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Diskussion bei "Hart aber fair": "Werbung für Nutella unverantwortlich"


"Werbung für Nutella ist unverantwortlich"

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Aktualisiert am 21.01.2014Lesedauer: 3 Min.
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Bei "Hart aber fair" stand diesmal das Thema Zucker im Mittelpunkt.
Bei "Hart aber fair" stand diesmal das Thema Zucker im Mittelpunkt. (Quelle: WDR / Klaus Görgen)
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Ob Müsli, Limo oder Fruchtjoghurt: In unserem Essen steckt zu viel Zucker. Mehr als 32 Kilogramm isst jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Das Süßungsmittel macht uns dick und krank - zumindest wenn man zu viel davon isst. Darin sind sich Experten einig. Doch warum essen wir so viel davon, obwohl wir es besser wissen? Macht uns die Lebensmittelindustrie gezielt süchtig? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der ARD-Sendung "Hart aber fair", die gestern Abend ausgestrahlt wurde.

Frage der Schädlichkeit wurde nicht diskutiert

"Auf Zucker - wie krank macht uns die Droge wirklich?" - unter diesem Titel startete die Sendung. Zur Diskussion mit Moderator Frank Plasberg waren der Diabetes-Experte Professor Wieland Kiess, der Lebensmittelmanager Ulrich Nöhle, der Medizin-Journalist Doktor Werner Bartens, der Sportler und Diabetiker Matthias Steiner sowie Foodwatch-Expertin Anne Markwardt geladen.

Zu Beginn starteten die Gäste mit durchaus interessanten Thesen. Werner Bartens beispielsweise sagte: "Keine Studie beweist, dass Zucker wirklich ungesund ist. Wichtig ist beim Essen vor allem das richtige Maß." Der Wissenschaftsjournalist isst nach eigenen Angaben täglich ein Stück Kuchen - und zwar ohne schlechtes Gewissen. Doch ab wann wird Zucker schädlich? Und sind industriell hergestellte Lebensmittel schädlicher als selbst gebackene Kuchen? Die Fragen standen im Raum, wurden aber nicht weiter verfolgt.

Im Müsli mehr Zucker als im Schokobrötchen?

Stattdessen lenkte Moderator Plasberg das Thema schnell auf die Lebensmittelindustrie. Ein Einspieler sollte zeigen, wie schnell man sich bei Zuckermengen in Lebensmitteln verschätzt: In dem Film wurden Passanten aufgefordert, die Zuckermengen von Marmeladenbrötchen, Nutellabrötchen und einer Portion Müsli zu schätzen. Das überraschende Ergebnis: Müsli enthält angeblich am meisten Zucker. Im Dunkeln blieb allerdings, ob an dieser Stelle der Kohlenhydrat- oder Zuckergehalt verglichen wurden. Denn aus ernährungsphysiologischer Sicht macht dies durchaus einen Unterschied.

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Werbung für Nutella "unverantwortlich"

Interessant wurde die Diskussion bei der Frage der Verantwortung: Wer muss dafür sorgen, dass Kinder nicht zu früh an Zucker gewöhnt werden? Diabetes Experte Wieland Kiess von der Uni-Klinik Leipzig sagte: "Kinder werden im frühen Alter darauf geprägt, Zucker zu mögen." Er sieht die Eltern durchaus in der Verantwortung, greift aber auch die Lebensmittelindustrie scharf an: "Es wird Werbung gegen Kinder gemacht, das ist ein gesellschaftliches Problem." Nicht alle Eltern seien in der Lage, ihren Kindern die Grundlagen einer gesunden Ernährung zu vermitteln. Als Beispiel wurde die Nutella-Werbung genannt, in der erfolgreiche Fußballspieler als Aushängeschilder für den zuckerreichen Brotaufstrich werben. Matthias Steiner nannte die Werbung gar "unverantwortlich".

Lebensmittel nur unzureichend gekennzeichnet

Eine weitere Kritik in der Runde: Lebensmittel seien nur unzureichend gekennzeichnet. "Wenn ich meine Lupe beim Einkaufen dabei habe und das Kleingedruckte endlich lesen kann, kann ich es trotz Medizinstudium nicht verstehen", scherzte Werner Bartens. So seien die verschiedenen Zuckerarten unter unterschiedlichen Namen aufgeführt und nicht immer als Zucker erkennbar. Zwar wies Lebensmittelmanager Ulrich Nöhle die Kritik mit dem Hinweis auf rechtliche Vorgaben zurück. Entkräften konnte er die Kritik an der verwirrenden Kennzeichnung allerdings nicht.

Fazit: Eine interessante Diskussion vor allem um die Frage, wer die Verantwortung für eine gesunde Ernährung trägt. Schade, dass der Dialog kaum Lösungsansätze bot. So wurde die durchaus interessante Frage, wie viel und welcher Zucker denn nun schadet, kaum diskutiert. Plasbergs Vorschlag, Produkte demnächst ähnlich wie Tabak („Rauchen kann tödlich sein“) zu kennzeichnen, wirkte daher eher verzweifelt als ernst gemeint.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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