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Ethereum – So funktioniert der heimliche Star der Kryptowelt


Konkurrenz zu Bitcoin?  

Ethereum – So funktioniert der heimliche Star der Kryptowelt

06.04.2021, 18:04 Uhr
Ethereum – So funktioniert der heimliche Star der Kryptowelt. Ein physischer Ether: Vernetzt die Plattform Ethereum mit ihrer Blockchain-Technologie bald die ganze Welt? (Quelle: imago images/agefotostock)

Ein physischer Ether: Vernetzt die Plattform Ethereum mit ihrer Blockchain-Technologie bald die ganze Welt? (Quelle: agefotostock/imago images)

Experten nennen Ethereum eine neue Generation der Kryptowährung – die unser Finanzsystem revolutionieren könnte. Was steckt dahinter?

Die dezentrale Plattform Ethereum wird meist in einem Atemzug mit der Kryptowährung Bitcoin genannt. Profitiert Bitcoin, steigt auch der Preis von Ethereum. Im April 2021 brach die Nummer Zwei aber mit dieser Regelung und setzte zum eigenen Höhenflug an.

Nachdem Bitcoin Mitte März sein neues Allzeithoch mit einem Kurswert von 60.000 Dollar gesetzt hatte, bewegte sich der Kurs trotz vieler Ausschläge tendenziell seitwärts. Einen weiteren Anstieg, wie in den ersten Monaten 2021, konnte der Kurs nicht verzeichnen. Gleichzeitig setzte Ethereum in demselben Zeitraum zu einer starken Rally an und erreichte neue Allzeitrekorde.   

Seit Jahren ist die 2015 veröffentlichte Plattform die unangefochtene Nummer zwei am Kryptomarkt und hat sich wie der Bitcoin fest etabliert. Experten der Branche sehen in den beiden Krypto-Produkten digitale Rohstoffe: Bitcoin sei das Gold, Ethereum das Öl

Tatsächlich treibt Ethereum die Kryptobranche an wie Öl einen Motor: Hinter Ethereum verbirgt sich ein ganzes Krypto-Ökosystem, das die Finanzwelt verändern könnte. Die Transaktionsgebühren in diesem Ökosystem werden mit der Währung ETH, auch Ether genannt, bezahlt.

t-online erklärt, was Ethereum genau ist, wo der Unterschied zu Bitcoin liegt und wie ein Ether überhaupt entsteht.

Was kann man mit Ethereum machen?

Ethereum ist vielseitig einsetzbar – es erstellt ein dezentrales Ökosystem auf Blockchainbasis. Diese ist bei Ethereum offen einsehbar. Ethereum bietet im Gegenteil zu Bitcoin aber mehrere Anwendungsmöglichkeiten. Diese sind:

  • Die Währung Ether
  • Die technische Basis für neue Kryptowährungen 
  • Neuartige Verträge, sogenannte Smart Contracts
  • Dezentralisierte Apps (DApps)
  • Die Ausgabe neuer Kryptomünzen, sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs) 

Viele Experten nennen Ethereum eine "Kryptowährung 2.0"– denn zahlreiche andere Kryptowährungen und Applikationen nutzen das Ökosystem. Ethereum dient damit als Baukasten für andere Produkte und als Hoffnungsträger für eine dezentralisierte Zukunft.

Für sogenannte DeFi, die Abkürzung für "dezentralisierte Finanzmärkte", spielt Ethereum  eine große Rolle. Das Krypto-Ökosystem könnte mit den sogenannten Smart Contracts die heutige Finanzwelt auf eine Blockchainbasis umstellen. Aktienwerte wie Adidas, SAP oder Tesla könnten dann zum Beispiel bequem mit der Blockchain-Technologie gehandelt werden – einen Mittelsmann wie die Börse bräuchte es dann nicht mehr.

Doch auch wenn Smart Contracts immer mehr Aufmerksamkeit in der Finanzwelt auf sich ziehen, ist der Star des Ethereum-Systems immer noch die Währung Ether.

Wo kann ich Ether kaufen?

Da ETH die zweitstärkste Kryptowährung ist, können Sie Ethereum sehr einfach kaufen. Die besten Anlaufstationen sind die großen Krypto-Börsen, etwa:

  • Binance
  • Coinbase
  • Kraken
  • Börse Stuttgart
  • Bitstamp

Hier profitieren Sie vom hohen Handelsvolumen und haben bei manchen Börsen, wie etwa Coinbase, auch eine Versicherung gegen Hackerangriffe. 

Eine Alternative zu den oben genannten zentralen Börsen bieten dezentrale Börsen. Hier halten Sie selbst Ihre Ether und den Schlüssel zur Ihrem Wallet, während die zentralen Anbieter Ihre Ether für Sie verwahren. Sie können also nur bei dezentralen Börsen Ihre Ether selbst auf einer Festplatte abspeichern

Welche Börse sich für welchen Anleger am besten eignet, haben wir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Kauf von Kryptowährungen erklärt. Hier finden Sie alle Informationen sowie wichtige Tipps und Tricks zum Kauf von Ethereum, Bitcoin und Co.

Für Anfänger lässt sich festhalten: Mit einer großen Börse können Sie unkompliziert Ether kaufen und verkaufen, ohne sich hohen Risiken eines Hacking-Angriffes oder eines Betruges auszusetzen. 

Wie entsteht Ether?

Wie bei Bitcoin entstehen auch bei Ethereum neue Ether-Coins durch das sogenannte Mining, auf Deutsch "schürfen". Hier werden die sogenannten Miner dafür bezahlt, komplexe Rechenaufgaben zu lösen und so einen Block auf der Blockchain zu verschlüsseln.

Miner sind Nutzer im Ethereum-Netz, die ihre Computerkapazitäten für das Netzwerk zu Verfügung stellen. Der Miner, der die Aufgabe zuerst gelöst hat, bekommt zur Belohnung einen neu generierten Ether. Wie eine Blockchain und das Mining im Detail funktionieren, erklären wir am Beispiel von Bitcoin hier

Wie Bitcoin benutzt auch Ethereum den sogenannten "Proof of work". Hier erhält nur der Miner die Belohnung für seine Rechenleistung, der als erster die mathematische Aufgabe zur Verschlüsselung des Blocks gelöst hat.

Der Proof of work steht in der Kritik, nicht effizient genug zu sein. Denn die Rechenleistung der anderen Computer, die gleichzeitig an der Aufgabe arbeiten, war am Ende umsonst. Ethereum ist mit seiner Blockchain dabei zwar schon effizienter als Bitcoin – es verbraucht nur die Hälfte des Stroms –, dennoch ist der Stromverbrauch immer noch enorm.

Ethereum will umweltfreundlicher werden

Dieser hohe Energieverbrauch schließt zudem einfache Nutzer vom Miningprozess aus, da die gängigen Computerkapazitäten nicht ausreichen. Wie bei Bitcoin haben sich auch bei Ethereum mit Mining-Pools Monopole gebildet, die im Ausland bei geringen Strompreisen regelrechte Miningfarmen aufgebaut haben. 

Der Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin hat deshalb angekündigt, dass die Plattform langfristig die Blockchain auf "Proof of Stake" (PoS) umstellen möchte. Das könnte die Energiekosten um 99 Prozent reduzieren, da PoS deutlich energieärmer und damit auch umweltfreundlicher ist.

Hier arbeiten nicht Tausende Rechner an einer Aufgabe, sondern ein Rechner wird zufällig ausgewählt, um einen Block zu verschlüsseln. Um ausgewählt zu werden, müssen Nutzer Ether als Pfand hinterlegen. Je mehr ein Nutzer hinterlegt, umso wahrscheinlicher wird er ausgewählt. 

Was ist der Unterschied zu Bitcoin?

Ethereum und Bitcoin unterscheiden sich in vielen Punkten. Die wichtigsten im Überblick:

  • Bitcoin ist älter. Die Währung erblickte 2009 das Licht der Welt, Ethereum kam erst 2015 auf dem Markt. 
  • Bitcoin ist eine Plattform, um Währungen auszutauschen – Ethereum kann mehr: Es ist eine Plattform, um dezentrale Applikationen wie Währungen, Apps oder Verträge zu erstellen.
  • Hinter dem Bitcoin-Erfinder steckt ein Pseudonym: Satoshi Nakamoto. Der Erfinder von Ethereum, Vitalik Buterin, steht mit seinem Namen für sein Produkt und gibt auch öffentliche Interviews. 
  • Bitcoins sind auf 21 Millionen begrenzt – bei Ethereum gibt es keine Begrenzung und damit keine Ressourcenknappheit.

Gibt es eine Ethereum-Aktie?

Nein, für Ethereum gibt es keine Aktie. Eine Aktie ist eine Beteiligung an einem Unternehmen. Das Ziel hinter Kryptowährungen und -plattformen wie Ethereum ist die dezentrale Struktur: Die Macht über das Produkt soll bei jedem Nutzer liegen und nicht bei einem Unternehmen. Daher wird nach dieser Grundidee auch nie ein Unternehmen hinter Ethereum stehen und somit können Sie als Anleger auch nie Ethereum-Aktien kaufen 

Langfristig könnte es möglich sein, dass Sie in Unternehmen investieren können, die in der Kryptobranche tätig sind. Bei Bitcoin ist dies bereits möglich. So können Sie Aktien des Unternehmens Bitcoin Group SE kaufen, das hinter dem deutschen Krypto-Handelsplatz Bitcoin.de steht.

Wenn Sie nicht direkt in Ether investieren möchten, sondern indirekt vom Kurs profitieren wollen, bietet unter anderem die Börse Stuttgart eine Möglichkeit. Hier gibt es mit den speziellen Wertpapieren namens ETPs (Exchange Traded Products) eine Form der Inhaberschuldverschreibung.

Mit Futures vom Ether-Kurs profitieren

Das Vermögen des ETP wird vollständig durch den Herausgeber der Schuldverschreibung mit Ether hinterlegt, sodass das Produkt den Kursverlauf eins zu eins nachbildet. Statt sich online eine Geldbörse anzulegen, können Anleger Ethereum-ETPs wie Aktien handeln.

Seit Anfang Februar 2021 ist an der Börse Chicago zudem der Handel mit Ethereum-Futures möglich. Bei diesen Terminkontrakten verpflichtet sich ein Käufer, Ether zu einem festen Preis und einem festen Datum zu kaufen. Damit sichern sich Käufer und Verkäufer gegen Kursschwankungen ab. Futures werden etwa genutzt, um Rohstoffe wie Öl oder Weizen oder auch Aktien, Anleihen und Devisen zu handeln. Es ist also ein bewährtes Finanzprodukt, das dennoch Risiken für Börsen-Anfänger birgt. 

Wird Ethereum weiter steigen?

Das kommt auf die Entwicklung der gesamten Krypto-Finanzwelt an. Der Kurs von Ethereum lief in der Vergangenheit relativ ähnlich zu dem des Bitcoin und konnte so auch von den jüngsten Booms profitieren. Wie auch bei Bitcoin sehen Branchenexperten bei der Kryptowährung Ether noch hohe Wachstumschancen.

Der Krypto-Forscher Qiao Wang, Mitgründer des Krypto-Datenanbieters Messari, geht von einem Preisziel zwischen 5.000 und 20.000 Dollar pro Ether aus. Zudem beäugen viele institutionelle Investoren, die bereits in Bitcoin investiert sind, nun die Nummer zwei der Kryptowährung genau.

Öffnen sich die institutionellen Anleger auch für Ether?

Manche großen Anbieter stützen bereits Ethereum. So hat sich etwa Paypal nicht nur für Bitcoin, sondern auch für Ethereum geöffnet. Auch Mastercard will noch 2021 Zahlungen per Kryptowährungen einführen. Ob Ethereum dabei ist, ist noch nicht bekannt – es soll neben Bitcoin nach Medienberichten aber ein Kandidat sein.

Die institutionelle Unterstützung sorgte bei Bitcoin für einen rasanten Kursanstieg 2020 und eine größere Anerkennung in der Finanzwelt. Wenn Ethereum ähnliche Unterstützung von institutionellen Anlegern erhält, kann auch hier von einem weiteren Wachstum ausgegangen werden. 

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