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Heilerde als Hausmittel – das sollten Sie wissen

CQ, Stella Cornelius-Koch

Aktualisiert am 12.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Eine Frau trägt Heilerde auf ihr Gesicht auf.
Heilerde soll bei Pickeln und anderen Hautproblemen helfen. (Quelle: Voyagerix/getty-images-bilder)
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Heilerde ist ein beliebtes Hausmittel gegen Pickel und Akne. Und nicht nur für die Haut, sondern auch für Magen und Darm soll sie gut sein: Angeblich lindert das Pulver Sodbrennen und Durchfall. Doch stimmt das wirklich?

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist Heilerde?
  • Für was ist Heilerde gut?
  • Hilft Heilerde gegen Hautprobleme?
  • Wie wendet man Heilerde an?
  • Kann man Heilerde täglich einnehmen oder anwenden?
  • Wie lange dauert es, bis Heilerde wirkt?
  • Welche Nebenwirkungen hat Heilerde?
  • Kann Heilerde schädlich sein?

Viele Menschen schwören bei Haut- oder Magen-Darm-Problemen auf Heilerde. Das grüngraue oder beigefarbene Pulver gibt es in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien zu kaufen. Zur äußeren Anwendung als Pulver oder zur Einnahme in Form von Kapseln.


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Trotz der großen Bekanntheit und Beliebtheit gibt es jedoch nur wenige wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit des traditionsreichen Naturheilmittels.

Was ist Heilerde?

Heilerde ist naturreiner Löß (Gesteinsstaub), der einst mit den Gletschern der Eiszeit aus Skandinavien nach Mitteleuropa gelangte. Sie ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kieselerde, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Silizium, Zink, Selen, Mangan und Kupfer.

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Die feinen Gesteinspartikel haben die Fähigkeit, sich stark auszudehnen und Gift- und Schadstoffe wie ein Schwamm aufzusaugen. Für die medizinische Anwendung wird die Erde gereinigt und bei etwa 130 Grad Celsius getrocknet, um Keime abzutöten.

Für was ist Heilerde gut?

Heilerde wird traditionell bei vielen verschiedenen Gesundheitsproblemen eingesetzt. Ob sie sich für deren Behandlung tatsächlich gut eignet, ist aber nicht klar. Sie kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Bei folgenden Gesundheitsproblemen wird das Hausmittel traditionell eingesetzt:

  • Venenleiden
  • Gelenkbeschwerden und Rheuma
  • Magen-Darm-Störungen (Durchfall, Reizdarmbeschwerden)
  • Sodbrennen
  • hohes Cholesterin
  • unreine Haut, Pickel und Akne

Allerdings gibt es nur wenige seriöse Studien zur Wirksamkeit von Heilerde. Daher ist nicht klar, ob der Einsatz von Heilerde bei diesen Beschwerden wirklich sinnvoll ist.

Bei Rheuma und Venenleiden können Wickel mit Heilerde durch einen kühlenden Effekt zumindest die Symptome vorübergehend abschwächen. Jedoch tritt ein ähnlicher positiver Effekt auch durch Auflegen eines kühlenden Waschlappens oder Baumwollwickels ein. Das ist zudem günstiger.

Ob Heilerde effektiv den Cholesterinspiegel senken kann, ist ungewiss, weil dazu bislang noch keine Studien mit Menschen durchgeführt wurden. Versuche im Reagenzglas haben ergeben, dass zehn Gramm Heilerde mikrofein im sauren Magenmilieu 178 Milligramm Cholesterin binden können. Diese Menge entspricht dem Cholesteringehalt eines großen Hühnereis.

Möglicherweise bewirkt die Einnahme von Heilerde also, dass weniger Cholesterin in die Blutbahn gelangt. Ob das im menschlichen Körper wirklich funktioniert, lässt sich aber nicht sagen – dazu sind Untersuchungen mit menschlichen Probanden notwendig.

Hilft Heilerde gegen Hautprobleme?

Heilerde wirkt antibakteriell und ist so in der Lage, entzündliche Prozesse in einem gewissen Rahmen zu lindern oder vorzubeugen. Als Gesichtsmaske aufgetragen, bindet das feine Pulver auf der Gesichtshaut zudem überschüssigen Talg und kann so möglicherweise Hautunreinheiten vermindern.

Allerdings ist bislang nicht erforscht, ob Heilerde bei Hautkrankheiten wie Akne oder Neurodermitis hilft oder schadet. Fest steht: Beide Krankheiten lassen sich oftmals durch andere Maßnahmen in den Griff bekommen, deren Wirksamkeit tatsächlich erwiesen ist. Bei Akne können etwa spezielle Cremes und antibiotikahaltige Salben helfen. In schweren Fällen kommen Antibiotika zum Einnehmen als Therapie infrage.

Die Hautentzündungen bei Neurodermitis lassen sich ebenfalls mithilfe bestimmter Salben und Cremes lindern. Von zentraler Bedeutung ist zudem, dass Betroffene bei der Pflege und Reinigung bestimmte Regeln beachten. Da die Barrierefunktion ihrer Haut gestört ist, sollten sie etwa Produkte mit hautreizenden Stoffen meiden und Cremes verwenden, die die Hautbarriere unterstützen. Entsprechende Produkte gibt es für wenig Geld in der Drogerie zu kaufen.

Wie wendet man Heilerde an?

Heilerde können Sie innerlich und äußerlich anwenden. Achten Sie beim Kauf darauf, ob es sich um ein Produkt für die innere oder die äußere Anwendung handelt.

Heilerde für die innere Anwendung ist besonders fein gemahlen. Neben Pulver ist Heilerde auch in Form von Granulat oder Kapseln erhältlich.

Äußerliche Anwendung:

Bei Hautproblemen ist eine Maske am besten geeignet. Diese lässt sich einfach aus Heilerde und Wasser anrühren und direkt auf die Gesichtshaut auftragen. Sie sollte etwa zwanzig Minuten einwirken.

Bei Gelenkbeschwerden oder Entzündungen wird die Heilerde ebenfalls als Schlamm auf die Haut gestrichen und anschließend mit einem dünnen Tuch abgedeckt. Sie sollte so lange einwirken, bis sie getrocknet ist, und dann mit lauwarmem Wasser abgespült werden.

Innerliche Anwendung:

  • Ein bis zwei Teelöffel Heilerde in ein Glas geben, mit 250 Milliliter stillem Mineralwasser oder Leitungswasser aufgießen, verrühren und schluckweise trinken.
  • Heilerde-Granulat wird unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit heruntergeschluckt.
  • Heilerde-Kapseln werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen, am besten in aufrechter Position oder im Stehen.

Kann man Heilerde täglich einnehmen oder anwenden?

Heilerde kann in der Regel ein- bis dreimal täglich eingenommen oder angewendet werden. Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Intensität der Beschwerden.

Um Cholesterin zu binden, sollte die Einnahme zu den Mahlzeiten erfolgen. Ansonsten empfiehlt sich eine Einnahme morgens nüchtern und abends vor dem Schlafengehen.

Wie lange dauert es, bis Heilerde wirkt?

Es ist ungewiss, ob und bei welchen Beschwerden Heilerde überhaupt eine heilsame Wirkung entfaltet. Wenn, tritt die Wirkung vermutlich erst nach regelmäßiger Anwendung und mehreren Wochen auf.

Wer ernste Beschwerden hat, sollte nicht abwarten, sondern sofort zur Ärztin oder zum Arzt: Die meisten Erkrankungen lassen sich besser in den Griff bekommen, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden – und zwar mit wirksamen Mitteln.

Welche Nebenwirkungen hat Heilerde?

Heilerde gilt als gut verträglich. Bei der äußerlichen Anwendung können sehr selten allergische Reaktionen auftreten. Wer Heilerde als Kapseln einnimmt, sollte dazu ausreichend trinken. Ansonsten kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Darmverschluss kommen. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion dürfen eine bestimmte Trinkmenge nicht überschreiten – sie sollten die Einnahme daher unbedingt mit der Ärztin oder dem Arzt absprechen.

Kann Heilerde schädlich sein?

Heilerde ist ein traditionelles Naturheilmittel, von dem bei innerlicher oder äußerlicher Anwendung kaum negative Wirkungen zu erwarten sind. Allerdings kann es schädlich sein, wenn Heilerde anstelle einer wirksamen medizinischen Behandlung angewendet wird und so viel wertvolle Zeit für eine effektive Therapie verstreicht. Zudem gibt es für viele Krankheiten, bei denen Heilerde eingesetzt wird, erfolgversprechendere Behandlungen.

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Wegen der hohen Absorptionsfähigkeit kann Heilerde die Wirkung von Medikamenten im Magen beeinträchtigen. Daher sollte Heilerde nicht gleichzeitig mit Medikamenten eingenommen werden, sondern in einem zeitlichen Abstand von mindestens einer Stunde. Wichtig ist es zudem, die Anwendung mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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