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Corona-Impfung: Das sollten Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch beachten

Neue Studie zum Risiko  

Schwangerschaft, Kinderwunsch und Corona: Ist die Impfung sicher?

06.05.2021, 10:32 Uhr
Corona-Impfung: Das sollten Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch beachten. Schwangerschaft (Symboldbild): Einer neuen Studie zufolge erkranken schwangere Frauen nicht öfter, aber häufiger schwerer an Covid-19. (Quelle: Getty Images/Getty AndreyPopov)

Schwangerschaft (Symbolbild): Einer neuen Studie zufolge erkranken schwangere Frauen nicht öfter, aber häufig schwerer an Covid-19. (Quelle: Getty AndreyPopov/Getty Images)

Schwangere sind von den Impfstoffstudien ausgeschlossen – dabei erkranken sie neuen Erkenntnissen zufolge häufig schwerer an Covid-19. Können sie durch eine Corona-Impfung geschützt werden?

Ein Großteil der Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit dem Coronavirus infizieren, haben einen symptomlosen Verlauf oder nur milde Symptome. Und auch das Baby bleibt meist von einem schweren Krankheitsverlauf verschont. Allerdings fanden Forscher heraus, dass Schwangere, bei denen es zu einem schweren Covid-19-Verlauf kommt, ein höheres Risiko für Krankenhausaufenthalte haben als Frauen gleichen Alters, die nicht schwanger sind.

Eine aktuelle Studie aus Oxford, an der 2.100 schwangere Frauen aus 18 Ländern teilnahmen, zeigt sogar: Frauen, die in der Schwangerschaft an Covid-19 erkranken, haben ein 20-fach höheres Risiko zu sterben als nicht infizierte Schwangere. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 706 schwangere Frauen, bei denen Covid-19 diagnostiziert worden war. Als Kontrolle dienten 1.424 schwangere Frauen ohne Corona-Diagnose.

Auch Frühgeburten kamen bei Corona-infizierten Schwangeren etwa doppelt so häufig vor wie bei nicht infizierten Schwangeren.

Die Hauptaussage der Studie, die kürzlich im englischsprachigen Fachblatt "JAMA Pediatrics" veröffentlicht wurde, ist den Studienautoren zufolge, dass Schwangere sich zwar nicht häufiger infizieren als nicht schwangere Frauen, aber ein höheres Risiko haben, schwer zu erkranken. Sie empfehlen deshalb, dass alle Schwangeren eine Covid-19-Impfung erhalten sollten.

Doch Schwangere waren und sind von den Impfstoffstudien ausgeschlossen. In Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Israel erhalten sie dennoch eine Covid-19-Impfung. In einigen US-Bundesstaaten werden sie sogar seit Längerem bevorzugt geimpft. Doch wie lautet die aktuelle Empfehlung für werdende Mütter und Frauen mit Kinderwunsch in Deutschland?

Können sich schwangere oder stillende Frauen impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. Der Grund: Es gibt bislang keine systematisch am Menschen erhobenen Daten dazu, ob die Impfung in der Schwangerschaft sicher ist. Das bedeute aber nicht, dass die Impfung nicht sicher sei – es fehlten nur Daten, um dies zu beurteilen, so das Robert Koch-Institut (RKI). Wird eine schwangere Frau aus Versehen geimpft, zum Beispiel weil die Schwangerschaft noch nicht bekannt war, ist dies aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung kann hingegen in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt und nach Aufklärung eine Impfung angeboten werden.

Auch zur Impfung in der Stillzeit liegen nur wenige Daten vor. Stillende Frauen waren aus den Phase-3-Studien ausgeschlossen. Die Stiko hält es aber für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Die Impfstoffhersteller arbeiten derweil an Studien mit schwangeren und stillenden Frauen. Zwischenergebnisse zeigten keine Hinweise auf ein erhöhtes Impfrisiko für Schwangere und das Ungeborene bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. Die Schwangeren vertrugen die Impfung ähnlich gut wie nicht schwangere Frauen. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe fordert aufgrund dieser positiven Signale, alle Schwangeren in Deutschland mit einem mRNA-basierten Corona-Impfstoff zu impfen.

Sollten sich auch Frauen mit Kinderwunsch impfen lassen?

Das Robert Koch-Institut empfiehlt eine Impfung gegen Covid-19 auch für Frauen mit Kinderwunsch. "Die verfügbaren Impfstoffe wurden an Erwachsenen – auch Frauen mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden", so das Institut.

Vor allem zu Beginn der Impfkampagne kursierte zudem das Gerücht, dass die Impfung unfruchtbar machen könne. Diese Behauptung sei falsch. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gab es demnach keinerlei Hinweise auf eine Beeinträchtigung der weiblichen oder männlichen Fruchtbarkeit.

Außerdem wurden laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auch mit wiederholter Gabe einer erhöhten Impfstoffdosis bei den nachfolgenden Untersuchungen keine Impfstoff-bezogenen Veränderungen in weiblichen oder männlichen Fortpflanzungsorganen – Eierstöcken oder Hoden – beobachtet. Mehr zu dieser Fehlinformation lesen Sie hier.

Was Frauen mit Kinderwunsch allerdings beachten sollten: Die Impfung in der Schwangerschaft wird derzeit von der Ständigen Impfkommission nicht empfohlen, da bisher keine ausreichenden Daten für eine Empfehlung vorliegen, nicht aber, weil eine konkrete Gefahr befürchtet wird.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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