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Wollen Sie mehr Geld? Fünf Tipps für die Gehaltsverhandlung

Darf es etwas mehr sein?  

Fünf Tipps für die Gehaltsverhandlung

29.09.2020, 14:46 Uhr | mak, dpa-tmn, t-online

Wollen Sie mehr Geld? Fünf Tipps für die Gehaltsverhandlung. Mann bei seiner Chefin im Büro (Symbolbild): Gehaltsverhandlungen sind für viele Beschäftigte nicht leicht. (Quelle: imago images/Panthermedia)

Mann bei seiner Chefin im Büro (Symbolbild): Gehaltsverhandlungen sind für viele Beschäftigte nicht leicht. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Über Geld spricht man nicht, sagt der Volksmund. Und wenn es doch sein muss, haben viele Arbeitnehmer ein mulmiges Gefühl dabei. Das muss nicht sein. So gelingt Ihnen die Gehaltsverhandlung.

Es gibt wohl kaum ein Meeting, das Mitarbeitern mehr Schweißperlen auf die Stirn treibt als die Gehaltsverhandlung. Sie kann zum großen Triumph oder totalen Desaster werden.

Dabei lässt sich das Gespräch rund ums Geld sehr gut planen. Diese Tipps helfen Ihnen dabei – und sorgen im besten Fall für eine Gehaltserhöhung.

1. Sich selbst richtig einschätzen

"Man braucht nicht einfach nur Mut, sondern muss sich auch Klarheit darüber schaffen, warum die eigene Arbeit mehr wert ist", sagt Jutta Boenig von der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Für viele liegt hier das Problem. Während die Formulierung der eigenen Wünsche noch leicht erscheint, fällt es schwer, den beruflichen Selbstwert herauszufinden. Helfen kann Ihnen eine Auflistung aller beruflichen Erfolge der vergangenen Jahre.

Wenn Sie Freunde und Kollegen nach den eigenen Stärken fragen möchten, kann das bedingt sinnvoll sein. "Das sollte vor allem dazu führen, zu erfahren, wo man der Beste oder besonders viel wert ist", erklärt Klaus Moser, Wirtschaftspsychologe an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.

Wichtig: Informieren Sie sich vor dem Gespräch, wie viel Geld mit Ihrer Ausbildung in der Branche oder bei dem Unternehmen üblich ist. So können Sie verhindern, dass Sie deutlich zu viel verlangen. Gehaltsfachleute raten, auf fünf Prozent mehr zum Beispiel zu zielen. Das gilt aber nicht, wenn Sie auf eine Führungsposition aufsteigen.

2. Das Gespräch vorbereiten

Karriereberaterin Boenig empfiehlt einen Probelauf mit einem kompetenten Gegenüber, das durchaus einmal unbequeme Rückfragen stellen kann.

Brigitte Teuchert von der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung rät zudem, sich auf vermutete Fragen und Argumente des Gegenübers einzustellen. Argumente wie "Der Kollege verdient mehr, deshalb möchte ich das auch" sind dabei ein No-Go. "Das ist die ungeschickteste Art und Weise, in ein Gespräch zu gehen", warnt die Sprechwissenschaftlerin.

3. Den richtigen Zeitpunkt wählen

Wann der passende Zeitpunkt für Ihre Gehaltsverhandlung ist, lässt sich pauschal zwar nicht sagen. Karriereberater raten jedoch, in ein Gehaltsgespräch kurz vor oder nachdem Sie ein Projekt erfolgreich abschließen oder abgeschlossen haben. Denn dann können Sie direkt damit in das Gespräch hineingehen und es als Anlass nehmen.

4. Verhandlungsstrategie entwickeln

Mancher pokert gerne, wenn es um die Frage nach dem gewünschten Gehalt geht. Wenn das Pokern Ihnen aber nicht liegt, sollten Sie es besser lassen.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie gleich alle Karten auf den Tisch legen sollte. Stattdessen empfiehlt Teuchert: "Möglichst einen erwarteten Rahmen angeben, in dem sich das Gehalt bewegt."

Man müsse sich auch nicht auf eine konkrete Summe festlegen, sondern Sie könnten auch eine Paketlösung anstreben. Dabei werden Leistungen über das Gehalt hinaus, etwa ein Dienstwagen, bezahlte Sabbatzeit oder Wohnungsangebote in die Verhandlung mit aufgenommen.

Tipp: Statt von einer Gehaltserhöhung sollten Sie besser von einer Gehaltsanpassung sprechen.

5. Geschlechterunterschiede überwinden

Gehaltsverhandlungen fallen vor allem Frauen schwer. Das legen zumindest Studien wie die der beiden Wissenschaftlerinnen Kirsten Wüst und Brigitte Burkart von der Hochschule Pforzheim nahe. Darin haben fast 45 Prozent der befragten Frauen in Verhandlungen weniger Gehalt gefordert, als sie es für richtig hielten.

Teuchert rät vor allem Frauen, Konjunktive wie "hätte" oder "würde" zu vermeiden und sich vom Gesprächspartner seltener unterbrechen zu lassen. Das gelinge durch strukturierte Satzanfänge wie "In diesem Zusammenhang sind mir drei Dinge wichtig".

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa
  • karrierebibel.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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