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Rheuma: Welche AusprÀgungsformen gibt es?

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 03.08.2020Lesedauer: 2 Min.
Gelenkschmerzen: Eine rheumatoide Arthritis zeigt sich oft zuerst durch EntzĂŒndungen in den Fingergelenken.
Gelenkschmerzen: Eine rheumatoide Arthritis zeigt sich oft zuerst durch EntzĂŒndungen in den Fingergelenken. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn-bilder)
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EntzĂŒndete oder abgenutzte Gelenke, unerklĂ€rliche Schmerzen: Rheuma ist ein Sammelbegriff fĂŒr viele Krankheiten. Was sind die hĂ€ufigsten Formen und wie werden sie behandelt? Experten geben Antworten.

Auch wenn es eindeutig scheint: Rheuma ist nicht gleich Rheuma. "Der Begriff umfasst sehr viele unterschiedliche Erkrankungen und bedeutet eigentlich Schmerzen im Bewegungsapparat", sagt der Internist und Rheumatologe Prof. Stefan Schewe. Ganz grob lasse sich zwischen entzĂŒndlichen und nicht entzĂŒndlichen Erkrankungen unterscheiden.

Dazu kommen Schmerzempfindungsstörungen, das Fibromyalgiesyndrom zum Beispiel. Auch Gicht oder Osteoporose zum Beispiel zÀhlen laut Deutscher Rheuma-Liga zu Formen des Rheumas.

EntzĂŒndung oder Abnutzung in den Gelenken

Wer von Rheuma spricht, meint oft die rheumatoide Arthritis: Dann sind die Gelenke entzĂŒndet. "Meist fĂ€ngt es in den Fingern oder Zehen an", sagt der Internist Edmund Edelmann aus Bad Aibling (Bayern). Im weiteren Verlauf könnten jedoch sĂ€mtliche Gelenke betroffen sein.

Nach Angaben von Prof. Hanns-Martin Lorenz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Rheumatologie, können die EntzĂŒndungen bei vielen rheumatischen Erkrankungen nicht nur in den Gelenken, sondern an den verschiedensten Stellen auftreten – von GefĂ€ĂŸen ĂŒber Haut, Augen, Gehirn, Darm bis hin zur Muskulatur. Haarverlust könne ebenfalls Teilsymptom einer rheumatischen Erkrankung sein.

Patienten mit rheumatoider Arthritis haben nachts oft Schmerzen. "Wenn man morgens aufwacht, ist man ganz verklebt und steif", sagt Lorenz. Durch Bewegung wĂŒrde es im Laufe des Tages wieder besser. Erschöpfung und MĂŒdigkeit gehören zum Krankheitsbild dazu.

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Im Unterschied zur rheumatischen Arthritis ist die Arthrose nicht entzĂŒndlich. Hier sind die Gelenke abgenutzt. "Die Patienten haben nachts keine Schmerzen, aber beim Aufstehen oder nach einer langen Autofahrt", erlĂ€utert Stefan Schewe.

Was hier hilft: Muskeln trainieren, um die Gelenke zu entlasten. Zudem gibt es medikamentöse BehandlungsansÀtze und je nach Schwere der Arthrose auch verschiedene Operationsmöglichkeiten.

Probleme bei nass-kaltem Wetter

Sowohl bei Arthrose als auch bei rheumatoider Arthritis können SchĂŒbe auftreten. Arthrose-Patienten hĂ€tten hĂ€ufig Probleme bei nass-kaltem Wetter und merkten WetterumschwĂŒnge deutlich, so Lorenz. In diesem Fall helfe WĂ€rme – beispielsweise, indem man die HĂ€nde in warmes Wasser hĂ€lt. Die Arthritis ist wetterunabhĂ€ngig – hier hilft dem Experten zufolge eher KĂ€lte, da sich die Gelenke warm anfĂŒhlten.

"Rheumatoide Arthritis kann man in jedem Lebensjahr bekommen", sagt Stefan Schewe. Es gebe eine genetische Veranlagung, aber es sei keine Erbkrankheit, ergÀnzt Edmund Edelmann. Raucher und Frauen seien etwas hÀufiger betroffen, sagt Hanns-Martin Lorenz.

Behandlung hÀufig mit Biologika

Die gute Nachricht: Rheumatoide Arthritis ist mit Medikamenten behandelbar. Wichtig ist eine frĂŒhzeitige Therapie. HĂ€ufig kommen heutzutage sogenannte Biologika zum Einsatz. "Damit lĂ€sst sich die Krankheit gut aufhalten, heilbar ist sie aber nicht", fĂŒhrt Rheumatologe Edelmann aus.

Cortison wird bei bestimmten Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis eingesetzt, weil es schnell und wirksam die EntzĂŒndung unterdrĂŒcken kann. "Es hat aber sichere Nebenwirkungen, deshalb kann es nur fĂŒr kurze Zeit eingesetzt werden", sagt Hanns-Martin Lorenz.

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Neben Medikamenten ist bei vielen Rheuma-Formen Bewegung entscheidend. Ob Schwimmen, Laufen oder Radfahren: "Es gibt nicht die eine Sportart, die besonders gut geeignet ist", sagt Stefan Schewe. Zur Physiotherapie kommen hÀufig Ergo- und Psychotherapie dazu.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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