Sie sind hier: Home > Gesundheit > Coronavirus >

Corona-Ansteckung: Warum Singen nun gefährlich sein kann

Wissenschaftler warnen  

Corona-Ansteckung: Warum Singen gefährlich sein kann

29.04.2020, 09:37 Uhr | mwe, t-online.de, dpa

Corona-Ansteckung: Warum Singen nun gefährlich sein kann. Ein Chor bei einem Auftritt in Australien (Archivbild): Beim Singen herrscht laut Forscher eine stärkere Corona-Ansteckungsgefahr. (Quelle: Getty Images/Jaimi Joy)

Ein Chor bei einem Auftritt in Australien (Archivbild): Beim Singen herrscht laut Forscher eine stärkere Corona-Ansteckungsgefahr. (Quelle: Jaimi Joy/Getty Images)

Der SARS-CoV-2-Erreger überträgt sich nicht nur beim Husten und Niesen. Auch Singen gilt als riskant, warnen Experten. Deshalb soll es in Schulen und in vielen Kirchen verboten bleiben.

Dass Singen in einer Gruppe womöglich gefährlich sein kann, zeigen Fälle aus den USA und Deutschland. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, steckten sich bei einer Chorprobe im März drei Viertel der anwesenden Sänger des Skagit Valley Chorale-Chors in Mount Vernon mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 an. Zwei Chormitglieder sind derweil an Covid-19 verstorben.

Ein ähnlicher Fall von vielfachen Infektionen nach einer Chorprobe wurde Anfang April auch im Berliner Domchor bekannt. Wie gefährlich ist Singen in Corona-Zeiten?

Virus-Übertragung: RKI warnt vor Singen

Husten, niesen, reden, lachen – und auch singen: So wird nach bisherigem Wissensstand das Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragen. Das Virus steckt in den Schleim- oder Speicheltröpfchen, die dann über die Nase, den Mund oder die Augen in den Körper einer anderen Person gelangen können.

Forscher vermuten, dass nicht nur infektiöse Tröpfchen, sondern auch die feineren Aerosole das Virus weitergeben und somit auch eine Corona-Infektion über die Atemluft möglich ist. Aerosole sind winzigste Speicheltröpfchen, die beim Ausatmen in die Luft gelangen und dort für eine gewisse Zeit schweben.

Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge verbreitet sich das Coronavirus beim Singen stark. RKI-Chef Wieler warnte in der Pressekonferenz am 28. April: "Tröpfchen fliegen besonders weit beim Singen".

Tief einatmen steigert Infektionsrisiko

Das bestätigt auch die Deutsche Stimmklinik in Hamburg. Die Experten schreiben in ihrem Statement zum Chor-Singen und Gesangsunterricht in Zeiten von Corona: "Gerade beim Singen muss man viel ein- und ausatmen und zudem, und das ist für die befürchtete Infektion mit Coronaviren wahrscheinlich noch gefährlicher, auch tief einatmen."

Es gebe zudem Hinweise, dass vor allem die direkte Lungenbesiedlung mit einer höheren Viruskonzentration besonders gefährlich und daraus folgend ein schwererer Verlauf der Covid-19-Erkrankung zu befürchten sei.

Singen im Chor, in der Schule und in der Kirche: Das sind die Regeln

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen. Im Normalfall kann dieser Abstand bei Chorgruppen, im Musikunterricht in der Schule und auch beim Gottesdienst nicht eingehalten werden.

Singen im Musikunterricht ist daher bundesweit verboten. Auch an Musikschulen kann derzeit kein regulärer Gesangs- und Instrumentalunterricht stattfinden. Einige Lehrer halten ihre Stunden online ab. Laut dem Bundesverband der freien Musikschulen wird zumindest für den instrumentalen Einzelunterricht ein Hygienekonzept entworfen. Chöre haben ihre Probenarbeit ebenfalls pausiert, Konzerte wurden abgesagt.

Gottesdienste sollen trotz Corona wieder erlaubt sein – allerdings unter strengen Auflagen. Evangelische Gottesdienste sollen bis auf Weiteres ohne Singen stattfinden. Die Katholiken hingegen lockern das Singverbot: "Wenn die Abstandsregeln eingehalten werden, besteht kein Grund, auf Gesang gänzlich zu verzichten", schreibt die Deutsche Bischofskonferenz in ihren Empfehlungen für die Gemeinden. Leiser Gesang sei also erlaubt, nur auf lauten Gemeindegesang solle verzichtet werden.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal