• Home
  • Digital
  • Corona-Krise
  • Corona in Deutschland: Die Mutations-Cluster werden immer grĂ¶ĂŸer


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextInflationsrate sinktSymbolbild fĂŒr einen TextEx-FDP-Chef Martin Bangemann ist totSymbolbild fĂŒr einen TextDFB-Elf hat jetzt eine PressesprecherinSymbolbild fĂŒr einen TextLotto: Die aktuellen GewinnzahlenSymbolbild fĂŒr ein Video"Große Tennis-Karriere geht zu Ende"Symbolbild fĂŒr einen Text9-Euro-Ticket: Teure Panne in BerlinSymbolbild fĂŒr einen TextGesundheitskarte kommt aufs HandySymbolbild fĂŒr einen TextDirndl bei G7-Gipfel? Söder sauerSymbolbild fĂŒr einen TextFKK-Gaffer blockieren Retter – Mann totSymbolbild fĂŒr einen TextStummer Schlaganfall: So tĂŒckisch ist erSymbolbild fĂŒr einen TextMordversuch: Kampfhund untergetauchtSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserFC Bayern: Lewandowski-Ersatz gefunden?Symbolbild fĂŒr einen TextSchlechtes Hören erhöht das Demenzrisiko

Die Mutations-Cluster werden immer grĂ¶ĂŸer

Von Laura Stresing

Aktualisiert am 01.02.2021Lesedauer: 5 Min.
Corona-Mutationen in Deutschland (Symbolbild): Eine Karte zeigt, wo die Varianten bereits aufgetaucht sind.
Corona-Mutationen in Deutschland (Symbolbild): Eine Karte zeigt, wo die Varianten bereits aufgetaucht sind. (Quelle: /T-Online-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Gleich mehrere Variationen des Coronavirus bereiten Experten derzeit Sorge. Noch ist unklar, wie weit die Mutationen verbreitet sind. Ein Online-Projekt versucht, einen Überblick zu schaffen und dokumentiert die bisher bekannten FĂ€lle.

Bei gleich drei Coronavirus-Mutationen gibt es Hinweise, dass sie den Pandemieverlauf entscheidend beeinflussen könnten, entweder weil sie sich besonders schnell verbreiten oder die Gefahr einer Neuansteckung erhöhen könnten.

Die Erste trĂ€gt die Bezeichnung B.1.1.7. Dabei handelt es sich um eine in England bekannt gewordene und vermutlich besonders ansteckende Coronavirus-Mutation. Um Weihnachten wurden die ersten FĂ€lle in Deutschland bekannt. Seither wurden auch zahlreiche FĂ€lle mit der sogenannten "SĂŒdafrika-Variante" (B.1.351) und einige wenige mit der Mutation aus Brasilien (P.1) nachgewiesen.

Die wichtigsten News im Überblick: Diese AusbrĂŒche sind bekannt

In Köln gibt es gleich mehrere AusbrĂŒche mit insgesamt mindestens 96 Betroffenen: Die britische Variante hat sich Berichten zufolge unter anderem in einer Kita ausgebreitet. Im SĂŒden Deutschlands hatten zuvor bereits Ende Januar mehrere FĂ€lle in einer Kita in Freiburg die ÖffnungsplĂ€ne der Landesregierung ĂŒber den Haufen geworfen.

Zudem haben sich in einer Kölner FlĂŒchtlingsunterkunft mindestens 31 Bewohner und 11 BeschĂ€ftigte mit der sĂŒdafrikanischen Variante angesteckt. Auch in Viersen wurde diese Mutation bei einem Ausbruch in einer Behinderteneinrichtung mit insgesamt 24 Betroffenen nachgewiesen.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Es schlug ein wie eine Bombe
Erdoğan und seine Frau Emine kommen in Madrid an: FĂŒr seine Zustimmung zum Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens kassiert der tĂŒrkische PrĂ€sident viele ZugestĂ€ndnisse.


Bitte beachten: Die Karte zeigt lediglich FĂ€lle an, die als gesichert betrachtet werden können und erhebt keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. Es gibt mehrere Cluster, die noch untersucht werden. Es ist damit zu rechnen, dass in KĂŒrze weitere FĂ€lle bekannt werden. Wir versuchen, diese zeitnah nachzutragen.

In Leverkusen sind 15 Bewohner eines Altenheims nach einem Corona-Ausbruch verstorben. Mehrere Mitarbeiter und Bewohner hatten sich dort nachweislich mit der britischen Variante angesteckt. Insgesamt wurden in der Einrichtung 72 Person positiv auf das Coronavirus getestet – doch ob alle an derselben Mutation erkrankt sind, lĂ€sst sich aus den Berichten nicht rekonstruieren. Auch in Limburg ist ein Altenheim von einer Corona-Mutation betroffen. Genauere Informationen dazu liegen nicht vor.

AusbrĂŒche in KrankenhĂ€usern und Betrieben

Zuvor waren schon Virusmutationen bei Patienten oder Mitarbeitern in mehreren KrankenhÀusern nachgewiesen worden, beispielsweise in Berlin, Leipzig, Bayreuth und im Berchtesgadener Land. In der Hauptstadt hatten sich mehrere Patienten und Mitarbeiter einer Klinik sowie deren Kontaktpersonen mit der B.1.1.7-Variante angesteckt. Am Steinfurter Marienhospital in Nordrhein-Westfalen wird ein Ausbruch derzeit noch untersucht.

In Schleswig-Holstein erhöht sich unterdessen die Zahl der VerdachtsfĂ€lle nach einem Ausbruch in einem Leiharbeiterbetrieb in Flensburg. Hier gibt es ein grĂ¶ĂŸeres Cluster mit der britischen Variante. Auch bei Airbus in Hamburg wird ein Ausbruch unter Mitarbeitern untersucht. Solche reinen VerdachtsfĂ€lle werden in unserer Karte jedoch nicht dargestellt.

Die FÀlle verdeutlichen, dass die Virusmutationen lÀngst nicht mehr nur durch den Reiseverkehr nach Deutschland eingetragen werden, sondern bereits in verschiedenen Kontexten im Inland kursieren. Wo nach dem Auftauchen erster FÀlle weitere Kontaktpersonen ermittelt wurden und gezielt nach den Mutationen gesucht wird, steigt die Zahl rasant.

Diese Varianten sollte man im Blick behalten

Nun sind Mutationen zwar bei Viren an der Tagesordnung. Allerdings werden gerade die drei genannten StrĂ€nge von Experten aus verschiedenen GrĂŒnden als "Virus of Concern" (VoC), also als "bedenkliche" Virusvariante eingestuft – etwas, das man besser im Auge behalten sollte.

Doch gerade daran hakt es in Deutschland. Vereinzelte Berichte aus allen Teilen der Republik ergeben ein Ă€ußerst lĂŒckenhaftes Bild. Der Promotionsstudent Cornelius Römer trĂ€gt die Teile seit Anfang Januar zusammen. In einer öffentlich einsehbaren Tabelle dokumentiert er die in den Medien bekannt gewordenen FĂ€lle so systematisch wie möglich. So will er einen Überblick schaffen: Wie groß ist das Problem wirklich? Wo bilden sich Cluster? UnterschĂ€tzen wir die Gefahr?

"Egal, ob in England, Irland, DĂ€nemark oder Portugal – ĂŒberall passiert das Gleiche", sagt Römer mit Blick auf die LĂ€nder, in denen sich die Variante bereits exponentiell verbreitet hat und die Regierungen zum Handeln zwang. "Das passiert auch hier in Deutschland", ist sich Römer sicher. "Wir sehen es nur nicht, weil wir nicht genug sequenzieren." VerfĂŒgbare Daten wĂŒrden zudem nur zögerlich veröffentlicht.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Verordnung soll Tempo beim Sequenzieren machen

Das soll sich bald Ă€ndern. Eine neue Verordnung schafft Anreize fĂŒr die Labore, mehr Genomsequenzierungen durchzufĂŒhren und ihre Daten mit der Wissenschaftscommunity zu teilen. Doch bis diese PlĂ€ne umgesetzt sind und erste Ergebnisse vorliegen, kann es noch ein paar Wochen dauern. Bis dahin muss sich Römer seine Informationen weiterhin aus dem Netz zusammenklauben – vor allem mit Hilfe von Google News und Hinweisen auf Twitter.

Die Aufgabe kommt einem Puzzlespiel gleich. Oft fehlen in den Berichten wichtige Details. "Manchmal werden zwar Mutationen nachgewiesen, aber es ist nicht klar, um welche Sequenz genau es sich handelt", sagt Römer. "Oder in dem Artikel ist nur von einem Verdacht die Rede, aber es steht nicht dabei, warum die Behörden glauben, dass es sich um die Variante aus England oder SĂŒdafrika handeln könnte." Bei zu vielen Unklarheiten verzichtet Römer lieber auf einen Eintrag oder macht die HintergrĂŒnde in einem Vermerk transparent.

Anteil der Mutationen ist unklar

Doch auch wenn man die VerdachtsfĂ€lle weg lĂ€sst und nur die Genom-sequenzierten Proben zĂ€hlt, erhĂ€rtet sich der Verdacht, dass die Corona-Mutationen aus England, SĂŒdafrika und Brasilien lĂ€ngst in Deutschland angekommen sind – und sehr viel weiter verbreitet sein könnten, als wir ahnen. Experten gehen von einem Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Optimistische SchĂ€tzungen sagen: weniger als 1 Prozent.

Römers Tabelle zĂ€hlt derzeit mehr als 550 fertig sequenzierte Proben, in denen eine der drei Mutationen nachgewiesen wurde (Stand 01. Februar). In den meisten davon wurde die "UK-Variante" entdeckt, an zweiter Stelle steht die "SĂŒdafrika-Variante".

Römer geht von deutlich mehr aus. "Es gibt zum Beispiel FÀlle, in denen die ganze Familie erkrankt ist, aber nur der Indexfall wird sequenziert", sagt Römer. "Da kann man eigentlich davon ausgehen, dass die anderen das gleiche Virus haben. ZÀhlt man die jetzt mit oder nicht?" Allein bei dem oben genannten Ausbruch in einem Altersheim in Leverkusen, bei dem auch die "UK-Variante" nachgewiesen wurde, ging Römer schon am 22. Januar von ungefÀhr 30 FÀllen aus, obwohl nur vier als gesichert galten.

Besser informiert als Spahn?

Selbst der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn scheint in der Krise den Überblick verloren zu haben. In einer Pressekonferenz am 18. Januar behauptete er noch, dass alle bekannten FĂ€lle der "UK-Variante" auf Reisende aus England zurĂŒckzufĂŒhren seien. "Das stimmte einfach nicht", sagt Römer. Schon damals seien mehrere FĂ€lle aus der Presse bekannt gewesen, in denen die Übertragung innerhalb Deutschlands stattgefunden haben muss.

Loading...
Loading...
Loading...
Kaufberatung



Weitere DealsPfeil nach rechts

Kann es sein, dass Spahn davon nichts mitbekommen hat? Das wĂ€re dann zumindest "peinlich", findet Römer. "Unglaublich, dass @Sven9161 und ich in ein paar Stunden einen besseren Überblick ĂŒber die #B117-Situation geschaffen haben als Spahn mit einem ganzen Ministerium", schrieb er im Anschluss an die Pressekonferenz auf Twitter.

Immerhin: Auch ohne genaue Zahlen scheint die Bundesregierung die Gefahr durch die Corona-Mutationen durchaus ernst zu nehmen. Ihr erklĂ€rtes Ziel ist es nun, die Fallzahlen noch schneller zu senken, um den Varianten gewissermaßen "den Weg abzuschneiden" und Puffer zu schaffen, falls es doch zu einem erneuten exponentiellen Anstieg kommt.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
BayreuthBrasilienCoronavirusDeutschlandSĂŒdafrikaTwitterViersenWeihnachten

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website