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Equal Pay Day: An welchem Datum ist er? Was bedeutet er?


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Tag der Entgeltgleichheit
In diesem Jahr gilt für den Equal Pay Day eine Besonderheit


Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 3 Min.
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Equal Pay Day 2024: Frauen in Deutschland haben im vergangenen Jahr pro Stunde durchschnittlich 18 Prozent weniger verdient als Männer.Vergrößern des Bildes
Equal Pay Day 2024: Frauen in Deutschland haben im vergangenen Jahr pro Stunde durchschnittlich 18 Prozent weniger verdient als Männer. (Quelle: Christian Ditsch/imago-images-bilder)

Der Tag der Entgeltgleichheit fällt 2024 auf den 6. März. Wir erklären, wovon das Datum abhängt und warum es den Equal Pay Day überhaupt gibt.

Der Weg zur Gerechtigkeit scheint kein leichter zu sein: Der Lohnabstand zwischen Frauen und Männern liegt im vierten Jahr in Folge unverändert bei 18 Prozent. Geht es in diesem Tempo weiter, dauert es noch viele Jahrzehnte, bis Frauen genauso viel verdienen wie Männer.

Um den Prozess zu beschleunigen, haben Aktivisten den Equal Pay Day ins Leben gerufen, den Tag der Entgeltgleichheit. t-online erklärt, warum er in diesem Jahr erneut auf den 6. März fällt und was an diesem Tag genau geplant ist.

Am Wochenende sprechen wir im "Tagesanbruch"-Podcast mit Familienministerin Lisa Paus anlässlich des Equal Pay Days über die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen und wie diese kleiner werden kann. Die Folge finden Sie am Samstagmorgen hier auf t-online oder auf allen Podcastplattformen wie Spotify oder Apple Podcasts.

Was ist der Equal Pay Day überhaupt?

Der Equal Pay Day ist ein internationaler Aktionstag, der darauf aufmerksam macht, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Er markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke, den sogenannten Gender-Pay-Gap.

Dieser gibt den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst wieder. Laut Statistischem Bundesamt liegt der Gender-Pay-Gap in Deutschland aktuell bei 18 Prozent.

Der Equal Pay Day will nicht nur ein Bewusstsein für die ungleichen Löhne und Gehälter schaffen, sondern auch für deren Ursachen (mehr dazu unten). Letztlich ist es das Ziel, die Lohnlücke zu schließen.

Warum ist der Equal Pay Day 2024 am 6. März?

Das Datum hängt von der Größe der Lohnlücke ab: Je größer sie im vergangenen Jahr war, desto weiter hinten im Kalender liegt der Equal Pay Day.

Die Idee hinter der Berechnung: Bis zum Equal Pay Day arbeiten Frauen im Vergleich zu Männern quasi umsonst, erst danach beginnt für sie das Arbeitsjahr, in dem sie relativ gesehen überhaupt etwas verdienen. Rechnet man den Wert in Tage um, arbeiten Frauen insgesamt 66 Tage umsonst.

2024 gibt es allerdings eine Besonderheit: Obwohl die Lohnlücke seit dem Vorjahr gleich groß geblieben ist, findet der Tag der Entgeltgleichheit schon am 6. März statt – und nicht erst wie 2023 am 7. März. Das liegt daran, dass 2024 ein Schaltjahr ist und im Februar sozusagen einen Tag mehr gearbeitet wurde.

Was passiert am Equal Pay Day 2024?

Am Equal Pay Day 2024 laden Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Unternehmen und andere Organisationen unter dem Motto "Höchste Zeit für Equal Pay!" zu Veranstaltungen ein, die sich mit mehr Lohngerechtigkeit in Deutschland befassen.

In diesem Jahr rückt die Initiative den Zusammenhang zwischen Zeit und Geld in den Mittelpunkt. Fast jede zweite Frau arbeitet Teilzeit, um den Großteil der Betreuungsaufgaben in Familie, Haushalt und Pflege zu übernehmen. Bei den Männern ist hingegen nur jeder Zehnte teilzeitbeschäftigt.

Am Equal Pay Day gibt es unter anderem Vorträge und Workshops zu den Themen Gehaltsverhandlung, Care-Arbeit oder finanzielle Unabhängigkeit. In mehreren Städten sind zudem Demonstrationen geplant. Das komplette Programm finden Sie auf der Kampagnenwebsite.

Warum verdienen Frauen weniger?

Das hat vielfältige Gründe. Ein Großteil der Lohnlücke lässt sich mit sogenannten strukturellen Unterschieden erklären. So arbeiten Frauen beispielsweise häufiger in Berufen, die generell schlechter bezahlt sind, übernehmen seltener Führungspositionen und gehen öfter in Teilzeit als Männer.

Doch auch in der gleichen Position und mit gleicher Erfahrung sowie Qualifikation klafft zwischen dem Gehalt von Frauen und Männern immer noch eine Lücke von 6 Prozent (bereinigter Gender-Pay-Gap). Lesen Sie hier ausführlicher, welche Ursachen dem Gender-Pay-Gap zugrunde liegen.

Was fordern Frauen am Equal Pay Day?

Um mehr Lohngerechtigkeit zu erreichen, gibt es eine ganze Reihe von Forderungen. Eine Auswahl:

  • Der Staat soll bei jedem neuen Gesetz oder Vorhaben die Auswirkungen auf die Gleichstellung berücksichtigen.
  • Werden gesetzliche Regeln zur Förderung der Gleichstellung nicht eingehalten, soll es Sanktionen geben.
  • Das Ehegattensplitting bei der Steuer soll abgeschafft werden.
  • Geschlechterstereotype sollen aufgebrochen werden.
  • Lehrpläne sollen überarbeitet werden, um klischeefreies Lernen zu ermöglichen. Es soll ein Schulfach "Wirtschaft" geben.
  • Arbeitgeber sollen flexibles Arbeiten ermöglichen.
  • Soziale Berufe müssen besser vergütet werden.
  • Mütter und Väter sollen Sorge- und Erwerbsarbeit partnerschaftlicher aufteilen.
  • Alle Unternehmen sollten ihre Gehaltsstrukturen offenlegen.

Wie ist der Equal Pay Day entstanden?

Der Tag für gleiche Bezahlung hat seinen Ursprung in den USA. Ein Zusammenschluss von Frauen- und Bürgerrechtsorganisationen, Gewerkschaften und religiösen wie beruflichen Vereinigungen rief ihn 1966 ins Leben.

Damals erhielt eine Frau im Schnitt nur 59 Cent für jeden Dollar, den ein Mann verdiente. Zehntausende Frauen und Männer machen seitdem jedes Jahr mit verschiedenen Aktionen auf die Lohnlücke aufmerksam.

Erster Equal Pay Day lag noch im April

In Deutschland kam es erst 2007 zur Initiative "Rote Tasche", die der deutsche Ableger des US-amerikanischen Frauen-Berufsnetzwerks Business and Professional Women forcierte. Die roten Taschen symbolisierten die "roten Zahlen", in denen die Frauen standen und die dazu führten, dass sie "weniger in der Tasche" hatten als Männer.

2008 fand dann auf Initiative des Netzwerks der erste Equal Pay Day in Deutschland statt – damals noch am 18. April.

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