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Clean Eating: Was steckt hinter dem Ernährungstrend?

Gesund oder problematisch?  

Clean Eating: Was steckt hinter dem Ernährungstrend?

07.06.2019, 14:37 Uhr | Frederike Gramm, t-online.de

Clean Eating: Was steckt hinter dem Ernährungstrend?. Verschiedene Schalen mit Obst und Gemüse: Beim Clean Eating werden unverarbeitete Lebensmittel gegessen. (Quelle: imago images/Westend61)

Verschiedene Schalen mit Obst und Gemüse: Beim Clean Eating werden unverarbeitete Lebensmittel gegessen. (Quelle: Westend61/imago images)

Clean Eating ist im Trend. Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat und ob der Ernährungstrend sinnvoll ist.

"Clean Eating" bedeutet übersetzt "reines Essen". Dabei essen Anhänger der Ernährungsweise Lebensmittel, die naturbelassen und unverpackt sind. Beim Einkaufen merken Sie, ob Produkte zu Clean Eating gehören, wenn sie keine Zusatzstoffe beinhalten. Die Ernährungsform kann auch an einen vegan oder vegetarischen Lebensstil angepasst werden. Doch ist das überhaupt gesund?


Auf diesen Lebensmitteln basiert Clean Eating

Wer mit Clean Eating beginnen möchte, sollte folgende Lebensmittel fest auf den Speiseplan setzen:

  • Frisches Obst und Gemüse
  • Vollkornmehl, Milch und Reis
  • Nüsse, Cashewkerne, Leinsamen
  • Olivenöl, Kokosöl, Haselnussöl oder Kürbiskernöl
  • Trockenfrüchte, wie Datteln oder Cranberries 
  • Naturjoghurt, Quark, Mozzarella

Auch Fleisch und Fisch darf auf die Einkaufsliste. Außerdem empfehlen Profis auf Bio und Regionalität zu setzen. Diese Lebensmittel sind meist naturbelassen. 


Was sollte bei Clean Eating gemieden werden?

Auf fertige Produkte, Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen und viel Zucker sollten Sie verzichten. Das sind zum Beispiel:

  • Frucht- und Schokojoghurt
  • Fast Food, wie Tiefkühlpizza oder Burger
  • Cola und andere Softdrinks
  • Tütensuppe
  • Schokolade, Gummibärchen, Chips etc.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, schauen Sie auf die Verpackung. Kontrollieren Sie, was sich hinter den E Inhaltsstoffen verbirgt.

Ist Clean Eating gesund?

Ernährungsexperten streiten sich bei der Frage, wie sinnvoll der Ernährungstrend ist. Frische Lebensmittel sind gesund. Allerdings kritisieren Wissenschaftler beispielsweise immer wieder, dass sich Menschen beim Clean Eating nicht ausgewogen genug ernähren. Sie essen dann nur noch Obst und Gemüse, Nüsse und Samen. Dadurch erhalten sie zwar genug Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien, doch Kohlenhydrate stehen nicht auf ihrem Plan. Dabei sind diese auch beim Clean Eating bedeutend. In Form von Vollkornnudeln oder Kartoffeln sind sie eine wichtige Energiequelle.

Außerdem denken einige Menschen, die sich nach Clean Eating ernähren, dass nur frisches Gemüse gegessen werden darf. Aber auch eingelegtes und konservierte Lebensmittel können oft problemlos verzehrt werden. Denn meist ist dem Lebensmittel nur Salz zugefügt – zum Beispiel bei Oliven oder Tomaten aus der Dose. Tipp: Auch hier hilft ein Blick auf die Zutatenliste.


Was ist mit Käse und Brot?

Vollkornbrot sollte auf jeden Fall mit auf den Speiseplan. Allerdings gibt es dort Qualitätsunterschiede. Discounter und Backshop-Brot haben meist eine Menge an Zusatzstoffen. Vollkornbrot, welches der Bäcker selber zubereitet und backt, ist hingegen oft frei davon. Speziell Weizenbrot wird meistens industriell stark verarbeitet und sollte ganz von der Einkaufsliste. Und auch beim Käse gibt es Unterschiede. Verpackter Käse wird durch Zusatzstoffe haltbar gemacht. Käse von der Frischetheke ist meist naturbelassener. Fragen Sie am besten beim Kauf nach.


10 Grundregeln, um sich gesund mit Clean Eating zu ernähren

  1. Beginnen Sie mit einem reichhaltigen Frühstück am Morgen. Selbst gebrühter Kaffee ist übrigens erlaubt.
  2. Über den Tag verteilt sollten Sie drei Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
  3. Kochen Sie mit viel frischem Obst und Gemüse.
  4. Kombinieren Sie aber auch Gemüse mit Kohlenhydraten, wie Kartoffeln, Vollkornnudeln oder einer selbst gebackenen Vollkornpizza.
  5. Fast Food ist tabu.
  6. Vermeiden Sie Lebensmittel mit Weißmehl und Zucker.
  7. Auf Alkohol sollten Sie verzichten.
  8. Bereiten Sie Ihre Lebensmittel schonend zu.
  9. Süßen Sie mit natürlichen Süßmitteln wie Datteln oder Agavendicksaft.
  10. Das Wichtigste: Achten Sie auf eine ausgewogenes Verhältnis an Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralien und Kohlenhydraten.



Ernährungsplan zum Nachmachen

  • Morgens können Sie auf Vollkornbrot eine selbstgemachte Gemüsepaste auftragen.
  • Alternativ bereiten Sie zum Frühstück einen Quark mit Obst und Leinsamen zu.
  • Mittags mischen Sie dann einen Quark mit Gartenkräutern, kochen Kartoffeln und dünsten Gemüse, wie zum Beispiel Broccoli. Wer mag, kann dazu auch noch ein Stück Fleisch braten.
  • Zum Abend hin können Sie einen knackigen Salat zubereiten und dazu ein Stück Brot oder Reis essen. Aber aufgepasst: Fertige Salatdressings haben meist viele Zusatzstoffe. Bereiten Sie Ihr Dressing lieber mit Olivenöl und Gewürzen zu.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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