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"Es sind experimentelle Impfstoffe – kann es nicht oft genug sagen"

  • Melanie Rannow
Von Nicole Sagener, Melanie Rannow

Aktualisiert am 26.11.2020Lesedauer: 4 Min.
Alexander Kekulé: Der Corona-Experte zeigt sich angesichts der Impfstoffe gegen das Coronavirus optimistisch.
Alexander KekulĂ©: Der Corona-Experte zeigt sich angesichts der Impfstoffe gegen das Coronavirus optimistisch. (Quelle: MĂŒller-Stauffenberg/imago-images-bilder)
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Die Corona-Impfstoffe sind ein großes GlĂŒck fĂŒr uns alle, ist sich Virologe KekulĂ© sicher.

Die Aussicht auf einen baldigen Impfstoff gegen Covid-19 macht vielen Menschen Hoffnung – doch noch sind nicht alle Fragen geklĂ€rt, sagt der Virologe Alexander KekulĂ©. Warum auch mit einem Impfstoff die Corona-Pandemie nicht vorĂŒber ist und wie lange die Maßnahmen in Deutschland bestehen bleiben könnten, erklĂ€rt er im Interview mit t-online.


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Husten: Ein trockener Husten ist ein besonders hĂ€ufiges Symptom fĂŒr das Coronavirus. Der Husten kann zusĂ€tzlich zu Atemnot fĂŒhren.
Fieber: Eine erhöhte Temperatur ist ebenfalls ein hĂ€ufiges Symptom fĂŒr Covid-19. Viele Patienten haben zudem Gliederschmerzen oder fĂŒhlen sich schwach.
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t-online: Biontech hat gerade die Zulassung fĂŒr den ersten Impfstoff in den USA beantragt. Auch der Moderna-Wirkstoffkandidat zeigt laut ersten Daten eine hohe Wirksamkeit. Wie zuversichtlich sind Sie angesichts solcher Meldungen?

Alexander KekulĂ©: Das stimmt mich schon zuversichtlich. Das sind experimentelle Impfstoffe – man kann es nicht oft genug sagen. Diese RNA-Impfstoffe hat es noch nie zuvor gegeben. Es wurde nie bewiesen, dass sie ĂŒberhaupt funktionieren. Dass jetzt bei den ersten Studien zum Corona-Impfstoff alles so gut lĂ€uft und die Wirksamkeit bei ĂŒber 90 Prozent zu liegen scheint, ist ein sehr gutes Zeichen. Ich wĂŒrde jetzt aber nicht direkt die 95 Prozent bei Biontech unterschreiben.

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Wie kommt man denn genau auf diese Prozentzahl?

An der Biontech-Pfizer-Studie haben etwa 45.000 Probanden teilgenommen. Die HĂ€lfte davon hat den Impfstoff bekommen, die andere HĂ€lfte ein Placebo. Das Ergebnis: Etwa 160 Menschen haben sich infiziert. Dann rechnet man aus, wie viele von denen in der Impfstoffgruppe waren und wie viele in der Placebogruppe. Das ist statistisch sauber gemacht worden, aber natĂŒrlich noch nicht in Stein gemeißelt.

Das bedeutet, das Ergebnis kann sich noch Àndern?

Die Prozentzahl kann sich ohne Weiteres noch um einige Prozent nach oben oder unten verÀndern. Das Ergebnis bleibt dennoch hervorragend. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Grenze von 60 Prozent Wirksamkeit empfohlen. In den USA reichen sogar 50 Prozent.

Das heißt, wir haben damit brauchbare Impfstoffe fĂŒr die Beendigung der Pandemie. Wenn ein paar Menschen durch die Impfung dann doch nicht geschĂŒtzt sind, ist das nicht so schlimm.

Und dass diese Wirkstoffe bei allen Menschen gleichermaßen wirksam sind, ist gesichert?

Bei den Studien waren auch schon Ă€ltere Personen dabei. Wir haben hier kein Signal, dass die Impfstoffe bei ihnen weniger gut wirken wĂŒrden. Das ist ein sehr gutes Resultat, weil ja fĂŒr alte Menschen Covid ein besonders hohes Risiko darstellt und andere Impfstoffe, etwa gegen Grippe, hier schlechter wirken. Es wurden auch verschiedene Ethnien getestet. Der Großteil der Untersuchungen fand in den USA statt – dort wurden auch Afroamerikaner und Asiaten getestet.

Man könnte sagen: Es lĂ€uft wie am SchnĂŒrchen. Das Experiment hat soweit auf Anhieb geklappt, das ist ein großes GlĂŒck fĂŒr uns alle.

(Quelle: Future Image)


Prof. Dr. Alexander S. Kekulé
ist Professor fĂŒr Medizinische Mikrobiologie und Virologie an der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg sowie Direktor des Instituts fĂŒr Medizinische Mikrobiologie des UniversitĂ€tsklinikums Halle (Saale).
Seine Forschungsschwerpunkte sind Infektionskrankheiten, Pandemieplanung und Bevölkerungsschutz.

Einige Fragen bleiben dennoch offen. Zum Beispiel zur Langzeitwirkung von Impfstoffen, die auf der neuen RNA-Technologie basieren.

Das ist richtig. Erstens wissen wir noch nicht genau, wie die Langzeitwirkung aussieht. Da es sich um eine komplett neue Technologie handelt, muss man das natĂŒrlich im Auge haben. Ich sehe darin aber kein großes Problem, weil man auch mit einem nur fĂŒr ein paar Monate wirkenden Impfstoff die Pandemie sehr effektiv unterbrechen kann. Und zweitens wissen wir noch nicht, wie diese Impfstoffe bei Kindern wirken. Denn unter 12-JĂ€hrige werden bei solchen Studien nicht getestet.

Wie steht es um mögliche Nebenwirkungen?

Die Nebenwirkungen sind noch nicht ganz geklĂ€rt. Es sind zwar viele Menschen getestet worden. Bei beiden Impfstoffen zusammen mehr als 35.000 Menschen. Aber trotzdem wĂŒrde eine Nebenwirkung, die auch nur bei 1 zu 10.000 auftritt, gefĂ€hrlich sein – wenn man dann Milliarden von Menschen damit impft. Man sollte daher genau verfolgen, was mit den Geimpften passiert, also ob es unerwĂŒnschte Effekte gibt.

Außerdem haben wir einige logistische Fragen zu klĂ€ren. Der Biontech-Impfstoff etwa muss ultratiefgekĂŒhlt werden, was logistisch anspruchsvoll ist. Ich bin mir sicher, dass man gerade dabei ist, zu prĂŒfen, ob die KĂŒhlung auf Minus 70 Grad wirklich nötig ist. Der Moderna-Impfstoff kann dagegen bei minus 20 Grad transportiert und dann einige Tage bei KĂŒhlschranktemperatur gelagert werden.

Ab wann kann Ihrer Meinung nach mit den Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland begonnen werden?

Wenn alles klappt und keine weiteren Probleme auftreten, werden wir bereits Ende des Jahres mit der Impfung der Risikogruppen beginnen. Danach kommt das medizinische Personal an die Reihe. Bis schließlich auch die Normalbevölkerung in großem Stil geimpft wird, könnte es April werden. Das ist natĂŒrlich toll – ein Licht am Ende des Tunnels.

Letztlich kommen ein oder vielleicht sogar mehrere Impfstoffe deutlich schneller, als viele Experten vermutet hatten 


Schon im Januar haben die Wissenschaftler gesagt: Coronaviren sind fĂŒr einen Impfstoff kein besonderes Problem. Bei Hepatitis C oder Aids ist das anders, da gibt es grundsĂ€tzliche, biologische Probleme. Es gab ja auch einen Impfstoff gegen MERS, der gut funktioniert hat. Darum war eigentlich klar, dass man gegen Covid-19 im Prinzip gut impfen kann. Das hat sich jetzt bewahrheitet.

Trotzdem mĂŒssen wir noch eine ganze Weile die EinschrĂ€nkungen im Alltag durchhalten, richtig?

Ja. Ein Beginn der Impfungen heißt nicht, dass die Pandemie zu Ende ist. WĂ€hrend der ganzen Zeit, in der geimpft wird, mĂŒssen wir weiter die Schutzmaßnahmen beachten. Wie wir das ohne weitere Lockdowns schaffen können, habe ich ja in meinem Buch "Der Corona-Kompass" beschrieben, das gerade erschienen ist.

Wie lange werden die Maßnahmen denn bleiben?

Die mĂŒssen so lange bestehen bleiben, bis die HerdenimmunitĂ€t zu greifen beginnt. Und das dauert noch Monate – höchstwahrscheinlich noch bis in den Sommer hinein. Bis dahin mĂŒssen wir durchhalten. Ich hoffe sehr, dass alles gut geht und wir im nĂ€chsten Herbst keine erneute Corona-Welle haben.

Aber dass wir einen Impfstoff haben, ist kein Grund, jetzt schon locker zu werden – im Gegenteil. Weil wir jetzt Licht am Ende des Tunnels sehen, sollten wir möglichst niemanden mehr auf der Strecke lassen. Das Ende ist in Sicht, deshalb mĂŒssen wir uns umso besser an die Maßnahmen halten.

Wir danken fĂŒr das GesprĂ€ch, Herr KekulĂ©!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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