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So lassen Sie sich ein Arbeitszeugnis ausstellen

t-online, Von Caroline Benzel

Aktualisiert am 26.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Arbeitszeugnis: Automatisch bekommen Arbeitnehmer das Dokument nicht.
Arbeitszeugnis: Automatisch bekommen Arbeitnehmer das Dokument nicht. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn-bilder)
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Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein Arbeitszeugnis, sobald das Arbeitsverh├Ąltnis endet. Der Arbeitgeber muss das Zeugnis aber nicht automatisch ausstellen. Was Sie beachten sollten.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Arbeitszeugnisse zu deuten ist eine Wissenschaft f├╝r sich. Formulierungen wie "volle Zufriedenheit" statt "vollste Zufriedenheit" k├Ânnen ebenso zu Rechtsstreitigkeiten f├╝hren, wie Arbeitgeber, die sich weigern, ein Arbeitszeugnis auszustellen.

Wir erkl├Ąren, welche Fallstricke sonst noch lauern, was der Unterschied zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis ist und wann Sie ein Recht auf ├änderungen haben.

Hat der Arbeitnehmer das Recht auf ein Arbeitszeugnis?

Viele Arbeitnehmer haben den Irrglauben, dass sie nach Ende ihrer Besch├Ąftigung automatisch ein Arbeitszeugnis bekommen. Dem ist allerdings nicht so.

Richtig ist, dass jeder Besch├Ąftigte laut B├╝rgerlichem Gesetzbuch das Recht hat, ein Arbeitszeugnis zu bekommen ÔÇô das muss aber angefordert werden, wenn der Arbeitgeber nicht von sich aus aktiv wird.

  • 15 Mythen: Was laut Arbeitsrecht erlaubt ist und was nicht
  • Arbeitsvertrag: Wie oft darf man eine Befristung verl├Ąngern?

Gut zu wissen: Der gesetzliche Anspruch ein Arbeitszeugnis steht prinzipiell jedem zu, unabh├Ąngig, ob es sich um einen Festangestellten, einen Praktikanten oder einen Auszubildenden handelt. Auch befristet Besch├Ąftigte oder Teilzeitangestellte haben dasselbe Recht auf ein Arbeitszeugnis wie eine Vollzeitkraft.

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Was unterscheidet ein qualifiziertes Zeugnis von einem einfachen Arbeitszeugnis?

├ťblich und aussagekr├Ąftig ist das so genannte qualifizierte Arbeitszeugnis. Hier werden nicht nur Angaben zur Dauer des Besch├Ąftigungsverh├Ąltnisses und den grunds├Ątzlichen Aufgaben des Angestellten gemacht, sondern auch Leistungen und das Sozialverhalten beurteilt. F├╝r k├╝nftige Bewerbungen ist das qualifizierte Arbeitszeugnis in der Regel am aussagekr├Ąftigsten.

Anders das einfache Arbeitszeugnis: Hier steht wirklich nur drin, welche T├Ątigkeit der Arbeitnehmer ├╝ber welchen Zeitraum ausge├╝bt hat. Ein solches Zeugnis empfiehlt sich eigentlich nur dann anzufordern, wenn schon klar ist, dass ein qualifiziertes Arbeitszeugnis negativ ausfallen wird.

Wann kann ich das Arbeitszeugnis beantragen?

Das Arbeitszeugnis sollten Sie schriftlich anfordern, sobald Sie wissen, dass das Arbeitsverh├Ąltnis endet. Falls Sie selbst k├╝ndigen, k├Ânnen Sie das Zeugnis bereits in Ihrem eigenen K├╝ndigungsschreiben beantragen. Ansonsten fragen Sie das Zeugnis an, sobald Sie wissen, dass ein Vertrag nicht verl├Ąngert wird oder Ihnen die K├╝ndigung vorliegt.

Wie kann die Forderung aussehen?

Sie m├╝ssen keine lange Abhandlung schreiben, um ein Arbeitszeugnis anzufordern. Ein Muster k├Ânnte so aussehen:

  • "Sehr geehrte/r ÔÇŽ., vom "XY" bis zum "XY" war ich bei Ihnen als "YZ" besch├Ąftigt. Hiermit m├Âchte ich Sie um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses bis zum "Frist setzen" bitten."

Eine Variante:

  • "Wie besprochen h├Ąnge ich Ihnen einen Entwurf des qualifizierten Arbeitszeugnisses als Word-Dokument an diese Mail. Dieser Entwurf muss lediglich noch um die Zeugnisbewertungen durch Sie erg├Ąnzt werden. Bei R├╝ckfragen k├Ânnen Sie sich jederzeit an mich wenden. Ich freue mich darauf f├╝r die produktive und gute Zusammenarbeit der letzten Jahre ein entsprechendes Arbeitszeugnis zu bekommen."

Welche Fristen gelten?

Wenn Sie es vers├Ąumt haben, direkt nach dem Zeugnis zu fragen, haben Sie laut gesetzlicher Frist drei Jahre ab Ende Ihres Arbeitsverh├Ąltnisses Zeit, ein qualifiziertes Zeugnis zu bekommen. Das zumindest ist die gesetzliche Regelung. Wenn aber in Ihrem Arbeits- oder Tarif-Vertrag eine andere Frist steht, so hat diese Frist Vorrang.

Auch hat das Landesarbeitsgericht Hamm geurteilt, dass die Ausschlussfrist statt drei Jahren nur ein Jahr betragen kann, um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu bekommen (LAG Hamm vom 09.09.2000, Az.: 4 Sa 714/99).

Anders sieht es mit einem einfachen Arbeitszeugnis aus ÔÇô das muss der Arbeitgeber ausstellen, solange noch Unterlagen zu dem Mitarbeiter vorliegen.

Wann kann ich ein Zwischenzeugnis anfordern?

Ein Zwischenzeugnis sollten Sie immer anfordern, wenn Sie die Gelegenheit dazu haben. Denn wenn Sie ein gutes Zwischenzeugnis haben, wird es sp├Ąter schwierig, ein weniger gutes Endzeugnis zu schreiben, falls Sie und das Unternehmen sich nicht im Guten trennen. Einen Anspruch haben Sie indes nur, wenn ein triftiger Grund vorliegt.

Dazu geh├Âren etwa der Wechsel des Vorgesetzten, eine Versetzung innerhalb des Unternehmens oder eine Bef├Ârderung. Auch wenn Sie eine Weiterbildung machen oder betriebliche Umstrukturierungen anstehen, ist es Zeit f├╝r ein Zwischenzeugnis.

Das gilt auch, wenn sie eine l├Ąngere Pause aufgrund von Elternzeit oder eines Sabbaticals einlegen. Auch wenn Sie sich auf eine neue Stelle bewerben, k├Ânnen Sie ein Zwischenzeugnis anfordern, doch ist das in der Regel taktisch eher unklug.

Die meisten Arbeitgeber wissen, dass Sie aus einem bestehenden Arbeitsverh├Ąltnis heraus nicht direkt ein Zeugnis vorlegen k├Ânnen.

Was tun, wenn man trotz Aufforderung kein Arbeitszeugnis erh├Ąlt?

Reagiert der Arbeitgeber nicht, nachdem Sie ihn dazu aufgefordert haben, Ihnen ein Arbeitszeugnis auszustellen, sollten Sie zun├Ąchst das pers├Ânliche Gespr├Ąch suchen. Denn meist ist es keine b├Âse Absicht, sondern scheitert schlicht am Personal.

Trotzdem sollten Sie den Arbeitgeber gleichzeitig erneut schriftlich zur Ausstellung eines Zeugnisses auffordern. Oft hilft es, wenn Sie direkt einen Zeugnisentwurf mitschicken. Das verringert den Arbeitsaufwand f├╝r das Unternehmen.

Haben Sie den Eindruck, dass auch das pers├Ânliche Gespr├Ąch und die erneute Aufforderung nicht gefruchtet haben, sollten Sie ein Mahnschreiben verschicken, in dem Sie darauf hinweisen, das Arbeitszeugnis nach Ablauf einer Frist von zwei Wochen ab Zugang der Mahnung einzuklagen. Verschicken Sie das Schreiben am besten als Einschreiben mit R├╝ckschein.

Hilft auch das nichts, bleibt Ihnen nur noch der Weg vors Arbeitsgericht, um Ihren Anspruch geltend zu machen. Suchen Sie sich daf├╝r die Hilfe eines Fachanwalts.

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