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Hoffnung auf das schnelle Geld ‚Äď so funktionieren Bitcoins

Von Nele Behrens

Aktualisiert am 04.05.2022Lesedauer: 7 Min.
Bitcoins inmitten von Goldbarren: Ist die Währung bald das digitale Gold?
Bitcoins inmitten von Goldbarren: Ist die Währung bald das digitale Gold? (Quelle: Alexander Limbach/imago-images-bilder)
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Bitcoin sorgt mit rasanten Kursspr√ľngen f√ľr Aufsehen und lockt mit vermeintlich schnellen Gewinnen. B√∂rsenexperten sprechen sogar vom digitalen Gold. Doch was steckt eigentlich hinter der W√§hrung?

Es war eine Rekordjagd, die ihresgleichen sucht: Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin knackte im Winter 2020 konstant seine eigenen Rekorde. Mehr als 40.000 US-Dollar war ein digitaler Coin Anfang 2021 wert, bis zur Mitte des Jahres erreichte die Kryptowährung mit 68.789,63 Dollar ihr bisheriges Allzeithoch.

Die rasanten Kursanstiege haben dem Bitcoin zu viel Aufmerksamkeit verholfen ‚Äď sowohl von Privatanlegern als auch von professionellen Investoren. Doch was steckt eigentlich hinter der Digitalw√§hrung? Ist sie sicher? Und wo bekommt man die digitalen M√ľnzen her? t-online beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was sind Bitcoins?

Bitcoin ist eine Kryptowährung, die 2009 eine Person namens Satoshi Nakamoto als Antwort auf die Weltfinanzkrise entwickelte. Bis heute ist nicht bekannt, wer hinter diesem Pseudonym steht.

Einzige Recheneinheit der sogenannten Kryptow√§hrung sind die Bitcoins selbst. Sie haben keinen fassbaren Gegenwert, wie etwa Goldm√ľnzen, sondern existieren nur als Bytes auf Computern, Festplatten oder Smartphones. Gehandelt werden Bitcoins auf Krypto-B√∂rsen.

Hier können Nutzer die Coins entweder gegen andere Kryptowährungen tauschen oder gegen herkömmliche Währungen wie Dollar oder Euro. Der Kurs an den Börsen zeigt an, wie viele Dollar oder Euro ein Nutzer bezahlen muss, um einen Bitcoin zu erhalten. Es ist also der aktuelle Marktwert des Bitcoins.

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Die urspr√ľngliche Idee der Bitcoin-Erfinder: Wer die W√§hrung nutzt, soll Transaktionen, also Gesch√§fte, ohne den Einfluss von Banken, Regierungen oder Finanzinstituten durchf√ľhren k√∂nnen. M√∂glich macht dies die sogenannte Blockchain-Technologie. Sie ist vergleichbar mit der Buchf√ľhrung von Banken. Vereinfacht gesagt wird jede Transaktion mit Bitcoins auf der Blockchain gesichert und die Blockchain auf allen Rechnern, die direkt mit Bitcoin handeln, hinterlegt.

So ist nicht eine einzelne Institution, etwa eine Zentralbank, in der Kontrolle √ľber die W√§hrung, sondern jeder, der mit Bitcoins handelt. Durch die komplexen Rechenaufgaben, mit denen die einzelnen Bl√∂cke ‚Äď und damit die Transaktionsdaten ‚Äď der Blockchain verschl√ľsselt werden, gilt es als ein sehr sicheres Konzept. Betrug wird so deutlich erschwert.

Wie seriös sind Bitcoins?

Das Image des Bitcoins wandelt sich aber stark: Im M√§rz des vergangenen Jahres erkannte die BaFin (Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht) Bitcoin offiziell als Finanzinstrument an. Zu einer offiziellen W√§hrung hat die BaFin Bitcoin damit aber nicht erkl√§rt, sondern viel mehr als privates Zahlungsmittel, das von vielen Parteien akzeptiert wird.

Den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels hat Bitcoin damit allerdings nicht ‚Äď zumindest in Deutschland. In anderen L√§ndern wie Venezuela oder der Zentralafrikanischen Republik ist Bitcoin mittlerweile als offizielles Zahlungsmittel anerkannt.

Durch den Boom der Kryptow√§hrung sind die Einstiegsh√ľrden in den Finanzsektor deutlich geringer. Viele Unternehmen entdecken Kryptow√§hrungen als neues Gesch√§ftsfeld. So erlaubt etwa der Zahlungsdienstleister Paypal seinen Kunden seit Oktober 2020, Kryptow√§hrungen wie Bitcoin oder die kleineren Geschwister Ether und Litecoin auch mit Paypal zu kaufen und zu verkaufen.

Seit 2021 k√∂nnen US-Amerikaner auch Waren mit den digitalen W√§hrungen bezahlen ‚Äď bei Millionen Onlinepartnern. Vorher nahmen nur wenige Unternehmen und Gesch√§fte Kryptow√§hrungen als allt√§gliches Zahlungsmittel an.

Große Investoren entdecken Bitcoin

Und noch eine Entwicklung st√§rkt die Legitimit√§t des Bitcoins und holt ihn aus der einstigen Schmuddelecke des Internets: Inzwischen investieren immer mehr Fondsmanager das Geld ihrer Anleger in Bitcoin. Beim j√ľngsten Bitcoin-Boom 2017 waren es dagegen vor allem Privatanleger, die in die Kryptow√§hrung investierten.

Hintergrund dieses Ph√§nomens ist, dass in der Corona-Krise viele Staaten ihre Wirtschaft mit hohen Summen an Hilfsgeldern stimulierten. Investoren f√ľrchteten zunehmend eine Inflation. Zudem waren die Zinsen gering, die Risikobereitschaft war bei vielen Anlegern hoch.

Analysten zufolge hat sich die Digitalw√§hrung als Anlageform mit vermeintlichem Schutz vor der Entwertung des klassischen Geldes gemausert. Bitcoin werde von den Investoren daher immer mehr wie andere Rohstoffe ‚Äď etwa Gold ‚Äď behandelt und steige damit im Kurs.

Allerdings: Im Jahr 2022 erinnerte der Bitcoin die Anleger auch daran, dass es sich bei der Kryptowährung um eine höchst volatile Anlageklasse handelt. Zwischenzeitig halbierte sich der Wert im Vergleich zu seinem Allzeithoch 2021.

Wie kommt man an Bitcoins?

Wer also an die Zukunft der Digitalwährung glaubt und einsteigen möchte, bevor alle Bitcoins generiert sind, hat verschiedene Möglichkeiten, in Bitcoins zu investieren.

  • Zentralisierte B√∂rsen, an denen Sie Bitcoins direkt kaufen oder verkaufen k√∂nnen
  • Dezentrale B√∂rsen, an denen Sie Bitcoins anonym handeln k√∂nnen
  • Bitcoin-ETPs, spezielle Wertpapiere, deren Preis sich vom Bitcoin ableitet

Die g√§ngigste sind die sogenannten zentralisierten B√∂rsen. An ihnen lassen sich Bitcoins leicht kaufen oder verkaufen. In diese Kategorie fallen die bekanntesten Anbieter wie Coinbase, Binance, Kraken und Geminini. Hinter den Handelspl√§tzen stehen private Firmen, die von ihren Kunden eine Identifizierung mit Ausweispapieren verlangen ‚Äď sie sind also nicht anonym.

Die gro√üen B√∂rsen verf√ľgen √ľber ein hohes Handelsvolumen, eine hohe Liquidit√§t und manche B√∂rsen versichern einen Teil der Verm√∂genswerte gegen Cyberkriminalit√§t. Diese gilt aber nur, wenn ein Anleger aufgrund eines Fehlers des Unternehmens Coins verliert.

Begehrtes Ziel f√ľr Hackingangriffe

Denn die B√∂rsen bieten mit ihren privaten Servern, auf denen Kundendaten und Bitcoins ruhen, auch ein Ziel f√ľr Kriminelle. Immer wieder ist es in der Vergangenheit zu Hackingangriffen gekommen. Mit dem Anbieter Binance war auch schon eine der gr√∂√üten B√∂rsen betroffen.

Zudem lagern die Bitcoins nicht auf den eigenen Rechnern, sondern auf den Servern der Anbieter. Auch Sicherheitsmerkale, wie der Wiederherstellungsschl√ľssel (die sogenannte "Seed"-Sequenz) und der Sicherheitsschl√ľssel ruhen nicht in der Hand des Nutzers. Daf√ľr sind diese Anbieter einfach f√ľr Neueinsteiger zu nutzen und der Zugriff auf die Bitcoins ist von √ľberall aus mit einer Internetverbindung m√∂glich.

Wer dagegen die Bitcoins selbst verwalten m√∂chte, kann Bitcoins √ľber dezentrale B√∂rsen kaufen und sein Wallet auf der eigenen Festplatte speichern.

Bei dezentralen B√∂rsen ist jeder Computer Teil des Systems. Diese Struktur sorgt daf√ľr, dass die Handelspl√§tze deutlich sicherer vor Hackergangriffen sind, aber auch Regulierungen sind in diesem System nicht durchzusetzen. Bei diesen B√∂rsen wird meist auf die Identifizierung verzichtet. Jeder Anleger kann die Plattform nutzen, wie er m√∂chte ‚Äď f√ľr legale, aber auch illegale Zwecke.

Kryptowährungen an der Deutschen Börse handeln

Vertrauter geht es da an der Börse Xetra zu, an der Anleger seit 2020 in Bitcoins investieren können. Hier gibt es mit den speziellen Wertpapieren namens ETPs (Exchange Traded Products) eine Form der Inhaberschuldverschreibung. Das Vermögen des ETP wird vollständig durch den Herausgeber der Schuldverschreibung mit Bitcoins hinterlegt, sodass das Produkt den Kursverlauf eins zu eins nachbildet.

Statt sich online eine Geldb√∂rse anzulegen, k√∂nnen Anleger Bitcoin-ETPs an der regul√§ren B√∂rse handeln. Bei manchen Angeboten steht es ihnen sogar frei, ihre Anteile in Bitcoins ausgezahlt zu bekommen. Das erspart den Weg √ľber Drittanbieter. Die B√∂rse wird zudem mit Liquidit√§t und hohen Regulierungsstandards verbunden.

Kann man mit Bitcoins Geld verdienen?

Ja. Es kann aber ebenso schnell verloren gehen. Denn Bitcoins sind ‚Äď zumindest aktuell ‚Äď noch haupts√§chlich ein Spekulationsobjekt. Der Wert der W√§hrung unterliegt starken Schwankungen.

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Die gro√üe Hoffnung auf das schnelle Geld hat Bitcoin nach dem ersten Hype aus der Tech-Nische herauskatapultiert. Pl√∂tzliche Bitcoin-Million√§re befl√ľgelten bei vielen Anlegern eine Art digitalen amerikanischen Traum. Doch die Kryptow√§hrung stellt f√ľr Anleger auch ein gro√ües Risiko dar: Beim vergangenen Boom 2017 stieg der Kurs auf fast 20.000 Dollar und rutschte sp√§ter wieder auf knapp 3.000 Dollar ab. Wer hier zu sp√§t einstieg, verzeichnete zwischenzeitlich gro√üe Verluste.

Die Zukunft des Bitcoins spaltet selbst die Marktexperten. So nannte die Bank of America Bitcoin im Januar 2021 die ‚ÄěMutter aller Blasen‚Äú und zog Vergleiche zu der H√§user-Blase 2008/2009 oder der Dotkom-Blase Ende der 90er-Jahre.

Bitcoins entstehen immer langsamer

Dagegen ist die Investmentgesellschaft Blackrock √ľberzeugt, dass Bitcoin gekommen sei, um zu bleiben. Der Fakt, dass Bitcoins eine endende Ressource sind, stimmt einige Analysten positiv. Aktuell steige die Nachfrage nach Bitcoins viel schneller als neue W√§hrungseinheiten generiert werden k√∂nnten. Tats√§chlich verlangsamt sich mit der steigenden Zahl der Bitcoins die Produktion neuer Einheiten ‚Äď auch das ist Teil der Programmierung.

Wie funktionieren eigentlich Bitcoins?

Neue Bitcoins entstehen durch das sogenannte Sch√ľrfen, im Englischen mining genannt. Dieser Prozess ist wiederum mit der Blockchain verbunden. Um den Entstehungsprozess eines Bitcoins nachzuvollziehen, ist es wichtig, den Ablauf der Blockchain zu verstehen.

Die Blockchain ist vergleichbar mit einem Register, das viele einzelne Karten hat. Jede Transaktion wird von jedem Nutzer auf eine Registerkarte aufgeschrieben. Wenn die Karte voll ist, wird sie abgelegt und verschl√ľsselt.

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Diese Verschl√ľsselung erfolgt durch eine hochkomplexe Rechenaufgabe. Diese kann man sich mit einem Zauberw√ľrfel verdeutlichen. Die vollgeschriebene, aber unverschl√ľsselte Registerkarte ist der noch nicht gel√∂ste W√ľrfel.

Alle Personen des Netzwerkes versuchen nun herauszufinden, mit welchen Bewegungen der W√ľrfel komplett nach Farben geordnet werden kann und schreiben den L√∂sungsweg auf. Wenn der W√ľrfel gel√∂st ist, ist die Verschl√ľsselung abgeschlossen und er wird als sogenannter ‚ÄěBlock‚Äú abgelegt. Mehrere dieser Bl√∂cke ergeben schlie√ülich die Blockchain.

Rechenleistung wird mit Bitcoins belohnt

Wenn jemand nun versucht, etwas an einem abgelegten Block zu ver√§ndern, kann das von jedem Nutzer entdeckt werden. Denn dann w√ľrde auf einmal der L√∂sungsweg nicht mehr zum Ergebnis des Blockes passen ‚Äď um beim Beispiel des W√ľrfels zu bleiben: Er w√§re nicht mehr s√§uberlich nach Farben sortiert.

F√ľr diese Rechenaufgabe gibt es eine Belohnung: Wenn ein Computer die Aufgabe l√∂st, bekommt der Besitzer Bitcoins. Dieser Ertrag wird aber alle vier Jahre halbiert, man spricht vom Halving. So bekommen die sogenannten Miner auch immer weniger Bitcoins f√ľr das Verschl√ľsseln eines Blocks.

Hat ein Miner 2009 noch 50 Bitcoins pro verschl√ľsselten Block bekommen, waren es 2020 nur noch 6,25 Bitcoins. Der Prozess verlangsamt sich also, das Wachstum der Bitcoin-Menge ist endlich. Gesch√§tzt wird der letzte Bitcoin 2140 entstehen.

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Solange ein Interesse an der Kryptow√§hrung bestehen bleibt, ist es also m√∂glich, dass die Nachfrage immer wieder das Angebot √ľbersteigen kann ‚Äď und es damit zu Kursanstiegen kommt.

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