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Wunschgewicht durch Trinkmahlzeiten? So gesund ist die Flüssignahrung


Wunschgewicht erreichen
Trinkmahlzeiten aus dem Supermarkt: Sind sie zum Abnehmen geeignet?

  • Lynn Zimmermann
Von Lynn Zimmermann

Aktualisiert am 15.09.2023Lesedauer: 3 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Protein-Shakes: Nicht alle mögen den Geschmack.Vergrößern des Bildes
Trinknahrung: Regelmäßiger Mahlzeitenersatz kann nachteilig für die Gesundheit sein. (Quelle: MurzikNata/Getty Images)

Lecker und unkompliziert – damit werben Hersteller von Flüssigmahlzeiten. Aber können sie auch beim Abnehmen helfen? Und wie gesund sind die Produkte?

Abnehmen, Nährstoffzufuhr optimieren und die Proteinversorgung decken – all das sind Gründe, warum immer mehr Menschen zu flüssigem Mahlzeiten-Ersatz greifen. Aber erfüllen die Trinkmahlzeiten wirklich die Anforderungen, um den Wünschen der Konsumenten zu entsprechen?

Was sind Trinkmahlzeiten?

Trinkmahlzeiten sind energiereiche Flüssignahrung, die eine gewisse Menge an Protein, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen enthalten. Sie sind grundsätzlich darauf ausgelegt, eine vollwertige Mahlzeit zu ersetzen.

Allerdings sollten sich Konsumenten darüber im Klaren sein, dass die Zusammensetzung von Trinkmahlzeiten keiner gesetzlichen Kontrolle unterliegt. Die Nährstoffkonzentrationen der einzelnen Produkte können somit stark variieren.

Abnehmerfolg durch Flüssigmahlzeiten?

Trinkmahlzeiten sollen eine vollwertige Mahlzeit ersetzen – etwa zur Zeitersparnis oder wenn andere Nahrung gerade nicht zugänglich ist. Damit unterscheiden sie sich grundsätzlich von Abnehm-Drinks, sogenannten Formula-Diäten oder Proteinshakes. Trinkmahlzeiten sind somit nicht prinzipiell dazu geeignet, abzunehmen oder die Proteinzufuhr zu verbessern. Diese Unterscheidung ist für viele Menschen jedoch nicht eindeutig.

Und: Wenn Sie statt einer Mahlzeit nur ein Getränk zu sich nehmen, fehlt das Gefühl von "fester Nahrung". Dadurch kann Heißhunger auftreten und Sie nehmen unter Umständen mehr Kalorien zu sich als geplant, gibt die Verbraucherzentrale zu bedenken.

Formula-Diät

Diese Art der Flüssignahrung ist darauf ausgelegt, eine Mahlzeit durch ein kalorienreduziertes Produkt zu ersetzen und dadurch beim Abnehmen zu helfen. Die Zusammensetzung der Produkte ist durch die Diätverordnung geregelt und die Kalorienmenge auf 800 bis 1.200 Kilokalorien pro Tag reguliert. Eine Formula-Diät sollte immer ärztlich begleitet werden.

Der flüssige Mahlzeiten-Ersatz könne dennoch durchaus dazu beitragen, dass sich manche Menschen gesünder ernähren und sogar abnehmen, wenn die Ernährung ansonsten hauptsächlich aus Fertigprodukten und Fast Food bestünde, erklärt die Ernährungsexpertin Daniela Kielkowski t-online.

Ein Problem sieht sie jedoch in den mangelnden gesetzlichen Standards und dem fehlenden Nachweis, dass die angegebenen Nährstoffe auch in biologisch verwertbarer Form vorliegen. Die Zusammensetzung der verschiedenen Trinkmahlzeiten ist daher sehr unterschiedlich und eine Bewertung der Inhaltsstoffe für Laien oft schwierig. Auf diese Weise könne es bei der Wahl ungeeigneter Produkte zu einer einseitigen Nährstoffaufnahme kommen.

Daniela Kielkowski: Ärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt in der Ernährungsmedizin
Daniela Kielkowski: Ärztin mit Tätigkeitsschwerpunkt in der Ernährungsmedizin (Quelle: Daniela Kielkowski/T-Online-bilder)

Info

Daniela Kielkowski ist Ärztin mit einem Tätigkeitsschwerpunkt auf Ernährungs- und Präventivmedizin. In Ihrer Praxis in Berlin fokussiert sie sich auf Menschen mit Gewichtsproblemen und Stoffwechselerkrankungen.

Trinkmahlzeiten: Überdosierung bestimmter Nährstoffe riskant

Eine einseitige Nährstoffaufnahme bedeutet in diesem Fall, dass entweder zu wenig oder zu viel eines bestimmten Nährstoffs in dem Produkt enthalten ist. Beides ist bei regelmäßigem Verzehr nicht gesund.

Insbesondere eine Überdosierung mit bestimmten Nährstoffen sei schnell möglich, schreibt die Verbraucherzentrale. Denn: Viele der untersuchten Trinkmahlzeiten deckten schon mit nur einer Portion mehr als die Hälfte der täglich empfohlenen Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Einige Produkte überstiegen die Empfehlungen sogar bereits mit einer einzigen Portion.

In der Untersuchung der Verbraucherzentrale waren davon vor allem die Vitamine A und B9, sowie Calcium betroffen. Aber auch der Gehalt an gesättigten Fettsäuren war in manchen Produkten zu hoch. "Wer die Ersatzmahlzeiten regelmäßig zu sich nimmt, sollte einen Blick auf die Vitamin- und Mineralstoffangaben des Produkts werfen – insbesondere bei einer zusätzlichen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln", gibt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bremen zu bedenken.

Der Grund: Das Zuviel an Nährstoffen kann zu Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit und Durchfall führen, da in kurzer Zeit sehr viele Nährstoffe aufgenommen werden, was die Verdauung überfordern kann.

Zusätzlich müssen die Nährstoffe über die Leber entgiftet und die Niere ausgeschieden werden. Eine Langzeit-Einnahme hoher Konzentrationen von Vitaminen und Mineralstoffen könne somit durchaus eine Belastung für den Körper darstellen, weiß die Ernährungsexpertin. Die Folge können Kopfschmerzen oder eine gestörte Nierenfunktion sein.

Große Unterschiede im Ballaststoffgehalt

Auch die zugesetzten Ballaststoffe können Auswirkungen auf die Verdauung haben. Dabei enthalten einige Produkte zu viele Ballaststoffe, andere deutlich zu wenig, lautet das Ergebnis der Verbraucherzentrale. Ist die Ballaststoffkonzentration zu hoch, reicht die normale Flüssigkeitszufuhr vieler Menschen nicht aus und es kann zu Blähungen und Bauchschmerzen kommen.

Ist der Ballaststoffgehalt zu niedrig, kann das zu Verstopfung führen und auf Dauer der Darmgesundheit schaden. Für ein optimales Gleichgewicht empfehlen Ernährungsexperten daher täglich 30 Gramm Ballaststoffe über die Nahrung aufzunehmen.

Expertin fordert Arzneimittelkontrolle für Trinkmahlzeiten

Nach Meinung der Ernährungsexpertin Daniela Kielkowski wäre es notwendig, Trinkmahlzeiten der Arzneimittelkontrolle zu unterstellen, um die bestmöglichen Inhaltsstoffe zu garantieren. Dann sei dem regelmäßigen Verzehr von Trinkmahlzeiten nichts entgegenzusetzen. Ein gesetzliches Siegel könne zudem dabei helfen, Menschen die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Produkt zu erleichtern.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Interview mit Daniela Kielkowski (Stand: Oktober 2022)
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