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Gürtelrose nach Corona-Impfung: Neue Nebenwirkung oder Zufall?


Gürtelrose nach Corona-Impfung: Neue Nebenwirkung oder Zufall?

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 14.02.2022Lesedauer: 2 Min.
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Gürtelrose: Die Infektionskrankheit betrifft vor allem ältere Menschen.
Gürtelrose: Die Infektionskrankheit trifft vor allem ältere Menschen. (Quelle: franciscodiazpagador/getty-images-bilder)
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Viele Symptome werden als Nebenwirkungen nach Covid-19-Impfungen diskutiert – darunter auch Gürtelrose. Studien sehen einen möglichen Zusammenhang, doch das Paul-Ehrlich-Institut winkt ab.

Das Wichtigste im Überblick


  • Kann die Corona-Impfung Gürtelrose auslösen?
  • Was hinter der Erkrankung Gürtelrose steckt
  • Wer sich gegen Gürtelrose impfen lassen sollte

Je mehr Impfungen gegen Covid-19 verabreicht werden, desto mehr Impfreaktionen werden an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet. Aktuell beobachten Ärzte eine auffällige Zunahme der Gürtelrose bei geimpften Patienten. Das PEI hat die Verdachtsfälle bereits Ende 2021 überprüft – und nun eine Einschätzung abgegeben.


Corona: Auf diese Impfreaktionen sollten Sie sich einstellen

Wie bei jeder anderen Impfung auch kann es nach der Verabreichung der Corona-Impfstoffe zu Impfreaktionen und anderen Nebenwirkungen kommen. Von diesen Beschwerden berichten Betroffene am häufigsten.
Die häufigste Impfreaktion sind Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle – auch als "Covid-Arm" bekannt.
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Gürtelrose – auch unter dem Begriff Herpes Zoster bekannt – wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, das bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, Windpocken verursacht. Nach Abklingen der Erkrankung verbleibt das Virus lebenslang in den Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt als Herpes Zoster wieder auftreten.

In Deutschland müssen laut RKI jährlich mehr als 300.000 Menschen wegen Gürtelrose behandelt werden. Die Erkrankung tritt in allen Altersgruppen auf, am häufigsten sind über 50-Jährige betroffen.

Kann die Corona-Impfung Gürtelrose auslösen?

Demnach gibt das Institut in Bezug auf Herpes Zoster nach einer Covid-19-Impfung Entwarnung. "Für die folgenden Erkrankungen ergab sich aufgrund der Zahl der Meldungen an das Paul-Ehrlich-Institut kein Risikosignal innerhalb von 14 beziehungsweise 30 Tagen nach allen vier zugelassenen Covid-19-Impfstoffen", heißt es im Sicherheitsbericht aus dem September 2021.

Im neuesten Bericht vom Februar tauchen Herpes-Zoster-Fälle schon gar nicht mehr auf. Das PEI kommt also zu dem Schluss, dass kein Zusammenhang zwischen Gürtelrose und Corona-Impfung besteht.

Studien zeigen jedoch: Es könnte durchaus möglich sein, dass Geimpfte nach der Immunisierung eine Gürtelrose entwickeln. Durch die Corona-Impfung wird das Immunsystem angeregt. Schlummern Herpes-Zoster-Viren im Körper, könnten diese reaktiviert werden, so ein Forscherteam aus Israel. Sie beobachteten, dass die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer bei einer begrenzten Anzahl von Patienten eine Gürtelrose aktivierten.

Die Studie konzentrierte sich auf Patienten mit autoimmunen, entzündlichen, rheumatischen Erkrankungen. Sie sind ein typisches Beispiel für ein geschwächtes Immunsystem.

In der Schweiz wurden ebenfalls mehr als 200 Fälle von Herpes Zoster bekannt, die nach einer Impfung mit Biontech/Pfizer auftraten. Insgesamt waren 11.467 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen ausgewertet worden. Unklar ist allerdings auch hier, ob dafür eine Corona-Impfung verantwortlich gemacht werden kann und ob letztlich ein mRNA-Impfstoff der Auslöser war.

Um andere Ursachen wie fortgeschrittenes Alter oder extremen Stress als Auslöser auszuschließen, müssen weitere Untersuchungen erfolgen. Schließlich könnte die zeitliche Nähe der Gürtelrose-Fälle und der Corona-Impfung ein Zufall sein.

Was hinter der Erkrankung Gürtelrose steckt

Eine Gürtelrose ist eine Zweiterkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird. Dieses Virus verursacht bei einer Erstinfektion – meistens im Kindesalter – Windpocken. Nach der Windpocken-Erkrankung bleibt es im Körper und nistet sich in den Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks oder in den Hirnnerven ein.

Jahrzehntelang kann das Virus dort "vor sich hin schlummern". Doch wird es durch Infektionskrankheiten oder andere Faktoren wie starken Stress, Immunschwäche oder Medikamente reaktiviert, kann es eine Gürtelrose auslösen. Dann wandern die Viren am betroffenen Nerv entlang in die Haut und rufen die typische Entzündung mit Hautausschlägen hervor.

Herpes Zoster sollte immer behandelt werden

Oft verläuft die Gürtelrose selbst ohne Behandlung komplikationslos und verschwindet nach zwei bis vier Wochen von allein wieder. Doch es können auch langwierige Komplikationen wie weitere Hautinfektionen oder eine Hirnhautentzündung auftreten. Da der Verlauf der Erkrankung nicht vorhersagbar ist, raten Ärzte dazu, die Gürtelrose in jedem Fall schnell und fachgerecht zu behandeln. Welche Medikamente dabei infrage kommen, lesen Sie hier.

Wer sich gegen Gürtelrose impfen lassen sollte

Seit einigen Jahren gibt es wirksame Impfstoffe gegen Gürtelrose. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung allen Personen ab 60 Jahren. Bestimmte Risikogruppen können sie bereits ab 50 Jahren erhalten. Dazu zählen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Diabetes oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Die Kosten für die Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Sicherheitsbericht vom 7. Februar 2022
  • Robert Koch-Institut (RKI)
  • DW: "Lösen Corona-Impfungen Gürtelrose aus?", 4. Februar 2022
  • Eigene Recherche
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