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Coronavirus: Mundspülungen könnten Covid-19-Ansteckungsgefahr senken

Forschung im Labor  

Mundspülungen könnten Corona-Ansteckungsgefahr senken

22.09.2020, 18:22 Uhr
Coronavirus: Mundspülungen könnten Covid-19-Ansteckungsgefahr senken. Mundspülung: Forscher gehen der Frage nach, ob sie das Risiko einer Corona-Infektion senken kann. (Quelle: Getty Images/AndreyPopov)

Mundspülung: Forscher gehen der Frage nach, ob sie das Risiko einer Corona-Infektion senken kann. (Quelle: AndreyPopov/Getty Images)

Deutsche Forscher haben Hinweise darauf gefunden, dass einfache Mundspülungen aus der Drogerie das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus reduzieren. In einem Laborexperiment testeten sie acht Produkte.

Handelsübliche Mundspülungen lassen das Coronavirus SARS-CoV-2 nach 30 Sekunden teils vollständig verschwinden. Das haben Virologen der Universität Bochum nach eigenen Angaben im Forscherverbund mit Kollegen der Universitäten Jena, Ulm, Duisburg-Essen, Nürnberg und Bremen in Laborexperimenten herausgefunden.

Im Mund-Rachen-Raum von Corona-Patienten können teilweise hohe Viruslasten nachgewiesen werden. Laut der Studie könnte die Anwendung von bestimmten Mundspülungen helfen, zumindest kurzzeitig die Viruslast und somit auch das Risiko einer möglichen Übertragung des Virus zu senken. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden bereits Ende Juli im englischsprachigen Fachblatt "Journal of Infectious Diseases" veröffentlicht.

Forscher testen acht Mundspülungen im Labor

Die Forscher testeten acht Mundspülungen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die in Apotheken oder Drogeriemärkten in Deutschland erhältlich sind. Es handelt sich dabei um folgende Produkte:

  • Cavex Oral Pre Rinse
  • Chlorhexamed Forte
  • Dequonal
  • Dynexidine Forte 0,2 %
  • Iso-Betadine mouthwash 1,0 %
  • Listerine cool mint
  • Octenident mouthwash
  • ProntOral mouthwash

Das Experiment fand im Labor statt. Die Wissenschaftler mischten jede Mundspülung mit Coronaviruspartikeln und einer speichelähnlichen Substanz. Danach schüttelten sie das Gemisch 30 Sekunden lang, um ein Gurgeln zu simulieren.

Mundwasser reduziert Coronavirus-Last

Das Ergebnis: Alle getesteten Mundspülungen konnten die Viruslast in den Proben senken. Drei von ihnen sogar so weit, dass die Forscher nach 30 Sekunden "gurgeln" keine Viren mehr nachweisen konnten – nämlich "Dequonal", "Iso-Betadine mouthwash" und "Listerine cool mint".

Dies könne beispielsweise bei zahnärztlichen Behandlungen nützlich sein, heißt es in der Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum. Ein sicherer Schutz vor der Ansteckung mit dem Virus sei die Verwendung von Mundspülungen allerdings nicht. Auch zur Behandlung von Covid-19 eigne sich Mundwasser nicht. Denn "Gurgeln mit einem Mundwasser kann die Produktion von Viren in den Zellen nicht hemmen", betonen die Forscher.

Überprüfung der Laborergebnisse an Probanden steht noch aus

Die Autoren der Studie weisen auch darauf hin, dass das Laborergebnis noch in klinischen Studien am Menschen bestätigt werden müsse. Die Forschungsfragen lauten: Können Mundspülungen auch beim "echten" Gurgeln die Viruslast im Mund-Rachen-Raum minimieren? Und wie lange hält dieser Effekt an?

Ähnliche Arbeiten zur Wirksamkeit von Mundspülungen gegen das Coronavirus laufen bereits in San Francisco. Das deutsche Forscherteam steht nach eigenen Angaben mit den US-amerikanischen Kollegen dazu in Kontakt.

Verwendete Quellen:

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