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Ist dieser Text objektiv?

Ja, die Redaktion hat für diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wann Quarkmittel wirklich helfen können

CQ, Julia Klinkusch

Aktualisiert am 13.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Quark und ein Baumwolltuch
Wer eine Quarkwickel herstellen möchte, benötigt nur Quark und ein Baumwolltuch. (Quelle: karandaev/getty-images-bilder)
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Quarkwickel sollen gegen Sonnenbrand, Schwellungen, Husten und andere Beschwerden helfen. Wir erklären, wie Sie Quarkwickel anwenden, warum der Quark nicht direkt auf die Haut gehört und was das Hausmittel bringt.

Das Wichtigste im Überblick


  • Warum ist Quark gut bei Schwellungen?
  • Wie werden Quarkwickel bei Erkältungen eingesetzt?
  • Wie lange bleiben Quarkwickel auf der Haut?
  • Warum Quark nicht direkt auf die Haut aufgetragen werden sollte
  • Wie mache ich einen Quarkwickel?

Der Quarkwickel gilt als Multitalent unter den Hausmitteln. Ob Husten und Halsschmerzen, geschwollene Gelenke oder Schmerzen nach Insektenstichen oder Sonnenbrand – die Anwendungsgebiete für Quarkwickel sind vielfältig. Je nach erwünschter Wirkung werden sie kühl oder körperwarm angewendet.


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Die Wirkung von Quarkwickeln ist wissenschaftlich kaum untersucht. Die Anwendungsgebiete beziehen sich vor allem auf jahrzehntelange Erfahrungen. Quarkwickel haben sich als Hausmittel bewährt. Ein Vorteil: Bei korrekter Anwendung sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten.

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Grundsätzlich sollte bei schweren und großflächigen offenen Verletzungen oder Entzündungen immer eine Ärztin oder ein Arzt zurate gezogen werden.

Das gilt auch bei

  • leichten Schwellungen oder stumpfen Verletzungen, wenn die Quarkwickel keine oder kaum Wirkung zeigen oder
  • sich die Beschwerden verschlimmern.

Bei offenen Wunden sind Quarkwickel nicht zur Behandlung geeignet. Verletzungen, auch kleine, sollten gereinigt werden und anschließend mit antiseptischen Mitteln von Keimen befreit werden – sonst drohen Entzündungen.

Warum ist Quark gut bei Schwellungen?

Quark wird aus entrahmter Milch, Milchsäurebakterien und Lab hergestellt. Milchsäure wird zwar eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Diese wurde bisher jedoch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Zudem kommt der Quark nicht direkt mit der geschwollenen Körperstelle in Berührung, sondern es liegt das Stofftuch dazwischen.

Klar ist, dass Quarkwickel einen kühlenden Effekt haben, der durch den Temperaturunterschied zwischen kaltem Quark und der meist warmen Entzündung sowie durch die Verdunstung der im Quark enthaltenen Flüssigkeit entsteht. Das mindert die Schmerzempfindung und verengt die Gefäße, wodurch die Durchblutung verringert wird. Rötungen gehen zurück und das Gewebe schwillt ab.

Bei akuten Verletzungen beim Sport oder durch einen Sturz kann ein Quarkwickel als Erste Hilfe angewendet werden. Etwa am Knie, am Fußknöchel oder am Ellenbogen. In diesem Fall wird der Quark etwa fingerdick auf Frischhaltefolie statt auf ein Tuch aufgetragen. Die Folie sorgt dafür, dass die Masse nicht zu schnell austrocknet und ihre kühlende und abschwellende Wirkung länger behält.

Wie werden Quarkwickel bei Erkältungen eingesetzt?

Bei Husten und Halsschmerzen kommen körperwarme Quarkwickel zur Anwendung. Dafür wird der Quark zuvor auf Körpertemperatur erwärmt, etwa in einem Wasserbad. Bei Halsschmerzen werden die Wickel um den Hals gelegt, bei Husten auf die Brust.

Sie sollen die Durchblutung fördern, entkrampfend wirken und das Ablösen des Schleims unterstützen. Allerdings beruhen diese Annahmen nur auf Erfahrungswerten und sind bislang nicht wissenschaftlich belegt. Es ist also nicht klar, ob Quarkwickel bei Erkältungen tatsächlich helfen.

Wie lange bleiben Quarkwickel auf der Haut?

Kalte Quarkwickel sollten nicht länger als 15 bis 20 Minuten auf der Haut bleiben. Sonst wird der Quark zu warm, das regt die Durchblutung an und die zu kühlende Körperstelle wird erwärmt, was für den gegenteiligen Effekt sorgt. Kalte Wickel können mehrmals täglich angelegt werden.

Warme Quarkwickel können bis zu 30 Minuten auf der Haut gelassen werden oder aber, bis der Quark zu trocknen beginnt. Warme Quarkauflagen sollten nur einmal pro Tag gemacht werden. Quarkwickel über Nacht einwirken zu lassen, ergibt übrigens wenig Sinn. Der Quark trocknet schnell, seine Wirkung geht dann verloren.

Wer eine Kuhmilchallergie hat, sollte auf Quarkwickel verzichten. Eine Alternative sind Kartoffel- oder Kohlwickel. Auch auf offenen Wunden oder unklaren Hautveränderungen wie Ekzemen sollten Quarkwickel besser nicht angewendet werden.

Warum Quark nicht direkt auf die Haut aufgetragen werden sollte

Quarkwickel werden unter anderem bei Rötungen und schmerzender Haut angewendet. Wird der Quark ohne Tuch direkt auf diese Stellen aufgetragen, muss er später abgewaschen werden. Das kann auf empfindlicher Haut – beispielsweise bei einem starken Sonnenbrand oder bei Insektenstichen – sehr schmerzhaft werden.

Bei Schwellungen oder Gelenkverletzungen ist es nicht sinnvoll, Quark direkt auf die Haut aufzutragen, weil er dann deutlich schneller austrocknet als in Form eines Wickels.

Wie mache ich einen Quarkwickel?

Ein Quarkwickel lässt sich ohne Sauerei selbst herstellen. Dafür benötigen Sie Tücher aus Baumwolle oder Leinen, einen Schal oder ein Handtuch – und Quark. Welche Sorte Sie für Quarkwickel nehmen, spielt keine Rolle, auch der Fettgehalt ist für die Wirkung nicht relevant. Den Quark geben Sie etwa fingerdick auf ein Tuch und schlagen dieses ein.

Den Wickel legen Sie auf die betroffene Körperstelle und decken ihn mit einem zweiten Tuch ab. Mit dem Handtuch oder einem Schal befestigen Sie den Wickel. Der Quark sollte nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, sondern 15 bis 20 Minuten vor der Anwendung bei Zimmertemperatur gelagert werden.

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Quarkwickel dürfen auch bei kleineren Kindern ab zwei Jahren angewendet werden. Sie sollten dann nicht länger als zehn Minuten auf der Haut belassen werden, da ansonsten die Gefahr zu starker Auskühlung besteht. Bei Schüttelfrost sollten Quarkwickel auf keinen Fall zum Einsatz kommen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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