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Musk erw├Ągt nach ├ťbernahme Geb├╝hren f├╝r Twitter

Von dpa
04.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Elon Musk wirft Twitter vor, die Redefreiheit einzuschr├Ąnken.
Elon Musk wirft Twitter vor, die Redefreiheit einzuschr├Ąnken. (Quelle: Susan Walsh/AP/dpa./dpa)
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San Francisco (dpa) - Tech-Milliard├Ąr Elon Musk hat bekr├Ąftigt, dass er nach einer ├ťbernahme von Twitter st├Ąrker auf ein Abo-Modell bei dem Online-Dienst setzen will. "Twitter wird f├╝r gelegentliche Nutzer immer kostenlos sein, f├╝r gewerbliche/staatliche Nutzer aber vielleicht ein wenig kosten", twitterte er.

Der 50-j├Ąhrige Chef des Elektroautobauers Tesla will Twitter ├╝bernehmen und wirft dem Kurznachrichtendienst vor, die Redefreiheit auf der Plattform zu stark einzuschr├Ąnken. Musk hat sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat auf einen rund 44 Milliarden Dollar schweren Deal geeinigt, ist aber darauf angewiesen, dass ihm genug Aktion├Ąre ihre Anteile abtreten. Twitter und Musk wollen die ├ťbernahme bis Jahresende abschlie├čen.

Twitter verdienst sein Geld zurzeit fast ausschlie├člich mit Werbung, haupts├Ąchlich in Form von Tweets, die Unternehmen f├╝r Geld in den Nachrichtenstrom von Nutzern einbringen k├Ânnen. Musk hatte bereits vor Beginn seiner ├ťbernahme-Attacke geschrieben, er finde Abo-Modelle f├╝r Dienste wie Twitter besser und halte den Fokus f├╝r falsch, weil dies gro├čen Konzernen zu viel Macht gebe. Zwischen Werbekunden und Online-Plattformen gibt es immer wieder Spannungen, wenn dort etwa extreme Beitr├Ąge auftauchen, neben denen sie ihre Produkte nicht platziert sehen wollen.

Twitter Blue

Twitter experimentiert bereits mit Abo-Gesch├Ąftsmodellen in seinem Angebot Blue, das unter anderem in den USA verf├╝gbar ist. Kunden von Twitter Blue k├Ânnen unter anderem bis zu 30 Sekunden lang fertige Tweets ver├Ąndern. Auch werden Tweet-Serien besser lesbar angezeigt, und es gibt die M├Âglichkeit, gespeicherte Tweets in Ordnern zu organisieren. Das Abo kostet in den USA 2,99 Dollar im Monat. Es gab auch Hinweise darauf, dass Twitter f├╝r seine Tweetdeck-Software, mit der man den Dienst komfortabler und ohne Werbung nutzen kann, Geb├╝hren verlangen k├Ânnte.

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Im Online-Gesch├Ąft setzten sich bisher f├╝r Nutzer kostenlose Dienste wie Facebook und Google, die ihr Gesch├Ąft mit Werbung auf Basis von Nutzerinformationen machen, klar gegen Abo-Modelle durch. So war vor Jahren die geb├╝hrenpflichtige Twitter-Alternative App.net gescheitert.

Weg von der B├Ârse - und wieder zur├╝ck?

Musk will Twitter nach der ├ťbernahme von der B├Ârse nehmen. Er argumentierte, dass der Dienst nur so sein Potenzial als Plattform f├╝r Redefreiheit voll entfalten k├Ânne. Dem "Wall Street Journal" zufolge warb er bei potenziellen Investoren damit, dass Twitter in wenigen Jahren an die B├Ârse zur├╝ckkehren k├Ânne. Musk habe einen Zeitraum von drei Jahren genannt, schrieb die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen.

Musk hat f├╝r den Deal Finanzierungszusagen von 46,5 Milliarden Dollar pr├Ąsentiert. Davon sind 25,5 Milliarden Dollar Kredite, die zum Teil mit seinen Tesla-Aktien besichert werden sollen. Bis zu 21 Milliarden Dollar will er selbst aufbringen. Musk versucht laut Medienberichten, daf├╝r Partner wie Finanzinvestoren zu gewinnen. Sie k├Ânnten sp├Ąter Kasse machen, wenn Twitter wieder an die B├Ârse gehen sollte.

Eine der gro├čen Fragen rund um Musks Versprechen von Redefreiheit ist die Frage, ob Ex-Pr├Ąsident Donald Trump auf die Plattform zur├╝ckkehren k├Ânnte. Er wurde verbannt, nachdem er Sympathie f├╝r seine Anh├Ąnger bekundete, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington st├╝rmten. In den Wochen davor hatte Trump die Stimmung mit grundlosen Behauptungen angeheizt, ihm sei ein Wahlsieg gegen Joe Biden durch Betrug gestohlen worden. Trump sagte, er wolle nicht zu Twitter zur├╝ck, auch wenn er es d├╝rfte. Die Pr├Ąsenz auf der Plattform, wo er einst mehr als 80 Millionen Follower hatte, k├Ânnte aber f├╝r eine m├Âgliche Kandidatur bei der Pr├Ąsidentenwahl 2024 wichtig sein.

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