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Covid-19-Impfungen in Deutschland: Mehr als eine Millionen Menschen sind vollständig geimpft

Schutz vor Covid-19  

Mehr als eine Millionen Menschen sind vollständig geimpft

10.02.2021, 13:53 Uhr
Animation zeigt: Diese Gruppen werden bei Ihnen geimpft

Die Ausführung der Corona-Impfungen ist in Deutschland Ländersache. Und tatsächlich verfolgen die Bundesländer unterschiedliche Strategien. Eine Animation zeigt, welche Gruppen wo Vorrang haben. (Quelle: t-online.de)

Deutliche Unterschiede in der Strategie: Diese Gruppen werden in Ihrem Bundesland zuerst gegen Corona geimpft. (Quelle: t-online)


Aufgrund von Lieferschwierigkeiten hat das Impftempo in Deutschland deutlich nachgelassen. Unsere Datenanalyse zeigt den Stand der Dinge.

Mehr als einen Monat nach Beginn gerät die Impfkampagne in Deutschland sichtbar ins Stocken. Grund sind vor allem Lieferschwierigkeiten der Hersteller. Doch auch die Terminvergabe und der Aufbau und Betrieb der Impfzentren scheint in manchen Bundesländern nicht ganz reibungslos zu klappen. Das spiegelt sich auch in den Daten wieder, die das Robert Koch-Institut regelmäßig veröffentlicht, um den Impffortschritt zu dokumentieren. 

Demnach wurden seit Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember insgesamt gut 3,5 Millionen Impfdosen verabreicht, die meisten davon als Erstimpfung (gut 2,4 Millionen). Mehr als 1,1 Millionen Personen haben aber auch schon die notwendige Zweitimpfung erhalten und sind damit nachweislich vor einer schweren Covid-19-Erkrankung geschützt. 

Allerdings stagniert die Zahl der Zweitimpfungen derzeit, während die täglich durchgeführten Erstimpfungen sogar stark rückläufig sind. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass das Tempo mit der Verfügbarkeit neuer Impfstoffe zunehmen würde. Stattdessen zeichnen sich jetzt Versorgungsprobleme ab. Aus Angst vor anhaltenden Produktions- und Lieferschwierigkeiten werden die für die Zweitimpfung notwendigen Dosen zurückgehalten und das Impftempo zurückgefahren. 

Der Anteil der fertig geimpften Personen an der Gesamtbevölkerung beläuft sich auf 1,32 Prozent. Bei den Erstimpfungen liegt die Quote bundesweit derzeit bei knapp drei Prozent. Die Karte zeigt die Gesamtzahl der verabreichten Impfdosen je Bundesland. Fahren Sie mit der Maus über die Karte, um die Impfquote und den Anteil der Erst- und Zweitimpfungen für die einzelnen Bundesländer angezeigt zu bekommen. 

Gemessen an der Bevölkerungszahl verzeichnen Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz den größten Impf-Fortschritt: Hier haben etwa 3,9 beziehungsweise 3,6 Prozent der Einwohner die erste von zwei notwendigen Injektionen erhalten. Das Schlusslicht bildet aktuell Niedersachsen mit 2,35 Prozent bei den Erstimpfungen.

Experten gehen davon aus, dass die Pandemie zum Erliegen kommt, wenn zwei Drittel der Bevölkerung gegen das Coronavirus immun sind. 

Mobile Teams impfen in den Pflegeheimen

Das RKI veröffentlicht die Zahlen aufgeschlüsselt nach der Indikation, also der persönlichen Eigenschaft, aufgrund derer die Impfung durchgeführt wurde. Demnach machen Menschen, die aus beruflichen Gründen geimpft wurden – etwa Pflegepersonal und Ärzte – die größte Gruppe aus. An zweiter und dritter Stelle stehen Pflegeheimbewohner sowie Personen, die aufgrund ihres Alters zur ersten Impfgruppe gehören – wobei es hier bei der Indikationen Überschneidungen geben könnte. 

In absoluten Zahlen bedeutet das, dass bundesweit gut 1,1 Millionen Mitarbeiter in den relevanten Berufen (zum Beispiel Ärztinnen und Pflegekräfte) sowie gut 666.000 Pflegeheimbewohner die Erstimpfung erhalten haben. Die Zweitimpfung steht bei den meisten noch aus. 

Laut der Impfverordnung sollen zuerst Risikopatienten den Impfstoff erhalten – also insbesondere Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen – sowie bestimmte Berufsgruppen wie Pflege- und Rettungskräfte. Die Impfung ist für alle freiwillig. 

Darum werden die Alten zuerst geimpft

Bei Menschen hohen Alters ist das Sterberisiko durch Covid-19 am größten. Gleichzeitig haben Deutsche, die das 80. Lebensjahr erreichen, eine durchschnittliche weitere Lebenserwartung von 8 bis 9 Jahren. Jüngere hingegen leiden seltener an einem schweren Covid-19-Verlauf und haben gute Überlebenschancen. Daher setzt die Impfreihenfolge auch bei den Über-80-Jährigen an: Hier ist der erwartete Effekt durch die Impfung am größten. Es können nicht nur die meisten Menschenleben, sondern auch Lebensjahre gerettet werden. 

Zählt man noch die Pflegekräfte und die Beschäftigten auf den Intensivstationen, in Notaufnahmen, Rettungsdiensten und Impfzentren dazu, geht man von insgesamt 8,6 Millionen Personen in der ersten Gruppe aus, die zuerst geimpft werden sollen. Einige davon werden dies jedoch ablehnen. 

Schneller impfen geht vorerst nicht

Ohnehin reicht der bis Ende Februar verfügbare Impfstoff bei weitem noch nicht aus, um alle Berechtigten zu versorgen. Jeder Impfling braucht zwei Dosen des Vakzins, die mit einem Abstand von mehreren Wochen verabreicht werden.

Von Biontech/Pfizer können bis zum Ende des ersten Quartals 2021, also bis zum Frühjahr, voraussichtlich elf bis 13 Millionen Impfdosen bereitgestellt werden. Seit dem 14. Januar wird auch das Moderna-Vakzin verimpft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet dadurch mit zwei Millionen zusätzlichen Dosen bis Ende März. Am 8. Februar kam der Impfstoff von AstraZeneca dazu. Hiervon sollen bis Anfang März knapp 1,5 Millionen Dosen geliefert werden. 

Mit der Zulassung weiterer Vakzin-Hersteller oder zusätzlichen Lieferungen könnte das Impftempo erhöht werden, als es nach derzeitigem Stand aussieht. 

Diese Menschen sind ab dem Frühjahr dran

Die zweite Impfgruppe, die voraussichtlich im Frühjahr dran ist, umfasst Menschen ab 70 Jahren und Personen, die aus anderen medizinischen Gründen zur Risikogruppe gezählt werden. Das sind beispielsweise Demenzkranke, Menschen mit Trisomie 21, Menschen mit geistiger Behinderung und Transplantationspatienten. Auch pflegende Angehörige der Betroffenen können sich impfen lassen. Außerdem sollen Bewohner in Asyl- und Obdachlosenheimen und Polizei- und Ordnungskräfte das Vakzin erhalten, da sie durch ihre Lebens- und Arbeitssituation einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. 

Zur dritten Gruppe zählen Personen ab 60 Jahren, Übergewichtige ab 30 Jahren und Patienten mit chronischen Leiden wie Krebs, Asthma, Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder einem chronisch geschwächten Immunsystem. Die Beschäftigten in essenziellen Berufen wie Erzieher, Lehrer oder Verkäufer gehören auch in diese dritte Impfgruppe.

Es liegen allerdings keine Informationen vor, wie viele Personen den einzelnen Betroffenengruppen insgesamt angehören. Insofern können zum eigentlichen Fortschritt der mehrstufigen Impfkampagne noch keine genauen Angaben gemacht werden – oder ab wann jeweils die nächste Stufe im Verfahren eingeläutet wird. 

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