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Herzinfarkt: Stent-Implantation kann Herzpatienten retten

Herzerkrankungen  

Bei Herzinfarkten können Stents Leben retten

12.07.2018, 10:06 Uhr | Stefanie Weyer , t-online.de

Herzinfarkt: Stent-Implantation kann Herzpatienten retten. Kleine Gefäßstütze: Vielen Patienten wird nach einem Herzinfarkt ein Stent eingesetzt. (Quelle: Getty Images/HYWARDS)

Kleine Gefäßstütze: Vielen Patienten wird nach einem Herzinfarkt ein Stent eingesetzt. (Quelle: HYWARDS/Getty Images)

Menschen, die bereits einen Herzinfarkt hatten oder an einer koronaren Herzerkrankungen leiden, kennen die kleinen Metallröhrchen, die bei verengten Gefäßen zum Einsatz kommen. Die Rede ist von so genannten Stents. Doch was genau ist ein Stent, wann kommt er zum Einsatz und wann ist ein Bypass sinnvoller?

Was sind Stents?

Ein Stent ist eine Gefäßstütze und sieht aus wie ein kleines röhrenförmiges Drahtgeflecht. Laut Prof. Dr. Eckert Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. bestehen die meisten Stents aus Edelstahl und müssen eine bestimmte Beschaffenheit besitzen – sie sollten klein, aber nicht zu steif sein. Stents kommen immer dann zum Einsatz, wenn sich Gefäße verengen und es zu Gefäßstenosen, also zu einem Gefäßverschluss kommt. Sie sorgen dafür, dass der Blutfluss im Gefäß gewährleistet wird und sich dieses nicht vollständig verschließt.

Es gibt verschiedene Arten von Stents

Stent ist jedoch nicht gleich Stent. Es gibt verschiedene Arten von Gefäßstützen, die zum Einsatz kommen können. Laut dem Experten haben sich in den letzten Jahren vor allem mit Medikamenten beschichtete Stents bewährt. Diese setzen eine genau definierte Wirkstoffmenge am Ort der Verletzung frei und verhindern so, dass das Gefäß sich wieder verschließt. Zudem gibt es neuartige Metallstents, die sich nach einer gewissen Zeit restlos im Körper des Patienten auflösen sollen. Diese befinden sich laut dem Experten jedoch noch in der klinischen Erprobung.

Ablauf der Stentimplantation: Minimal-invasiver Eingriff rettet Leben

Zum Einsetzen eines Stents genügt ein kleiner Schnitt in der Leiste. Zudem wird dem Patienten Kontrastmittel in die Herzgefäße gespritzt. Durch ein Blutgefäß wird ein Katheter bis zum Herzen geführt. Durch das Kontrastmittel ist der Verschluss für den Kardiologen sichtbar und er kann den Stent einführen. Nachdem die Gefäßstütze eingesetzt wurde, verharrt sie im aufgespannten Zustand und hält so das Gefäß offen. Auf diese Weise stützt sie das eröffnete Koronargefäß. So verhindert der Stent, dass sich das Gefäß nach der Aufdehnung wieder verschließt.

Nachbehandlung des Stents: Patienten müssen Medikamente einnehmen

Wurde ein Stent implantiert, kommt es nach zwei bis drei Tagen zu einer Gefäßreaktion. Das bedeutet: Es wächst neues Gewebe über den Draht der Stents. Jedoch ist erst nach einigen Wochen die ganze Gefäßstütze mit neuem Gewebe überdeckt. Da es sich bei einem Stent immer noch um einen Fremdkörper handelt, besteht laut dem Experten immer ein Risiko, dass sich ein Blutgerinnsel innerhalb des Stents bildet. Daher müssen Patienten, auch wegen des hohen Thromboserisikos, langfristig Medikamente einnehmen. Besonders wichtig ist es, dass man die so genannte antithrombotische Begleittherapie nicht mutwillig unterbricht, so Eckert Fleck.

Stent oder Bypass-OP? Herzkranke müssen die Risiken kennen

Vor über 40 Jahren wurde die erste Bypass-Operation durchgeführt. Sie galt lange als effektivste Therapie. Es handelt sich dabei jedoch um eine sehr aufwändige Operation am offenen Brustkorb, bei der die verengten Stellen mit körpereigenen Adern überbrückt werden. Später bevorzugten Ärzte dann die sogenannte Ballondilatation, um verengte Herzkranzgefäße zu erweitern. Bei dieser Methode wird ein Ballonkatheter über die Hauptschlagader bis zur Engstelle im erkrankten Herzkranzgefäß vorgeschoben. Der Ballon, der sich am Ende des Katheters befindet, wird für etwa zehn bis 30 Sekunden aufgebläht und dehnt somit das verengte Gefäß auf. Nachteil der Ballondilatation: Die Gefahr einer erneuten Verengung ist sehr groß, sagt der Experte.

Überlebenschancen: Bypass-Operation ist manchmal besser

Heute kommen bei Gefäßverschlüssen bevorzugt Stents zum Einsatz. Herzchirurgen kritisieren dies, da in vielen Fällen eine Bypass-Operation die bessere Alternative wäre. Laut einer internationalen Vergleichsstudie (Syntax-Studie), sind zudem die Überlebenszahlen bei Bypass-Patienten besser als bei denen, die einen Stent implantiert bekommen haben. Die Studie ergab, dass innerhalb von vier Jahren 11,7 Prozent der Stent-Patienten verstarben und nur 8,8 Prozent der Bypass-Patienten. Eckert Fleck betont, dass eine Bypass-Operation immer dann sinnvoll ist, wenn mehrere Gefäße und vor allem die Herzkranzgefäße betroffen sind.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.
  • Deutsche Herzstiftung

Die Themenfelder Cholesterin und Herz-Kreislauf-Gesundheit werden Ihnen in Kooperation mit der Amgen GmbH (Riesstraße 24, 80992 München) präsentiert. Die Amgen GmbH hat keinen Einfluss auf die inhaltliche Ausgestaltung, diese liegt ausschließlich bei der Redaktion von t-online.de.

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