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Warum wir ├╝berhaupt schlafen m├╝ssen

Von dpa
Aktualisiert am 20.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Bislang ist kaum gekl├Ąrt, warum wir eigentlich regelm├Ą├čigen Schlaf brauchen.
Bislang ist kaum gekl├Ąrt, warum wir eigentlich regelm├Ą├čigen Schlaf brauchen. (Quelle: Malte Christians/dpa./dpa)
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Etwa ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch mit Schlafen. Dauerhaft zu wenig Nachtruhe tr├╝bt nicht nur die Stimmung, sondern kann auch ernsthafte Folgen f├╝r die Gesundheit haben.

Kaum gekl├Ąrt ist aber bislang, warum wir eigentlich regelm├Ą├čigen Schlaf brauchen. US-amerikanische Forscher sind dem nun auf den Grund gegangen. Ihr Fazit im Fachblatt "Science Advances": W├Ąhrend Schlaf in der fr├╝hen Kindheit wichtig f├╝r Lernprozesse im Hirn ist, steht sp├Ąter dessen Reparatur im Fokus.

M├Ąuse schlafen f├╝nfmal l├Ąnger als Elefanten, Babys brauchen mehr Schlaf als Erwachsene und bei Delfinen und Zugv├Âgeln schl├Ąft abwechselnd immer nur eine Hirnh├Ąlfte, w├Ąhrend die andere wacht. All jene Ph├Ąnomene geh├Âren zu den Mysterien, welche die Wissenschaft teilweise immer noch vor R├Ątsel stellen.

Ohne Schlaf k├Ânnen wir nicht leben

Klar ist, dass Schlaf ├╝berlebenswichtig ist: Dies belegte sp├Ątestens das Experiment des Schlafforschers Allan Rechtschaffen, der in den 1980er Jahren zeigte, dass Ratten, die dauerhaft vom Ruhen abgehalten wurden, nach wenigen Wochen starben.

Beim Menschen f├╝hrt kurzfristiger Schlafentzug zu einer verringerten Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentrationsproblemen, w├Ąhrend chronische Schlafprobleme mit Depressionen, ├ťbergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem geschw├Ąchten Immunsystem in Verbindung gebracht werden.

Umso wichtiger ist die Frage, welche Funktionen der Schlaf eigentlich erf├╝llt. Wissenschaftler der Universit├Ąten von Texas und Kalifornien sowie des Santa Fe Instituts um die Mathematikerin Junyu Cao haben daher nun eine statistische Analyse mit den Daten aus mehr als 60 Schlaf-Studien vorgenommen, die sowohl Menschen als auch S├Ąugetiere umfassten. Sie werteten Daten zur Gesamtschlafdauer, Zeiten in verschiedenen Schlafphasen sowie zu Gehirn- und K├Ârpergr├Â├če aus.

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Die Aufgabe des Schlafs ├Ąndert sich

Das Team, bestehend aus Neurologen, Biologen und Statistikern, entwickelte daraus ein Modell, das erkl├Ąrt, warum sich die Schlafzeit ├╝ber verschiedene Spezies hinweg verringert, je gr├Â├čer das Gehirn wird. Konkret identifizierten die Forscher einen Punkt, der beim Menschen im Alter von 2,4 Jahren eintritt und ab dem sich die Funktion der Nachtruhe fundamental ver├Ąndert: von Reorganisation zur Reparatur. Das passt zu den Ergebnissen fr├╝herer Studien, die mehrere wichtige ├ťberg├Ąnge in der Gehirnentwicklung bei Kindern zwischen zwei und drei Jahren belegten.

Bis zu diesem Alter w├Ąchst das Hirn rasant. W├Ąhrend des REM-Schlafs, der von raschen Augenbewegungen (Rapid Eye Movement) und Tr├Ąumen gekennzeichnet ist, ist das Gehirn damit besch├Ąftigt, Synapsen zu bilden und zu st├Ąrken. Das sind jene Strukturen, welche die Nervenzellen miteinander verbinden und kommunizieren lassen. "Babys sollten w├Ąhrend des REM-Schlafs nicht geweckt werden, da in ihren Hirnen wichtige Arbeit passiert, w├Ąhrend sie schlummern", kommentiert Biologin und Koautorin Gina Poe in einer zur Studie ver├Âffentlichten Mitteilung.

Nach etwa 2,4 Jahren ver├Ąndere sich der Hauptzweck des Schlafes allerdings ÔÇô und das rapide. Statt Synapsen aufzubauen gehe es ab da und f├╝r den Rest des Lebens haupts├Ąchlich um die Wartung und Reparatur des Gehirns. Denn tats├Ąchlich sei eine gewisse neurologische Sch├Ądigung des Hirns w├Ąhrend der Wachstunden bei Menschen und Tieren normal. Schlaf helfe, diese Sch├Ąden zu reparieren ÔÇô wie bei U-Bahnen, die nachts gewartet und repariert w├╝rden, um den Verkehr tags├╝ber nicht zu behindern, erkl├Ąrt der theoretische Physiker und Koautor Geoffrey West.

Jene Wartungsarbeiten passierten haupts├Ąchlich w├Ąhrend des Nicht-REM-Schlafes. Entsprechend nehme dessen Anteil ab einem Alter von 2,4 Jahren beim Menschen zu, w├Ąhrend die Schlafdauer insgesamt abnehme. So w├╝rden Neugeborene etwa 50 Prozent ihres Schlafes in der REM-Phase verbringen, w├Ąhrend dieser Anteil im Alter von zehn Jahren auf 25 Prozent falle und bei Menschen ├╝ber 50 Jahren schlie├člich bei 15 Prozent liege.

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"Schlaf ist so wichtig wie Nahrung", fasst Biologin Poe zusammen. "Und es ist erstaunlich, wie gut der Schlaf den Bed├╝rfnissen unseres Nervensystems entspricht. Von Quallen ├╝ber V├Âgel bis hin zu Walen schl├Ąft jeder. W├Ąhrend wir schlafen, ruht sich unser Gehirn nicht aus."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Melanie Rannow
Kalifornien
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