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Coronavirus: Was Schwangere zu Covid-19 wissen müssen

Covid-19 und Schwangerschaft  

Was Schwangere über das Coronavirus wissen sollten

Von Nicole Sagener

24.03.2020, 06:20 Uhr
Coronavirus: Was Schwangere zu Covid-19 wissen müssen. Schwangere: Gerade für werdende Mütter und Eltern von Säuglingen stellen sich viele Fragen zum Coronavirus.  (Quelle: Getty Images/NataliaDeriabina)

Schwangere: Gerade für werdende Mütter und Eltern von Säuglingen stellen sich viele Fragen zum Coronavirus. (Quelle: NataliaDeriabina/Getty Images)

Auch in Deutschland breitet sich das Coronavirus SARS-CoV-2 weiter aus. Viele Schwangere und Eltern von Säuglingen sind besorgt. Wir erklären, was Sie dazu wissen sollten.

Die Unsicherheit von Schwangeren sowie Müttern von Säuglingen im Umgang mit dem neuen Coronavirus ist derzeit groß. Schwangere Frauen, die verunsichert sind, sollten sich bei ihrem Frauenarzt und der Geburtsklinik informieren. dabei ist stets zu beachten: Beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus sollten Sie dies zuerst telefonisch tun und dem Mediziner ihre Symptome schildern.

Worauf muss ich achten, wenn ich schwanger bin?

Ob Schwangere das SARS-CoV-2-Virus an ihr ungeborenes Kind weitergeben können, ist zwar zurzeit noch nicht abschließend geklärt, da die Datenlage noch zu dünn ist. Laut dem britischen Royal College of Obstetricians & Gynaicologists gibt es jedoch bislang "keine Anzeichen, die auf ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko hindeuten". Es gebe demnach auch "keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übergehen kann". Es werde daher als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus beim Baby zu Fehlbildungen führt.

In China war vor einigen Wochen ein Fall bekannt geworden, bei dem 36 Stunden nach der Geburt das neuartige Coronavirus bei einem Neugeborenen nachgewiesen wurde, dessen Mutter erkrankt war. Auch in den folgenden Wochen wurde aus China von einigen weiteren solcher Fälle berichtet.

Forscher kamen in einer kurz nach dem ersten bekannten Fall durchgeführten und im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichten Analyse aber zu dem Ergebnis, dass SARS-CoV-2 offenbar nicht im Fruchtwasser, im Nabelschnurblut oder der Muttermilch zu finden ist oder übertragen werden kann. Die Studienautoren betonen jedoch, dass bislang nicht klar sei, wie sich das neue Coronavirus im frühen Stadium einer Schwangerschaft auswirke.

Sind Schwangere durch das SARS-CoV-2 gefährdeter als andere Frauen?

Es gibt bislang auch keine Daten dazu, dass mit SARS-CoV-2 infizierte Schwangere schwerer von der Erkrankung betroffen sind als Nicht-Schwangere. Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) bieten im German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) eine Übersicht für schwangere Frauen zu den Risiken einer COVID-19-Virusinfektion.

Unter anderem heißt es dort: "Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist. Wenn eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende Herz- oder Lungenerkrankung vorliegt, könnten eher Komplikationen bei Atemwegsinfektion wie bei der Coronavirusinfektion eintreten."

Was gilt es zu beachten, wenn die Geburt kurz bevorsteht?

Alle Geburtskliniken in Deutschland stellen sich zurzeit auf mögliche Entbindungen von positiv auf Covid-19 getesteten oder erkrankten Schwangeren ein. Viele Geburtskliniken verzichten inzwischen auf persönliche ambulante Vorstellungen zur Geburtsanmeldung und ermöglichen stattdessen die Anmeldung auf telefonischem Wege und über einen Selbstauskunftsbogen.

Mithilfe dieser Informationen entscheiden die zuständigen Hebammen und Ärzte, ob eine persönliche Vorstellung notwendig ist. Ist dies nicht der Fall und die Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen, sollten sie die Schwangeren erst mit Beginn der Wehen, Fruchtwasserabgang oder anderen Besonderheiten im Kreißsaal vorstellen.

Darf der werdende Vater noch mit in den Kreißsaal?

Die Vorgaben dazu unterscheiden sich je nach Klinik. Meist ist die Geburtsbegleitung durch den werdenden Vater oder die Lebenspartnerin weiterhin möglich – wenn die Person gesund und frei von Symptomen ist.

In manchen Kliniken dürfen Verwandte oder eine Freundin derzeit nicht mit in den Kreißsaal. Nach der Geburt können teilweise die Besuchszeiten zeitlich begrenzt und auf die Person beschränkt sein, die mit im Kreißsaal war. Der Verein Mother Hood e.V. hat Informationen für werdende Eltern zusammengetragen und berät auch über die Rechte.

Wie verhalte ich mich als Schwangere bei Covid-19-Symptomen?

Bei Symptomen wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden sollten betroffene Frauen schnell einen telefonisch ihren Arzt oder die Klinik kontaktieren, aber keinesfalls ohne vorherige Rücksprache dorthin gehen. Der Arzt entscheidet, ob und welche weiteren Maßnahmen nötig sind. Keinesfalls sollten Schwangere ohne Rücksprache mit dem Arzt eigenständig zu Medikamenten greifen.

Experten empfehlen eine systematische Untersuchung jedes Verdachts auf eine Ansteckung während der Schwangerschaft. Wird eine Infektion mit dem neuen Coronavirus während der Schwangerschaft bestätigt, sollten Mütter und ihre Föten engmaschiger versorgt werden.

Wie verringere ich das Ansteckungsrisiko während der Schwangerschaft?

Die WHO empfiehlt Schwangeren, das Ansteckungsrisiko durch die gängigen, auch vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Vorsichtsmaßnahmen so gering wie möglich zu halten. Schwangere sollten sich zudem, wie andere Risikogruppen auch, gegen die Grippe (Influenza) impfen lassen, um nicht gleichzeitig an beiden Infektionen zu erkranken.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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