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Medikamente: Warum sie nicht ins Badezimmer gehören

Arzneimittel richtig lagern  

Darum gehören Medikamente nicht ins Badezimmer

23.01.2020, 12:15 Uhr | dpa-tmn, nsa

Medikamente: Warum sie nicht ins Badezimmer gehören. Medikamente: Sie sollten richtig gelagert werden – ansonsten kann ihre Wirkung verloren gehen. (Quelle: dpa/tmn/Franziska Gabbert)

Medikamente: Sie sollten richtig gelagert werden – ansonsten kann ihre Wirkung verloren gehen. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa/tmn)

Medikamente sind empfindlich – die richtige Aufbewahrung ist darum sehr wichtig. Bei welchen Anzeichen Sie Arzneimittel nicht mehr verwenden sollten und wie Sie sie richtig entsorgen.

Wo bewahren Sie Ihre Medikamente auf? In irgendeiner Schublade im Bad, in einem Schrank unter dem Waschbecken? Beides ist nicht empfehlenswert. Dennoch lagert mehr als jeder Vierte in Deutschland seine Arzneimittel im Badezimmer. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschers Nielsen im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) unter rund 1.000 Bundesbürgern hervor.

Doch im Bad haben Medikamente eigentlich nichts verloren. Grund dafür sind die hohe Luftfeuchtigkeit sowie die oft im Mittel zu hohe Raumtemperatur. Beides kann dafür sorgen, dass Arzneimittel ihre Wirkung verlieren.

So bewahren Sie Arzneimittel richtig auf

Am besten lagern Sie Arzneimittel lichtgeschützt und für Kinder nicht erreichbar in einem  Medizinschrank. Dieser sollte sich idealerweise an einem kühlen trockenen Ort befinden – im Schlafzimmer etwa. Das rät die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA. Auf der Faltschachtel und in der Packungsbeilage finden sich Angaben zur sachgerechten Aufbewahrung, etwa zur Aufbewahrungstemperatur.

Die richtigen Temperaturbereiche sind je nach Empfehlung des Herstellers:

  • bei Raumtemperatur 15-25°C (oder, falls so vermerkt, 15-30°C)
  • im Kühlschrank 2 bis 8°C
  • tiefgekühlt -18°C oder kälter

Grundsätzlich gilt zudem:

  • Am besten originalverpackt mit Beipackzettel lagern
  • Niemals Sonnenlicht oder Hitze aussetzen (also auch nicht im Auto liegen lassen)
  • Nicht im Badezimmer aufbewahren
  • Für Kinder unzugänglich machen

Bei Arzneimitteln wie etwa Augentropfen, die nach dem ersten Öffnen mikrobiell anfällig sind, finden Sie auf der Verpackung und in der Packungsbeilage Angaben, wie lange diese noch verwendet werden können. Notieren Sie darum am besten das Öffnungsdatum auf der Verpackung.

Anzeichen für nicht mehr verwendbare Arzneimittel

Sind folgende Veränderungen eines Arzneimittels erkennbar, fragen Sie Ihren Apotheker um Rat:

  • Verflüssigung oder Verfärbung von Gelen, Cremes, Salben und Zäpfchen
  • Aufgeblähte Verpackungen
  • Verfärbungen oder Risse bei Tabletten
  • Geruchsentwicklung
  • Ausflockung von Bestandteilen einer Flüssigkeit oder deren Trübung, besonders bei Injektionspräparaten

Medikamente können sich allerdings auch ohne sichtbare Anzeichen verändern. Nach Ablauf des Verfallsdatums sollten Sie sie deshalb grundsätzlich nicht mehr verwenden.

Medikamente richtig entsorgen

Enthält der Beipackzettel keine gesonderten Hinweise zur Entsorgung, können Sie
Altarzneimittel in den Hausmüll werfen. Das Bundesgesundheitsministerium weist explizit darauf hin, dass dies "ein sicherer Entsorgungsweg" ist, weil der Hausmüll zuerst in Müllverbrennungsanlagen verbrannt oder mechanisch-biologisch vorbehandelt wird, bevor er in Deponien gelagert wird.

Wer unsicher ist, wie ein Medikament entsorgt werden sollte, kann sich auch an Apotheken wenden. Sie bieten häufig eine freiwillige Rücknahme von Altarzneimitteln an – rechtlich verpflichtet sind sie dazu aber nicht. Das ist bei der Entsorgung noch zu beachten:

  • Niemals im Abfluss oder in der Toilette herunterspülen, um das Abwasser nicht zu belasten
  • Glasbehälter, in denen sich Arzneimittelreste befinden, nicht ausspülen

Manche Städte und Gemeinden bieten zur Entsorgung auch spezielle Möglichkeiten wie etwa "Medi-Tonnen", Schadstoffsammelstellen oder Schadstoffmobile an.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • arzneimittelentsorgung.de
  • Bundesministerium für Gesundheit
  • eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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