. In Großbritannien und den USA glauben nach Angaben der Forscher jeweils 22 bis 23 Prozent der Befragten an diese Verschwörungstheorie.

Die Studie habe zudem einen "klaren Zusammenhang" zwischen dem Glauben an Verschwörungstheorien und der Skepsis gegenüber Impfstoffen gezeigt, sagte Ko-Autor Sander van der Linden. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Befragten im Allgemeinen die Bereitschaft zur Teilnahme an künftigen Corona-Impfungen umso geringer war, je mehr sie Verschwörungstheorien anhingen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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