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Corona-Krise: Pflegekräfte wollen den Job wechseln

Alarmierende Umfrage  

Ein Drittel der Pflegekräfte will den Job wechseln

02.05.2021, 10:55 Uhr
Corona-Krise: Pflegekräfte wollen den Job wechseln . Erschöpfte Pflegekraft: 30 Prozent des medizinischen Pflegepersonals überlegt, bald den Beruf zu wechseln.  (Quelle: imago images/Westend61)

Erschöpfte Pflegekraft: 30 Prozent des medizinischen Pflegepersonals überlegt, bald den Beruf zu wechseln. (Quelle: Westend61/imago images)

Seit mehr als einem Jahr arbeiten Ärzte und Pflegekräfte an der Belastungsgrenze, um Covid-Patienten zu versorgen. 95 Prozent von ihnen fühlen sich im Stich gelassen. Das zeigen Umfragen jetzt. 

Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) hat zwischen dem 5. April und dem 16. April 2021 eine Online-Umfrage bei medizinischem Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst durchgeführt und einige erschreckende Antworten erhalten. Wie viele Ärzte wollen ihren Job im kommenden Jahr aufgeben? Ist der Personalmangel durch die Krise noch verstärkt worden? Wie könnten die Probleme gelöst werden? Und wieso lässt sich immer noch nicht jeder aus medizinischen Berufen gegen SARS-CoV-2 impfen?

Wer hat an der Umfrage teilgenommen? 

Die Wissenschaftler haben 1.321 Menschen aus medizinischen Berufen befragt. Von ihnen waren 35 Prozent Ärzte, 57 Prozent Pflegepersonal, fünf Prozent Rettungs- und Notfallsanitäter und drei Prozent aus anderen Bereichen. 

Wie ist die Meinung des medizinischen Personals zur Politik? 

86 Prozent der Ärzte und sogar fast 96 Prozent des Personals aus Gesundheitsfachberufen (Pflegepersonal, Rettungs- und Notfallsanitäter) geben an, sich von der Politik im Stich gelassen zu fühlen. 

Der Personalmangel habe sich 97 Prozent der Pflegekräfte und 87 Prozent der Ärzte zufolge durch die Corona-Pandemie sogar noch verstärkt. Beide Berufsgruppen sind sich zu je fast 96 Prozent einig: Die Politik löse weder den Ärzte- noch den Pflegepersonalmangel. Fast alle wünschen sich hingegen eine "nachhaltige Krankenhausreform", um das Problem zu lösen. Die Zusammenlegung von Krankenhäusern hingegen halten die meisten nicht für sinnvoll.

Wie sehen Ärzte und Pflegekräfte ihre Arbeit? 

Besonders erschreckend: Der Umfrage zufolge spielen mehr als 30 Prozent der Menschen in den Gesundheitsfachberufen und fast 20 Prozent der Ärzte mit dem Gedanken, ihren Beruf in den kommenden zwölf Monaten aufzugeben. 

45 Prozent der Pflegekräfte und knapp 30 Prozent der Ärzte haben zudem den Wunsch, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ein Grund: Die große Mehrheit beider Berufsgruppen sieht ihren Zweig nach drei Corona-Wellen nicht mehr ausreichend belastbar aufgestellt für die Zukunft. 

Wie steht das medizinische Personal zu Corona-Impfungen? 

Wie das "Ärzteblatt" berichtet, haben sich die Impfungen von Ärzten und Pflegekräften offenbar positiv auf die Kapazitäten in den Notaufnahmen ausgewirkt. Obwohl sich mittlerweile immer mehr jüngere Menschen mit dem Coronavirus infizieren, habe es keinen Anstieg bei den Personalausfällen in den Notaufnahmen gegeben. 

Trotzdem stehen viele Mitarbeiter im medizinischen Bereich den Corona-Impfungen immer noch skeptisch gegenüber, wie eine zweite Umfrage von "Medwing" zeigt. Ein Drittel des medizinischen Personals lehnt demnach eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt hab, mehr als 36 Prozent fühlen sich nicht ausreichend informiert, nur 15 Prozent sind zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. 

"Die Pandemie verdeutlicht noch einmal, wie wichtig ein funktionierendes
Gesundheitssystem für unsere Gesellschaft ist. In der Pandemie war und ist die Belastung auf den Intensivstationen extrem hoch, in anderen Bereichen war die Auslastung teilweise deutlich geringer. Wenn in den Krankenhäusern wieder Regelbetrieb herrscht, wird der Personalmangel die größte Herausforderung des Gesundheitssystems über die nächsten zehn Jahre sein", betont Medwing-Gründer Johannes Roggendorf.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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