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Coronavirus: Sind Mundschutz und Desinfektionsmittel effektiv?


Genau auf die Bezeichnung achten
Schutz vor Coronavirus – nicht jedes Desinfektionsmittel hilft


Aktualisiert am 17.03.2020Lesedauer: 3 Min.
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Händedesinfektion: Nicht alle Desinfektionsmittel sind empfehlenswert.Vergrößern des Bildes
Händedesinfektion: Nicht alle Desinfektionsmittel sind empfehlenswert. (Quelle: AndreyPopov/getty-images-bilder)

Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus lässt die Nachfrage nach Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln steigen. Vielerorts sind die Produkte lange vergriffen. Doch schützen diese Maßnahmen überhaupt?

Was bringen Desinfektionsmittel für die Hände?

Gele, Sprays und Tücher – bei einem erhöhten Infektionsrisiko ist die Händedesinfektion eine wichtige Maßnahme, um die Verbreitung von Krankheitserregern einzudämmen. Doch nicht jedes Mittel wirkt gegen jeden Erreger. "Viruzid" wirksame Desinfektionsmittel können beispielsweise den größten Teil der Viren unschädlich machen – etwa bei Norovirusinfektionen. Die "begrenzt viruziden" Produkte hingegen wirken nach Angaben des RKI nur gegen sogenannte behüllte Viren. Dazu zählen auch Coronaviren.

Die WHO empfiehlt zwei Rezepturen von Desinfektionsmitteln, die auch schon gegen SARS- und MERS-Erreger Wirkung zeigten. Das mit diesen verwandte, neue Coronavirus "sollte ebenfalls mit geprüften und zugelassenen Desinfektionsmitteln inaktiviert werden können", sagt Prof. Dr. Eike Steinmann, Leiter der Abteilung Molekulare und medizinische Virologie an der Ruhr-Universität Bochum. Bislang gebe es dazu keine Studien mit dem neuen Coronavirus, doch in einigen Wochen will der Virologe zusammen mit seinen Kollegen im Labor testen, wie Desinfektionsmittel auf Coronaviren wirken.

Desinfektionsmittel aus den Drogerie- und Supermärkten seien jedoch häufig keine Arzneimittel und deshalb zum Schutz vor Coronaviren nicht zu empfehlen, so Steinmann. Zur Händedesinfektion sollten Sie daher zertifizierte Desinfektionsmittel etwa aus der Apotheke nutzen. Die Angabe "begrenzt viruzid" ist hierbei ganz entscheidend.

Die wirksamste Maßnahme im Alltag, um sich vor dem Coronavirus zu schützen, ist auch dem Virologen zufolge regelmäßiges Händewaschen.

Schützt ein Mundschutz gegen das Coronavirus?

In Krankenhäusern und Pflegeheimen nutzt das medizinische Personal Masken, um Patienten vor möglichen Keimen zu schützen. Dass ein Mundschutz allerdings auch außerhalb dieser Einrichtungen eine Schutzfunktion hat, sehen Hygieneexperten nicht als bewiesen an. Über die Wirksamkeit während einer Pandemie liegen zudem keine ausreichenden Daten vor.

Auch die Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann hält das Tragen von Mundschutz für die Allgemeinbevölkerung für nicht notwendig. Die Gesichtsschutzmaske sei sinnvoll, wenn ein Patient sich schon mit dem Erreger infiziert habe oder zumindest der Verdacht bestehe. Dann könne ein Mundschutz helfen, das Übertragungsrisiko an weitere Menschen zu mindern, so Brinkmann, die sich an der Technischen Universität Braunschweig der Infektionsforschung widmet.

Dennoch hat das Tragen eines Mundschutzes Experten zufolge auch einen positiven Effekt: Die Maske kann das eigene Hygieneverhalten beeinflussen und vor einer möglichen Schmierinfektion schützen. Denn die Abschirmung von Nase und Mund sorgt dafür, dass man sich nicht so leicht mit verunreinigten Händen ins Gesicht fassen kann. Die Wirkung sei allerdings nicht besser als mit einem Schal vor Mund und Nase.

Wichtig: Wer einen Mundschutz tragen möchte, solle laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unbedingt darauf achten, dass die Maske eng anliegt und nicht verrutscht. Bei Feuchtigkeit sollte sie gewechselt werden.

Wer sollte Atemschutzmasken nutzen?

Das Robert Koch-Institut (RKI) und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen in ihren Pandemieplänen keine Atemschutzmasken für die allgemeine Bevölkerung vor. Von der WHO heißt es dazu, die Masken würden nicht als Vorbeugung für Gesunde empfohlen, sondern für Patienten und Menschen, die sich möglicherweise angesteckt haben, damit sie das Virus nicht verbreiten. Deshalb sollte vor allem medizinisches Personal eine Maske tragen, um sich zu schützen.

Welche Schutzmaßnahmen werden außerdem empfohlen?

Zum Schutz vor Viren empfehlen die WHO und das RKI vor allem eine strenge Handhygiene. Denn über unsere Hände werden am häufigsten ansteckende Infektionskrankheiten übertragen. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife schützt. Was viele nicht wissen: Die Hände sollten mindestens 30 Sekunden gereinigt werden, damit Krankheitserreger unschädlich gemacht werden.

Im Idealfall waschen Sie Ihre Hände wie folgt: Hände nass machen, Seife 30 Sekunden lang verteilen – auch zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln – anschließend abspülen und gut abtrocknen.

Weitere, wichtige Hygieneregeln des RKI:

  • Halten Sie beim Husten oder Niesen Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg.
  • Meiden Sie körperlichen Kontakt mit Personen, die Fieber, Husten und andere grippeähnliche Symptome zeigen.
  • Wenn Sie Fieber, Husten und Atembeschwerden haben, suchen Sie sich frühzeitig ärztliche Hilfe.
Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Robert Koch-Institut:
  • WHO: Advice for the public
  • infektionsschutz.de
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Eigene Recherche
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