Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Leichterer Verlauf: Verschont Omikron die Lunge?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 02.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Coronaviren greifen häufig die Lunge an (Symbolfoto): Studien zeigen, dass das bei Omikron anders sein könnte.
Coronaviren greifen häufig die Lunge an (Symbolfoto): Studien zeigen, dass das bei Omikron anders sein könnte. (Quelle: SNA/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Schon länger wird vermutet, dass der Covid-Verlauf bei einer Infektion mit der Omikron-Variante leichter sein könnte. Neue Studien zeigen jetzt, dass die Mutante möglicherweise die Lunge schont.

Das Wichtigste im Überblick


  • Leichterer Verlauf durch Omikron?
  • Verschont Omikron die Lunge?
  • Warum verläuft Omikron möglicherweise milder als andere Varianten?
  • Warum verschont Omikron möglicherweise die Lunge?
  • Wie sicher sind die Studien?

Bereits als die neue Corona-Variante Omikron in Südafrika entdeckt wurde, gab es Vermutungen, dass diese Mutante sich zwar schneller ausbreitet, als das Ursprungsvirus, dafür aber zu leichteren Verläufen führen könnte. Mittlerweile haben Wissenschaftler auf der ganzen Welt einige Belege für diese Theorie gefunden. In Tierversuchen und Gewebeproben könnte nun ein weiterer Hinweis darauf gefunden worden sein. Demnach greift das Coronavirus bei der Omikron-Variante die Lunge weniger oder gar nicht an. Wie kommen die Forscher zu diesem Schluss?


Omikron-Symptome: Das sind die ersten Anzeichen

Müdigkeit: Omikron-Infizierte berichten auch über Erschöpfung und starke Müdigkeit.
Halskratzen: Zu den häufigsten Omikron-Symptomen gehören auch Halsschmerzen.
+4

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Russischer Oberst überrascht mit Kritik – Moderatorin reagiert prompt


Leichterer Verlauf durch Omikron?

Schon vor Weihnachten zeigten Studien aus Großbritannien, dass Corona-Infektionen bei der Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante seltener zu einem Krankenhausaufenthalt führen. Zuvor hatte es schon Erkenntnisse aus Südafrika gegeben, wo die Omikron-Variante erstmals registriert worden war. Den Studien zufolge gab es bei der Omikron-Variante bis zu 25 Prozent weniger Krankenhauseinweisungen mit Covid-19, als beispielsweise bei der Delta-Variante.

Experten warnten allerdings vor überzogenem Optimismus, vor allem die schnelle Ausbreitung der Variante könnte trotzdem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen. Zudem ist bisher nicht klar, wie es zu der geringeren Gefahr durch Omikron kommt. Ein Grund könnten auch die jüngeren und gesünderen Patienten in Südafrika sein, die nicht mit Vorerkrankungen zu kämpfen haben, wie sie in Deutschland häufig vorkommen. Einen anderen Grund könnten nun Tierstudien liefern, über die die "New York Times" zuerst berichtete.

Verschont Omikron die Lunge?

Wie die US-Tageszeitung berichtet, haben mehrere Forschungsgruppen in Tierversuchen und bei Laboruntersuchungen menschlichen Gewebes festgestellt, dass Omikron im Vergleich zu anderen Corona-Varianten weniger Schäden an der Lunge verursacht. Das könnte eine Erklärung für mildere Verläufe liefern.

Einige der Studien wurden an Mäusen und Hamstern durchgeführt. Sie zeigten, dass Omikron vor allem die oberen Atemwege infiziert und so hauptsächlich Nase, Rachen und die Luftröhre betrifft. So schadete das Virus der Lunge der Tiere viel weniger. Dort sorgten andere Varianten für Narbenbildung oder ernsthafte Atembeschwerden. Die mit Omikron infizierten Tiere hingegen hatten weniger Lungenschäden, verloren weniger Gewicht und starben weniger wahrscheinlich. Besonders auffällig seien die Ergebnisse bei syrischen Hamstern gewesen, die an allen bisherigen Versionen des Virus schwer erkrankt war. "Das war überraschend, da jede andere Variante diese Hamster robust infiziert hat“, sagte Dr. Michael Diamond, Virologe an der Washington University und Mitautor der Studie, gegenüber der "New York Times".

Warum verläuft Omikron möglicherweise milder als andere Varianten?

Als möglichen Grund dafür, dass Omikron milder verlaufen könnte, als andere Varianten nennt Diamond die Anatomie. In der Nase der Tiere sei die Viruslast ähnlich hoch gewesen, wie bei früheren Varianten, die Omikron-Werte in der Lunge seien hingegen nur etwa ein Zehntel der Werte anderer Varianten gewesen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch Forscher aus Hongkong, die Gewebeproben von Menschen untersucht haben. In den Lungenproben konnten die Wissenschaftler demnach feststellen, dass Omikron offenbar langsamer wächst als Delta oder andere Varianten. Um einen Vergleich herzustellen, infizierten die Wissenschaftler auch Gewebe aus den Bronchien und den oberen Atemwegen. Im Gegensatz zum Wachstum in der Lunge breitete sich Omikron in den Bronchialzellen deutlich schneller aus als Delta oder andere Varianten.

Warum verschont Omikron möglicherweise die Lunge?

Auch dafür, warum die neue Variante sich nicht so sehr in der Lunge ausbreitet wie andere Varianten, haben die Wissenschaftler erste Erklärungsansätze. So erklärt Dr. Ravindra Gupta, Virologe an der University of Cambridge laut "New York Times", viele Zellen in der Lunge trügen ein bestimmtes Protein auf ihrer Oberfläche. Dieses könne Viren dabei helfen, in die Zelle einzudringen. Dazu erklärt Gupta auch auf Twitter: "Wir haben den Wildtypen, Delta und Omikron getestet", Delta sei dabei sehr gut darin gewesen, Lungenzellen zu infizieren. Das entsprechende Protein vertrage Omikron hingegen offenbar nicht so gut. Weiter oben in den Atemwegen tragen die Zellen dieses Protein allerdings gar nicht oder weniger in sich. Das könnte erklären, warum sich Omikron dort leichter verbreiten kann.

Wie sicher sind die Studien?

Bisher stammen die Erkenntnisse nur aus Laborstudien und Tierversuchen. Es müssen deshalb auf jeden Fall weitere Studien folgen, um mit Sicherheit sagen zu können, ob und warum Omikron zu leichteren Verläufen führt als andere Corona-Varianten. Bisher gibt es noch zu wenige Daten, die Variante ist noch zu neu, um sichere Aussagen treffen zu können. Auch Diamond sagte, er wolle warten, bis weitere Studien durchgeführt werden, insbesondere an Menschen statt an Tieren, bevor er die Hypothese befürwortet, dass das Protein in den Lungenzellen der Schlüssel zum Verständnis von Omikron ist. "Ich denke, es ist noch zu früh", sagte er.

Weitere Artikel


Das macht auch Gupta auf Twitter deutlich: "Weitere Arbeiten sind erforderlich", betont er bei der Vorstellung seiner Forschungsergebnisse. Hinzu kommt die Tatsache, dass auch mit diesen Studien die Frage unbeantwortet bleibt, warum sich Omikron soviel schneller und leichter ausbreitet als bisherige Varianten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Christiane Braunsdorf
  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
COVID-19CoronavirusDeutschlandGroßbritannienNew York TimesOmikronSüdafrikaTwitterWeihnachten
Beliebte Themen

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website