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Corona-Studie: Weitere Volkskrankheit offenbar als Risikofaktor identifiziert

Aktuelle Studie  

Weitere Volkskrankheit offenbar als Covid-Risikofaktor identifiziert

24.04.2021, 15:09 Uhr
Corona-Studie: Weitere Volkskrankheit offenbar als Risikofaktor identifiziert. Lebererkrankung: Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter einer Fettleber. (Quelle: Getty Images/Alona Siniehina)

Lebererkrankung: Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter einer Fettleber. (Quelle: Alona Siniehina/Getty Images)

Übergewicht und Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder COPD zählen zu den Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf. Doch auch andere Patienten könnten stärker gefährdet sein.

Das Robert Koch-Institut (RKI) listet verschiedene Risikofaktoren für schwere Covid-19-Verläufe auf: Neben höherem Lebensalter, Adipositas und Rauchen nennt das RKI dabei auch Grunderkrankungen verschiedener Organe wie Herz, Lunge, Niere und Leber.

Eine aktuelle Studie hat nun untersucht, wie schwer ein Covid-19-Verlauf bei Menschen mit Lebererkrankungen sein könnte. Bislang gab es dazu nur wenig Erkenntnisse, obwohl die sogenannte nicht-alkoholische Fettleber rund 25 Prozent der Menschen weltweit betrifft.

Die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) ist eine häufige Erkrankung, bei der es zur vermehrten Ablagerung von Fett in den Leberzellen kommt. Dadurch wird die Funktion der Leber eingeschränkt. Ist das wichtige Organ in seiner Funktion gestört, kann das den gesamten Stoffwechsel des Körpers beeinflussen.

Ein Forscherteam aus Indien und Australien analysierte die klinischen Verläufe von mehr als 1.800 Covid-Patienten mit Fettleber. Das Ergebnis: Es zeigte sich bei einer Vielzahl von Patienten ein höheres Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung mit Intensivbehandlung. Ein erhöhtes Sterberisiko konnte bei ihnen allerdings nicht festgestellt werden. Publiziert wurde die Untersuchung in der Medizin-Datenbank PubMed, die von der "National Library of Medicine" (NLM) in den USA betrieben wird.

Die Studienautoren merken aber auch an, dass der Einfluss einer Leberverfettung auf den Krankheitsverlauf noch nicht abschließend geklärt sei. Viele Patienten mit nicht-alkoholischer Fettleber hätten Begleiterkrankungen wie etwa Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht, die ebenfalls zu den bekannten Risikofaktoren für schwere Covid-19-Erkrankugen gehörten. Zukünftige Studien müssten die Rolle der NAFL bei Covid-19 weiter untersuchen, um Risiken und Folgen besser zu verstehen.

Wie gefährlich ist Covid-19 für Fettleberpatienten?

Der Deutschen Leberhilfe zufolge erhöht nicht jede chronische Lebererkrankung sofort das Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren oder einen schweren Verlauf zu haben. Dies hänge eher von der Schwere der Lebererkrankung oder ihren Begleit­umständen ab.

Bei Patienten mit Leberzirrhose, Leberzellkrebs und auch Fettleber sei das Risiko durchaus erhöht. So wurden in einigen Kliniken in Deutschland mehr schwere Covid-19-Verläufe beobachtet, wenn Patienten eine nicht-alkoholische Fettleber hatten. Die Betroffenen litten auch häufiger an Atemnot und Sauer­stoffmangel als Menschen ohne Fettleber.

Was Leberpatienten in Corona-Zeiten beachten sollten

Generell sollten sich Patienten mit chronischen Lebererkrankungen besonders vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Dazu zählen vor allem die Hygiene- und Abstandsregeln, aber auch die Impfung gegen Covid-19. Die Deutsche Leberhilfe empfiehlt sie für alle chronisch Leberkranken.

Dies schließt ausdrücklich auch Menschen mit Leberzirrhose, nach Lebertransplantation sowie mit autoimmunen Lebererkrankungen ein.

Fettleber als Volkskrankheit

Viele Menschen in Deutschland haben eine Fettleber und bemerken es nicht, denn die Leber leidet still und es zeigen sich oft erst spät Symptome. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich, am häufigsten ist die Erkrankung allerdings auf eine falsche Ernährung zurückzuführen. Die Fallzahlen der Patienten mit nicht-alkoholischer Fettleber steigen seit Jahren deutlich. Inzwischen ist hierzulande jeder Vierte betroffen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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