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Infektionswege: Können Mücken das Coronavirus übertragen?

Mögliche Infektionswege  

Können Mücken das Coronavirus übertragen?

15.05.2020, 14:02 Uhr | mwe, t-online.de, dpa

Infektionswege: Können Mücken das Coronavirus übertragen?. Stechmücke: Beim Blutsaugen kann sie Krankheiten auf den Menschen übertragen. (Quelle: Getty Images/nastenkapeka)

Stechmücke: Beim Blutsaugen kann sie Krankheiten auf den Menschen übertragen. (Quelle: nastenkapeka/Getty Images)

Zika-Virus, West-Nil-Fieber, Malaria: Mücken sind Überträger von lebensbedrohlichen Krankheiten. Doch wie gefährlich sind die Insekten in Zeiten der Corona-Pandemie?

Die milden Temperaturen im Frühling locken Stechmücken hervor. Schon bald schwirren sie wieder zu Millionen durch die Luft. Da kommt schnell die Frage auf: Sind Mücken auch Überträger des Coronavirus?

Wissenschaftler geben jetzt Entwarnung: Von Stechmücken geht in der Corona-Pandemie nach bisherigen Erkenntnissen keine Gefahr aus. Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 werde durch Tröpfcheninfektion übertragen – mit dem Stich einer Mücke könne das Virus offenbar nicht in den Körper gelangen. Das sagte Mücken-Expertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

SARS-CoV-2 wird nicht über das Blut übertragen

Nach aktuellem Forschungsstand wird SARS-CoV-2 demnach nicht über das Blut übertragen. Zwar konnten Forscher bei einzelnen Covid-19-Patienten Virus-Erbgut auch im Blut nachweisen, doch bei Weitem nicht bei allen. Damit Mücken das Coronavirus übertragen können, müssten die SARS-CoV-2-Erreger in viel größerer Anzahl im Blut vorhanden sein und sich im Insekt vermehren können, bis dieses erneut zusticht.

Das bedeutet: Auch wenn Mücken Menschen stechen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Insekten dabei auch Viren aufnehmen und diese weitertragen.

In Studien wurde keine Übertragung festgestellt

Das bestätigt auch Peter Ben Embarek, WHO-Experte für Infektionen, die von Tier zu Mensch oder umgekehrt übertragen werden können. Studien hätten sich mit verschiedenen Parasiten – auch Mücken – beschäftigt und keine Übertragung festgestellt. "Diese Viren haben spezifische Affinitäten zu bestimmten Arten, und sie können nur an bestimmte Zellen andocken – sie können nicht jede Art infizieren, mit der sie in Berührung kommen", sagte Ben Embarek.

Nach Werners Angaben gibt es in Deutschland über 50 Stechmückenarten. Für die Bildung der Eier benötigten die Mückenweibchen Eiweiß aus fünf bis sechs sogenannten "Blutmahlzeiten". Eine Mücke kann Hunderte Eier pro Eiablage legen.

Gibt es in diesem Jahr eine Mückenplage?

Ob es in diesem Jahr zu einer Mückenplage kommt, hänge von den Witterungsbedingungen ab. "Mücken mögen es warm und feucht. Ideal sind für sie stehende und schwankende Gewässer wie Pfützen, Regentonnen oder zurückgehende Hochwasser." In Flussauen entlang von Donau, Rhein und Elbe oder in ausgedehnten Moorgebieten sei die Population am dichtesten.

Mücken sind für den Menschen zwar ärgerlich, seien aber in der Nahrungskette der Natur sehr nützlich. Die Larven dienten als Fischfutter oder Nahrung für andere Insekten, die ausgewachsenen Mücken als Nahrung für Vögel und Fledermäuse.

Verwendete Quellen:
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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