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Zwei Milliard├Ąre im Kampf ums Weltall

  • Tim Blumenstein
Von Tim Blumenstein

13.02.2021Lesedauer: 7 Min.
R├╝ckschlag f├╝r SpaceX-Programm: Erneut ist ein Prototyp einer "Starship"-Rakete bei einem Testflug explodiert. (Quelle: t-online)
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Jeff Bezos und Elon Musk haben denselben Traum: Die Milliard├Ąre wollen den Weltraum erobern. W├Ąhrend Musk derzeit die Nase vorn hat, k├Ânnte Bezos jetzt erst richtig durchstarten. Bekommt der intergalaktische Wettlauf neuen Schwung?

Zwei milliardenschwere Unternehmer und Sciencefiction-Nerds k├Ąmpfen mit immer besseren Raketen um die Vorherrschaft im Weltall. Ihr Antrieb ist nichts weniger als das Ziel, die Zukunft der Menschheit mitzugestalten. Was nach einem Drehbuch f├╝r den n├Ąchsten Sommer-Blockbuster aus Hollywood klingt, ist Realit├Ąt ÔÇô wenn auch das Fernziel ihrer Mission heute noch utopisch erscheint.

Ziemlich beste Feinde

Die Hauptrollen in der Geschichte spielen Elon Musk mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX und Jeff Bezos mit seinem Konkurrenzunternehmen Blue Origin ÔÇô die aktuell reichsten Menschen auf dem Planeten. W├Ąhrend ersterer k├╝rzlich zum wiederholten Male einem Prototyp seiner Marsrakete Starship beim Absturz zuschauen musste, k├╝ndigte der andere am gleichen Tag den R├╝ckzug aus der F├╝hrungsetage seines Onlinehandel-Imperiums Amazon an, um ÔÇô so hei├čt es ÔÇô seinem Kindheitstraum ein St├╝ck n├Ąher zu kommen: eine Rakete zum Mond zu schicken. Wie Musk auf Bezos' R├╝ckzug bei Amazon reagiert hat, ist nicht ├╝bermittelt. Er d├╝rfte es zumindest aufmerksam registriert haben, schlie├člich k├Ânnte sein ├Ąrgster Widersacher im intergalaktischen Wettrennen jetzt Boden gutmachen.

Dass Musk und Bezos nicht die allerbesten Freunde sind, ist kein Geheimnis. Immer wieder stichelten beide ├Âffentlich gegen die Projekte des jeweils anderen und heizten den Konkurrenzkampf selbst an. W├Ąhrend Hitzkopf Musk dabei mit seinen Twitter-Tiraden gerne mal ├╝bers Ziel hinausschie├čt, h├Ąlt sich Bezos dabei aber eher zur├╝ck.

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So gratulierte der Tesla-Chef im Jahr 2015 Bezos f├╝r die erstmals gelungene senkrechte Landung seiner Weltraumtouristen-Rakete New Shepard, nur um kurz darauf zu betonen, dass SpaceX das ja schon seit Jahren mache. In einem Interview sagte Musk gar, es sei wahrscheinlicher, tanzende Einh├Ârner zu sehen, als eine bemannte Blue Origin-Rakete auf dem Weg zur ISS.

Sci-Fi-Nerds tr├Ąumen von den Sternen

Doch bei aller Konkurrenz haben beide M├Ąnner neben den prall gef├╝llten Geldbeuteln auch andere Gemeinsamkeiten. Beide gelten als ausgesprochene Science-Fiction-Nerds. So l├Ąsst sich Musks PR-Stunt, einen roten Tesla-Sportwagen mit einer SpaceX-Rakete ins All zu schie├čen, als Referenz zu seinem Lieblingsroman "Per Anhalter durch die Galaxis" verstehen. Selbst die Gr├╝ndung von SpaceX im Jahr 2002 soll auf das Buch von Douglas Adams zur├╝ckgehen.

Auch Bezos macht aus seinem Hang zu Sci-Fi-Geschichten keinen Hehl. Als Kind soll er jedes Buch einschl├Ągiger Science-Fiction-Autoren verschlungen haben, das ihm in die Finger kam. So ist es auch wenig verwunderlich, dass Bezos die gro├če Vision hegt, die Menschheit k├Ânnte k├╝nftig in riesigen zylinderf├Ârmigen Kolonien im Weltall leben. Eine Idee, die auf den Autor und fr├╝heren Princeton-Professor Bezos' Gerard O'Neill zur├╝ckgeht. In seinem Konzept aus dem Jahr 1976 beschreibt O'Neill eine frei im All schwebende Raumstation mit Platz f├╝r bis zu einer Million Menschen.

Warum er eine Besiedelung des Alls f├╝r unausweichlich h├Ąlt, erkl├Ąrte Bezos bei einer Pr├Ąsentation im Jahr 2019: "Wir m├╝ssen das Weltall besiedeln, um diesen Planeten zu sch├╝tzen". Denn das gr├Â├čte Problem der Erde bestehe darin, erkl├Ąrt Bezos, dass die Energieressourcen zur Neige gehen. Und im Weltall seien diese unbegrenzt verf├╝gbar. So k├Ânnte die Menschheit im Prinzip unendlich weiterwachsen. "Wir k├Ânnten eine Billion Menschen im Sonnensystem haben", so Bezos, "das hei├čt, wir h├Ątten tausend Mozarts und tausend Einsteins. Das w├Ąre eine unglaubliche Zivilisation."

Nach der Idee von Jeff Bezos k├Ânnten Menschen in Zukunft in einem kilometerlangen und -breiten rotierenden Zylinder leben, der mitten im All schwebt. In der R├Âhre sollen nicht nur St├Ądte, sondern ganze Landschaften mit nat├╝rlicher Vegetation und Tierwelt existieren.
Nach der Idee von Jeff Bezos k├Ânnten Menschen in Zukunft in einem kilometerlangen und -breiten rotierenden Zylinder leben, der mitten im All schwebt. In der R├Âhre sollen nicht nur St├Ądte, sondern ganze Landschaften mit nat├╝rlicher Vegetation und Tierwelt existieren. (Quelle: Blue Origin / youtube.com/c/blueoriginchannel / Screenshot)

Auch Elon Musk stellt sich die Zukunft der Menschheit abseits unseres Heimatplaneten vor. Doch statt in einer Raumstation leben wir in seiner Vision k├╝nftig als multiplanetare Spezies in Siedlungen auf dem Mars. Bis zu einer Million Menschen k├Ânnten, so Musk k├╝rzlich bei einer virtuellen Konferenz der Mars Society, in einer auf dem Roten Planten errichteten Stadt wohnen, vornehmlich jedoch erst einmal diejenigen, die ÔÇ×sich das auch leisten k├ÂnnenÔÇť. 2024 k├Ânnte sich die erste SpaceX-Rakete auf dem Weg zum Mars machen, prognostiziert Musk. Dann aber erst noch ohne Besatzung.

Aus heutiger Sicht sind beide Ans├Ątze nicht mehr als ihre Inspiration: Science-Fiction. Das h├Ąlt beide jedoch nicht davon ab, unabl├Ąssig an ihrer Verwirklichung zu arbeiten.

Vorsprung Musk

Vor allem Bezos wird dies wohl k├╝nftig intensiver tun. Bisher liegt sein, wie er selbst sagt, wichtigstes Projekt Blue Origin weit hinter SpaceX zur├╝ck. Denn w├Ąhrend es SpaceX mit seiner Rakete vom Typ Falcon 9 vergangenes Jahr gelang, als erste private Raumfahrtfirma Astronauten in der Dragon-Kapsel zur ISS zu fliegen, wartet Blue Origin noch auf einen vergleichbaren Flug. Das erfolgreiche ISS-Man├Âver l├Ąutete f├╝r viele Beobachter eine neue Raumfahrt-├ära ein und markierte einen Etappensieg f├╝r Musk, der aber schon eifrig am n├Ąchsten gro├čen Wurf arbeitet.

Ein Prototyp von Musks k├╝nftiger Marsrakete "Starship". Um die Hin- und R├╝ckreise zu fernen Himmelsk├Ârpern zu erm├Âglichen, soll sich der obere Teil des aus Stahl gefertigten Raumschiffs im Orbit von der Tr├Ągerrakete abkoppeln und anschlie├čend betankt werden. Eines Tages soll die Rakete bis zu hundert Menschen zum Mars bringen.
Ein Prototyp von Musks k├╝nftiger Marsrakete "Starship". Um die Hin- und R├╝ckreise zu fernen Himmelsk├Ârpern zu erm├Âglichen, soll sich der obere Teil des aus Stahl gefertigten Raumschiffs im Orbit von der Tr├Ągerrakete abkoppeln und anschlie├čend betankt werden. Eines Tages soll die Rakete bis zu hundert Menschen zum Mars bringen. (Quelle: ZUMA Wire)

Denn f├╝r die ehrgeizigen Marspl├Ąne braucht er eine neue Rakete: Starship. Diese soll k├╝nftig nicht nur Satelliten ins All oder Fracht zur ISS bef├Ârdern, sondern auch auf anderen Himmelsk├Ârpern landen und starten k├Ânnen. Zwar explodierte Ende Januar ein Prototyp beim Landeversuch, doch sind solche Crashs in der Entwicklung mit einkalkuliert. Noch in diesem Jahr soll es angeblich mit einem Flug ins All klappen.

Wie schon bei den Vorg├Ąngern, Falcon9 und FalconHeavy, setzt SpaceX bei Starship auf die altbew├Ąhrte Methode, alle Teile der Rakete wiederzuverwenden. Damit sollen die Kosten f├╝r die Starts gedr├╝ckt werden. SpaceX sch├Ątzt, ein Starship-Start w├╝rde so rund zwei Millionen Dollar kosten. Zum Vergleich: Die Nasa zahlte seinerzeit f├╝r ihren Spaceshuttle-Start rund 450 Millionen Dollar.

Holt Bezos auf?

Auch bei der Konkurrenz Blue Origin mangelt es nicht an Pl├Ąnen. Derzeit arbeitet das Unternehmen an mehreren Projekten gleichzeitig, f├╝r deren Umsetzung Bezos seit Firmengr├╝ndung vor 20 Jahren j├Ąhrlich rund eine Milliarde Dollar aus dem Verkauf von Amazon-Aktien in das Unternehmen pumpt. Zum einen wird die Entwicklung der wiederverwendbaren New Shepard-Rakete vorangetrieben, mit der schon bald zahlungskr├Ąftige Touristen einen Trip an den Rand des Weltalls buchen k├Ânnen sollen. Im April ist laut einem Medienbericht der erste bemannte Testflug angek├╝ndigt.

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Ein Ticket f├╝r einen Flug ins All mit New Shepard soll zwischen 200.000 und 300.000 Dollar kosten. Die Kapsel der Rakete, die Platz f├╝r sechs Personen bietet, soll zudem auch f├╝r wissenschaftliche Experimente genutzt werden k├Ânnen.
Ein Ticket f├╝r einen Flug ins All mit New Shepard soll zwischen 200.000 und 300.000 Dollar kosten. Die Kapsel der Rakete, die Platz f├╝r sechs Personen bietet, soll zudem auch f├╝r wissenschaftliche Experimente genutzt werden k├Ânnen. (Quelle: Blue Origin)

Ein anderes gro├čes Projekt k├Ânnte Bezos dem Traum einer Mondlandung ein St├╝ck n├Ąher bringen. Mit der Mondlandef├Ąhre "Blue Moon" will Blue Origin im Rahmen der Nasa-Mission Artemis schon bald Menschen auf den Erdtrabanten schicken, darunter auch zum ersten Mal eine Frau. 2024 soll es so weit sein. Doch neben Blue Origin konkurrieren auch das Unternehmen Dynetics und ausgerechnet SpaceX mit der Starship-Rakete um den lukrativen Auftrag. Eine finale Entscheidung, wer den Zuschlag erh├Ąlt, steht allerdings noch aus.

Mit "New Glenn" t├╝ftelt Blue Origin zudem an einem weiteren Projekt. Die fast 100 Meter lange Rakete wurde Ende 2020 von der Nasa als potentieller Kandidat f├╝r Frachttransporte im Rahmen offizieller Missionen zugelassen. Ein wichtiger Erfolg f├╝r das Unternehmen. Doch bis New Glenn auch wirklich abhebt, wird es wohl noch dauern. Die ersten Testfl├╝ge sind f├╝r 2021 angek├╝ndigt. Sonst ist ÔÇô wie bei Blue Origin ├╝blich ÔÇô wenig ├╝ber den Entwicklungsstand bekannt.

Ein Schwarm von Satelliten

Anders als SpaceX verzichtete Bezos mit Blue Origin auf gro├čspurige Ank├╝ndigungen und medienwirksame Inszenierungen, die f├╝r Musk zum Standardrepertoire geh├Âren. Stattdessen scheint es die Firmenstrategie zu sein, sich erst um eine sichere Auftragslage sowie eine sichere Finanzierung zu k├╝mmern und auf dieser Basis die Technologie weiterzuentwickeln. Nicht umsonst ist das Maskottchen von Blue Origin eine Schildkr├Âte. W├Ąhrend Musk also wie ein Hase Haken schlagend vorweg rennt, macht die Schildkr├Âte Bezos frei nach dem Firmenmotto "Gradatim FerociterÔÇť (Schritt f├╝r Schritt, aber unaufhaltsam) stetig Boden gut.

Ein Schwarm von Starlink-Satelliten ist am Nachhimmel ├╝ber S├╝dengland mit dem blo├čen Auge zu erkennen. In Gro├čbritannien befindet sich Musks Satelliten-Internet bereits in der Testphase. Ein Starterpaket koset rund 500 Euro. Hierzulande soll auch die Telekom Interesse an der Technologie haben.
Ein Schwarm von Starlink-Satelliten ist am Nachhimmel ├╝ber S├╝dengland mit dem blo├čen Auge zu erkennen. In Gro├čbritannien befindet sich Musks Satelliten-Internet bereits in der Testphase. Ein Starterpaket koset rund 500 Euro. Hierzulande soll auch die Telekom Interesse an der Technologie haben. (Quelle: Cover-Images/imago-images-bilder)

Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten zeigen sich auch bei anderen Projekten der Milliard├Ąre. Mit einem Schwarm von Minisatelliten wollen beide jeden Winkel der Erde mit superschnellem Internet versorgen. Rund tausend Satelliten hat Elon Musk mit seinem Projekt "Starlink" daf├╝r bereits ins All geschossen, der Testbetrieb l├Ąuft. Insgesamt k├Ânnten es sogar ├╝ber 40.000 werden. Bei Bezos' Konkurrenzprojekt Kuiper, das zu Amazon geh├Ârt, ist es bisher kein einziger. Bis Ende des Jahrzehnts will aber auch Kuiper 3.200 Satelliten ins All bringen.

Es wird eng im Weltall

Musk und Bezos sind mit ihren ehrgeizigen Raumfahrtpl├Ąnen nicht allein. L├Ąngst arbeiten diverse andere Privatunternehmen unter Hochdruck an neuen Projekten. So hat etwa Richard Branson, Multimilliard├Ąr und Chef des Virgin-Konzerns, verschiedene Tochterfirmen f├╝r die Raumfahrt gegr├╝ndet. Aber auch Staaten wie China, Russland, Japan, die Arabischen Emirate oder etwa die europ├Ąische Raumfahrtagentur ESA investieren so viel in den Weltraum wie lange nicht. Wird es also bald eng oben am Himmel?

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"Innerhalb der letzten rund zehn Jahre hat sich der Weltraumsektor sehr stark ver├Ąndert ÔÇô nicht nur durch das Erscheinen von SpaceX und Jeff Bezos' Blue Origin, sondern insgesamt", sagt Rada Popova, Juristin und Expertin f├╝r Weltraumrecht an der Universit├Ąt K├Âln. Grund daf├╝r seien unter anderem die sich rasant entwickelnde Technologie, die intensive Kommerzialisierung und die wachsende Nachfrage nach Satellitendienstleistungen. "Das ├Ąndert das Gesamtgef├╝ge grundlegend".

Ein neues Problem dabei sei, dass immer mehr Satelliten ins All geschossen werden. "Wir sprechen heute von ganz anderen Mengen an Weltraumobjekten als vor etwa zehn Jahren", so Popova. Denn auch wenn der Weltraum gro├č sei, konzentrierten sich die meisten Minisatelliten auf erdnahen Umlaufbahnen. "Was ist, wenn etwas misslingt und der Satellit zu Weltraumschrott wird?"

Setzen Musk, Bezos und Co ihre Pl├Ąne in die Tat um, k├Ânnte es bald nicht nur eng, sondern auch gef├Ąhrlich werden im Orbit. "Sollte es dazu kommen, dass der Weltraum ohne enormes Kollisionsrisiko nicht mehr zug├Ąnglich ist, dann w├╝rden alle dran verlieren ÔÇô auch diejenigen, die wom├Âglich den gr├Â├čten Profit aus einer r├╝cksichtslosen Nutzung und ├ťberf├╝llung des erdnahen Weltraums geschlagen haben". Auch k├╝nftige Missionen etwa zum Mars w├Ąren also gef├Ąhrdet.

Privatfirmen preschen vorweg

Die Staaten, vor allem die mit eigener Raumfahrtagentur, h├Ątten diesen Trend viel fr├╝her erkennen und darauf reagieren m├╝ssen, sagt Popova. "Das haben sie gr├Â├čtenteils leider nicht gemacht." Jetzt sehe man, wie gro├če Privatunternehmen mit enormem wirtschaftlichen Einfluss die Staaten mit den neuen Entwicklungen konfrontieren und damit die Zukunft des Weltraums formen.

Am 27. Januar 1967 schaffte die Staatengemeinschaft mit dem Weltraumvertrag die v├Âlkerrechtliche Grundlage f├╝r Nutzung des Weltalls. Demnach ist das Weltall ein Gemeinschaftsraum, vergleichbar mit der Hohen See, den jeder Staat erforschen und f├╝r friedliche Zwecke nutzen darf, solange auf die Interessen der anderen Staaten R├╝cksicht genommen wird.
Am 27. Januar 1967 schaffte die Staatengemeinschaft mit dem Weltraumvertrag die v├Âlkerrechtliche Grundlage f├╝r Nutzung des Weltalls. Demnach ist das Weltall ein Gemeinschaftsraum, vergleichbar mit der Hohen See, den jeder Staat erforschen und f├╝r friedliche Zwecke nutzen darf, solange auf die Interessen der anderen Staaten R├╝cksicht genommen wird. (Quelle: Corbis / Getty Images)

Bisher regelten die Weltraumvertr├Ąge der 60er- und 70er Jahre, was im Weltall erlaubt ist und was nicht. Obwohl diese Vertr├Ąge sehr weitsichtig formuliert seien, "konnten sie verst├Ąndlicherweise nicht die Technologie des 21. Jahrhunderts und die sehr gro├če Streuung von Weltraumaktivit├Ąten voraussehen und regeln", so Popova. Doch angesichts der neuen Entwicklungen m├╝sse die internationale Gemeinschaft m├Âglichst schnell konkrete Standards formulieren und Anreize f├╝r Privatfirmen schaffen, sich daran auch zu halten, fordert die Expertin.

Denn mit dem Schutz der Weltraums sei es wie mit dem Klimaschutz: "Wir sind alle darauf angewiesen. Alle Staaten sind im kleineren oder gr├Â├čeren Umfang von Weltraumanwendungen abh├Ąngig." Es sei egal, ob und wieviel der jeweilige Staat dazu beitr├Ągt, den Weltraum zu verschmutzen. "Alle Staaten haben die gleiche Verantwortung, dem entschieden entgegenzuwirken."

Die Milliard├Ąre Musk und Bezos werden sich von diesem Regel-Klein-Klein wahrscheinlich nicht ausbremsen lassen. Sie werden ihre Pl├Ąne weiter vorantreiben. Doch ganz kaltlassen sollte es sie nicht. Sonst bleiben ihre Visionen das, was sie heute sind: Utopien.

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