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Facebook führt Krebspatienten in die Irre

Von t-online, arg

Aktualisiert am 30.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Facebook selbst hat mehrere russische Medien-Seiten bei Facebook abgeschaltet.
Facebook geriet bereits mehrfach für seine Werbeanzeigen in die Kritik. (Quelle: Gaetan Bally/KEYSTONE/dpa./dpa)
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Facebook stand bereits häufig wegen seiner aggressiven Werbeanzeigen in der Kritik. Jetzt kam heraus, dass das Unternehmen so Krebspatienten getäuscht haben soll.

Mit personalisierter Werbung bietet Facebook seinen Nutzern immer genau das an, was diese gerade interessiert – zumindest aus Sicht des Unternehmens. Seien es Shopping-Tipps, beliebte Serien oder Sonstiges. Laut einem Bericht im "MIT Technology Review" scheint Facebook jedoch nicht zu überprüfen, welche Arten von Werbeanzeigen geschaltet werden.

Denn laut einer Untersuchung wird Krebspatienten auf dem sozialen Netzwerk Werbung für nutzlose Medikamente oder wirkungslose Therapien angezeigt. Den Betroffenen wird durch die Anzeigen Hoffnung auf Heilung suggeriert, die in dieser Form aber überhaupt nicht existiert und sogar schädlich sein kann.

Schädliche Pseudo-Therapien

Wie die Wissenschaftler in dem Bericht aufzeigen, schalten mehrere Kliniken in den USA Anzeigen auf Facebook, die mit unseriösen Krebsbehandlungen werben. Die vermeintlich innovativen, modernen und heilsamen Therapien folgen dabei keinerlei ethisch oder wissenschaftlich vertretbaren Standards der Krebsbehandlung.

Zumeist beruhen sie auf einer willkürlichen Kombination aus Entgiftungs- und Saftkuren und der Einnahme von gewöhnlichen Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminen oder Mineralstoffen. Eine Genehmigung der zuständigen Regulierungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) liegt ebenfalls nicht vor.

Nicht nur, dass diese Therapien den Patienten nicht von seiner Krebserkrankung heilen oder Schmerzen lindern, die teils toxischen Medikamentencocktails können laut der Studie auch zu einem anaphylaktischen Schock oder anderen körperlichen Schäden führen.

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Facebook scheint machtlos oder unwillens

Zwar heißt es in den Facebook-Richtlinien, dass Anzeigen keine trügerischen, falschen oder irreführenden Behauptungen enthalten dürfen. Auch sei die Werbung für schädliche Wundermittel verboten. Das führt aber dennoch nicht dazu, das entsprechende Anzeigen verboten oder nicht ausgespielt wurden.

Auch handelte es sich bei den Werbeanzeigen nicht um versehentliche oder einmalige Einblendungen. Wer anhand Facebooks Algorithmus als Krebspatient eingestuft worden ist und größeres Interesse an einer Krebstherapie zeigte, wurde mit den irreführenden Werbeanzeigen geradezu überflutet, führen die Forscher weiter aus.

Gemeldete Werbeanzeigen, die klar gegen die Richtlinien verstießen, würden zwar von Facebook entfernt – kurze Zeit später würden sie jedoch unter neuem Banner wieder auftauchen. Zudem sei die Sperrung in vielen Fällen auch nur temporär und nicht endgültig, was dazu führen würde, dass die Anzeigen nach einer gewissen Zeit einfach wieder auftauchen.

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