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Besitzer von E-Autos machen Kasse mit Klimagas-Quote

Von dpa
Aktualisiert am 27.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Ein Symbol fĂŒr Elektro-Autos an einer Ladestation in Petersberg.
Ein Symbol fĂŒr Elektro-Autos an einer Ladestation in Petersberg. (Quelle: Christoph Dernbach/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Das Versprechen klingt fast zu gut, um wahr zu sein: "Geld verdienen mit dem Elektro-Auto".

Wer in diesen Tagen im Netz nach dem WortungetĂŒm "Treibhausgasminderungsquote" oder kurz "THG-Quote" sucht, stĂ¶ĂŸt auf unzĂ€hlige Anzeigen, die Besitzern eines Elektrofahrzeuges eine PrĂ€mie von ĂŒber 300 Euro im Jahr versprechen. Schnell und unbĂŒrokratisch soll das Geld fließen, ohne dafĂŒr arbeiten zu mĂŒssen. Man muss nur ein Auto mit reinem Batterieantrieb oder einen grĂ¶ĂŸeren Elektro-Roller besitzen und einen gĂŒltigen Fahrzeugschein vorlegen können.

Im Gegensatz zu den staatlichen KaufprĂ€mien fĂŒr E-Autos, die derzeit auf dem PrĂŒfstand des Bundesregierung stehen, stammen die THG-PrĂ€mien nicht aus Steuermitteln, sondern von der Mineralölwirtschaft. Die THG-Quote verpflichtet nĂ€mlich Mineralölunternehmen dazu, ihren CO2-Ausstoß von Jahr zu Jahr zu senken. Und wenn sie das nicht aus eigener Kraft schaffen, mĂŒssen sie zahlen.

Ausgangspunkt fĂŒr die CO2-Berechnungen sind die Werte aus dem Jahr 2010. Im laufenden Jahr muss der Ausstoß um sieben Prozent darunter liegen, 2030 mĂŒssen es dann bereits 25 Prozent weniger sein. Um die Quote zu erfĂŒllen, haben die Konzerne bislang vor allem dem herkömmlichen Sprit Biokraftstoff beigemischt - beim Benzin in Deutschland bis zu zehn Prozent (E10), beim Diesel bis zu sieben Prozent (B7).

Doch mit vorgeschriebenen jĂ€hrlich steigenden Minderungsquoten fĂ€llt es Aral, Shell und Co. immer schwerer, nur mit dem Biosprit um Strafzahlungen herumzukommen. Ein Ausweg: Die Konzerne können Verschmutzungsrechte von sauberen Akteuren einkaufen, um die gesetzlichen Vorgaben zumindest auf dem Papier zu erfĂŒllen. Die reichen die Kosten weiter: Bezahlen mĂŒssen am Ende diejenigen, die noch immer mit einem Verbrennungsmotor unterwegs sind.

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Der Handel mit CO2-Zertifikaten war bislang Unternehmen vorbehalten. In Deutschland profitierten vor allem Energieversorger von den Ausgleichszahlungen. Mit einem vergleichsweise hohen Anteil von erneuerbaren Energien im deutschen Strommix bleiben sie deutlich unter den erlaubten Verschmutzungsgrenzen und können eingespartes CO2 als Emissionszertifikat an die Mineralölkonzerne verkaufen.

Seit Jahresbeginn 2022 dĂŒrfen in Deutschland auch Privatleute bei diesem GeschĂ€ft mitmischen. Damit sich das Umweltbundesamt nicht mit unzĂ€hligen EinzelantrĂ€gen herumschlagen muss, kommen ZwischenhĂ€ndler ins Spiel, die die Formulare zur CO2-Minderung bĂŒndeln und diese dann im Paket prĂŒfen lassen, um sie dann auf dem Markt anbieten. Trotzdem gibt es bei der Behörde derzeit einen Antragsstau, so dass sich die Halter der Fahrzeuge gedulden mĂŒssen. Neben den klassischen Stromversorgern und MobilitĂ€tsanbietern sammeln rund 40 Start-up-Unternehmen wie Emobia, Klima-Quote.de oder Fairnergy die THG-Quoten ein und ĂŒberweisen an die Halter eines E-Autos jeweils bis zu 350 Euro im Jahr pro Fahrzeug.

ADAC begrĂŒĂŸt die Regelung

Nur Plugin-Hybride sind ausgeschlossen, weil sie auch mit fossilem Kraftstoff betankt werden können. Aber selbst elektrisch betriebene LeichtkraftrĂ€der und E-MotorrĂ€der, die ein großes Nummernschild haben und schneller als 45 Stundenkilometer fahren, dĂŒrfen die THG-Quote in voller Höhe in Anspruch nehmen.

Der ADAC begrĂŒĂŸt diese Regelung: "Aus Verbrauchersicht ist es positiv zu bewerten, dass mit der zusĂ€tzlichen Anrechenbarkeit von elektrischem Strom der Wettbewerb um kosteneffiziente Treibhausgasminderungen fĂŒr Energie im Verkehrssektor gefördert wird", erklĂ€rte der Automobilclub, der selbst auch als THG-Dienstleister aktiv ist.

Differenzierter sieht man die THG-Quote fĂŒr Elektroautos bei UmweltschutzverbĂ€nden. "Sie ist nicht schĂ€dlich, aber bringt den Klimaschutz leider viel zu wenig voran", sagt Tobias Austrup, Experte fĂŒr MobilitĂ€t bei Greenpeace. "Rund 300 Euro sind ein zu mickriger Anreiz, um auf ElektromobilitĂ€t umzusteigen." Die staatliche KaufprĂ€mie sei allein 20-mal so groß. "Ich mĂŒsste dieses E-Auto also 20 Jahre lang fahren, um eine vergleichbare Förderung zu erhalten. Das bringt also nicht wahnsinnig viel."

"Neuzulassungssteuer fĂŒr Autos mit hohem Spritverbrauch"

FĂŒr einen schnellen Umbau der MobilitĂ€t fordert Greenpeace andere Instrumente. "Eine Neuzulassungssteuer fĂŒr Autos mit hohem Spritverbrauch wĂŒrde einen deutlichen Fortschritt bringen. Das zeigen etwa Erfahrungen aus den Niederlanden, wo gleich beim Kauf oder bei der Erstanmeldung eines besonders klimaschĂ€dlichen Verbrenners auch mal 20.000 Euro oder mehr fĂ€llig werden." Das habe die Autoflotte dort viel klimafreundlicher gemacht.

Mit der Regelung sollten eigentlich die Mineralölkonzerne motiviert werden, sich zu wandeln, sagt Austrup. "Mit der THG-Quote mĂŒssen sie aber ihr GeschĂ€ftsmodell nicht grundsĂ€tzlich Ă€ndern. Dabei sollten sie sich heute mit der Frage auseinandersetzen, womit sie ihr Geld verdienen wollen, wenn ein Verkauf von Mineralölprodukten aus KlimagrĂŒnden nicht mehr stattfinden kann. Die THG-Quote erzeugt diesen Transformationsdruck nicht. Es handelt sich eher um ein klassisches Freikaufen."

Diese Argumente verfangen auch bei manchen BefĂŒrwortern der ElektromobilitĂ€t, die selbst vom Zertifikatehandel profitieren könnten. Stellvertretend fĂŒr die THG-Skeptiker steht der populĂ€re Youtuber Oliver KrĂŒger, der in seiner Firma drei Elektroautos einsetzt. KrĂŒger ist der Überzeugung, dass die THG-PrĂ€mie fĂŒr einen Elektroauto-Besitzer keinen Effekt in Sachen Klimawandel hat. "Wer sich ein E-Auto zu kauft, macht das nicht wegen 300 Euro oder etwas mehr, die man hier kurzfristig kassieren kann", sagt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Hamburger Unternehmens 163 Grad, das Lösungen rund um die Umstellung auf klimaneutrale Energie anbietet.

Letztlich diene das System nur dazu, die Mineralölindustrie in einem grĂŒnen Gewand erscheinen zu lassen, meint KrĂŒger. "Die Konzerne können rein rechnerisch ihren CO2-Fußabdruck verringern, ohne tatsĂ€chlich was fĂŒr den Stopp des Klimawandels unternommen zu haben." KrĂŒger will deshalb auf die Einreichung seiner THG-Quoten und das damit verbundene Geld verzichten.

Greenpreace-Experte Austrup hingegen rĂ€t trotz aller Bedenken jedem Elektroautofahrer, diese PrĂ€mie mitzunehmen. "Die Quote fĂ€llt sonst an den Staat zurĂŒck. Und der wird sie dann irgendwann versteigern. Die Mineralienkonzerne kommen also so oder so an diese Quote."

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