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Coronavirus und Schutz vor Aerosolen: Wie sinnvoll ist eine Maske im Büro?

Neue Studie  

Wieso eine Maske auch im Büro getragen werden sollte

10.08.2020, 10:03 Uhr
Coronavirus und Schutz vor Aerosolen: Wie sinnvoll ist eine Maske im Büro?. Büro: Forscher haben untersucht, welche Mund-Nasen-Bedeckung am besten schützt (Symbolbild). (Quelle: Getty Images/Milos Dimic)

Büro: Forscher haben untersucht, welche Mund-Nasen-Bedeckung am besten schützt (Symbolbild). (Quelle: Milos Dimic/Getty Images)

Viele Menschen kehren nach Monaten im Homeoffice nach und nach ins Büro zurück. Doch wie lässt sich in geschlossenen Räumen das Risiko minimieren, sich mit SARS-CoV anzustecken? 

Das Coronavirus wird unter anderem durch das Einatmen virushaltiger Partikel übertragen, die beim Atmen, Niesen, Sprechen und Singen ausgestoßen werden. Experten schätzen, dass sich diese Aerosole vor allem in Innenräumen in einem größeren Radius verteilen und unter Umständen bis zu einer halben Stunde in der Luft bleiben können.

Wie sinnvoll ist eine Maske im Büro?

Forscher der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) sind nun der Frage nachgegangen, wie sich die Aerosole in Büroräumen genau ausbreiten und welche Maskenart den besten Schutz vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 bietet.

Unter Leitung der Professoren Henning Schneider und Keywan Sohrabi vom Gießener Fachbereich Gesundheit erzeugte das Team mithilfe der sogenannten numerischen Strömungsmechanik eine Simulation. In dieser findet ein einmaliges Niesen an einem Standard-Büroarbeitsplatz statt.

1. Verteilung der Aerosolwolke ohne Maske

Die erste Szene ohne Alltagsmaske zeigt: Wird beim Niesen keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen, verteilt sich die Aerosolwolke innerhalb einer Sekunde mehr als zweieinhalb Meter in Niesrichtung. Die Ausdehnung kann laut den Experten sogar bis zu acht Meter betragen.

 (Quelle: THM) (Quelle: THM)

2. Verteilung der Aerosolwolke mit Alltagsmaske

In der zweiten bildlichen Darstellung der Simulation mit einer einfachen Baumwollmaske ist deutlich zu erkennen, dass sie die Ausbreitung der Aerosole über eineinhalb Meter hinaus verhindert. Zudem reduziert selbst eine Alltagsmaske die Ausbreitungsgeschwindigkeit und bewirkt ein schnelleres Absinken der Partikel. Sie ist demnach ein effektiver Schutz, wenn die üblichen Abstandsregeln eingehalten werden.

 (Quelle: THM) (Quelle: THM)

FFP-Masken, die auch den Träger schützen und eine höhere Dichte besitzen, zeigen der Studie zufolge ebenfalls eine gute Wirkung. Durch den hohen Druck auf die Maske während des Niesens entweicht allerdings ein Teil der Aerosole nach oben.

Aufgrund dieser Ergebnisse sprechen sich die Autoren für das Tragen einer Maske beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen aus. Dies sei in Corona-Zeiten "unbedingt empfehlenswert", so Sohrabi und Schneider. "Bereits einfachste Mund-Nasen-Bedeckungen und Face Shields bieten einen guten Basisschutz, wenn sich mehrere Personen in einem Raum aufhalten", heißt es in der Pressemitteilung der THM.

Wie sicher sind Gesichtsvisiere?

Gesichtsvisiere – oder auch Face Shields – sind demnach eine Alternative zur Alltagsmaske, um sich im Büro vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen. Die Schilder können der Studie zufolge Aerosole vor allem nach unten und seitlich nach hinten lenken. Bei einem Abstand von mehr als eineinhalb Metern biete diese Maskenart einen guten Schutz.

Am sichersten sei eine Kombination aus Maske und Gesichtsvisier. Diese Variante könne allerdings für den Träger über einen längeren Zeitrum sehr unangenehm werden.

Ventilator: Bei hohen Temperaturen werden in vielen Büroräumen Ventilatoren aufgestellt. (Quelle: Getty Images/tommaso79)Ventilator: Bei hohen Temperaturen werden in vielen Büroräumen Ventilatoren aufgestellt. (Quelle: tommaso79/Getty Images)

Sind Tischventilatoren in Corona-Zeiten gefährlich?

Auch Ventilatoren auf Bürotischen wurden in der Studie näher untersucht. Diese erwiesen sich als ungünstig, da sie ohne Schutz durch eine Maske und bei geschlossenem Fenster die Aerosolwolke in wenigen Sekunden im ganzen Raum verbreiten können. Die Forscher raten deshalb von dem Einsatz von Tischventilatoren ab.

Verwendete Quellen:
  • Technische Hochschule Mittelhessen: Pressemitteilung
  • Deutsche Apotheker Zeitung
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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