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Welche Symptome Migräne verursacht und was hilft

Von Astrid Clasen

Aktualisiert am 15.07.2022Lesedauer: 9 Min.
Junge Frau mit Kopfschmerzen
Migräne trifft Frauen deutlich häufiger als Männer. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)
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Neben Kopfschmerzen kann Migräne noch ganz andere Symptome verursachen – vor allem Migräne mit Aura. Was dahintersteckt und welche Behandlung hilft.

Das Wichtigste im Überblick


  • Definition: Was ist Migräne?
  • Migräne: Symptome
  • Migräne: Ursachen
  • Migräne: Diagnose
  • Behandlung: Was hilft gegen Migräne?

Migräne ist weltweit eine der häufigsten Formen von Kopfschmerz. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Doch am häufigsten sind Menschen zwischen 20 und 50 Jahren betroffen, darunter etwa dreimal mehr Frauen als Männer.

Definition: Was ist Migräne?

Migräne ist eine Kopfschmerzerkrankung, die zu den Erkrankungen des Gehirns und damit zu den neurologischen Erkrankungen zählt. Definiert ist sie durch wiederkehrende, anfallsartig auftretende Kopfschmerzen mit einer Dauer von 4 bis 72 Stunden.

Die Kopfschmerzen bei Migräne sind mäßig bis sehr stark. Oft sind sie begleitet von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit.

In etwa 10 bis 30 Prozent der Fälle ist Migräne zudem mit einer Aura verbunden: Dabei handelt es sich um vorübergehende neurologische Reiz- und Ausfallerscheinungen, die vor einem Migräneanfall oder zu dessen Beginn auftreten.

Eine typische Aura macht sich überwiegend (zu 90 %) durch Sehstörungen auf beiden Augen bemerkbar: Eine veraltete Bezeichnung für diese Migräneform lautet ophthalmische Migräne, umgangssprachlich Augenmigräne genannt. Aber auch Empfindungsstörungen oder Sprech- und Sprachstörungen können eine typische Aura ausmachen.

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Schon gewusst?
Eine typische Migräneaura ist nicht zwangsläufig mit Kopfschmerzen verbunden: Mitunter tritt die Aura bei Migräne ohne Kopfschmerzen auf. Der aus dem Französischen stammende Fachbegriff hierfür lautet migraine sans migraine – zu Deutsch: Migräne ohne Migräne. Am ehesten kommt das in jungen Jahren und bei über 60-Jährigen vor.

Neben Migräne mit typischer Aura gibt es noch weitere Formen von Migräne mit atypischen Aurasymptomen – wenn auch wesentlich seltener. Dazu gehören:

  • Migräne mit Hirnstammaura, bei der neben der typischen Aura Hirnstammsymptome auftreten (wie etwa Hörminderung, Schwindel, Tinnitus, Doppeltsehen, Koordinations- oder Bewusstseinsstörung)
  • hemiplegische Migräne, bei der sich neben der typischen Aura eine Muskelschwäche mit Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite entwickelt
  • retinale Migräne, bei der es neben den Migränekopfschmerzen auf nur einem Auge zu Sehstörungen ähnlich wie bei einer typischen Aura oder zu einer vorübergehenden Erblindung kommt

Die Häufigkeit der Migräneanfälle kann sehr unterschiedlich sein. Vereinzelt kehren die Beschwerden so oft wieder, dass sie als chronisch gelten: Eine chronische Migräne liegt per Definition vor, wenn mindestens 3 Monate lang an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen auftreten, die an mindestens 8 Tagen pro Monat einem Migränekopfschmerz entsprechen.

Gut zu wissen
Auch wenn Migränekopfschmerzen deutlich stärker sind als gewöhnliche Kopfschmerzen und den Alltag massiv einschränken können: Migräne gilt als eine gutartige Erkrankung, ist also nicht gefährlich.

Migräne: Symptome

Die für Migräne typischen Symptome sind anfallsartig auftretende Kopfschmerzen. Diese Migränekopfschmerzen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie

  • unbehandelt 4 bis 72 Stunden andauern,
  • nur eine Kopfseite betreffen und/oder
  • pulsieren und/oder
  • mäßig bis stark ausgeprägt sind und/oder
  • sich durch körperliche Aktivität verstärken sowie
  • mit Übelkeit bzw. Erbrechen und/oder Licht- und Lärmscheu verbunden sind.
Kranke Frau im Bett schirmt ihre Augen ab
Während eines Anfalls von Migräne sind viele Betroffene sehr licht- und geräuschempfindlich und ziehen sich darum in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurück. (Quelle: martin-dm/getty-images-bilder)

Migräneanfälle treten in unregelmäßigen Abständen auf. Mal macht sich Migräne nur ab und zu bemerkbar, mal treten die Symptome jeden Monat an mehreren Tagen auf.

Ihren ersten Migräneanfall haben die meisten Betroffenen zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr. Viele beschreiben die Kopfschmerzen bei Migräne als pochend oder bohrend. Die Symptome können aber von Anfall zu Anfall unterschiedlich ausgeprägt sein. Nach dem 45. Lebensjahr nehmen Schwere und Häufigkeit der Anfälle normalerweise ab.

Einseitige Migränekopfschmerzen können innerhalb eines Migräneanfalls oder von Anfall zu Anfall die Seite wechseln. Meist sitzen sie im Bereich von Stirn und Schläfe und/oder hinter dem Auge. Über ein Drittel der Menschen mit Migräne verspüren die Kopfschmerzen jedoch im ganzen Kopf.

Neben Übelkeit und/oder Licht- und Lärmscheu kann Migräne weitere begleitende Symptome verursachen. Beispielsweise kommt es bei fast allen Betroffenen zu Appetitlosigkeit, bei vielen zu leichtem Augentränen und bei einigen zu einer Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen.

Zudem entwickelt etwa ein Drittel der Menschen mit Migräne frühe Symptome, die den eigentlichen Migräneanfall bereits Stunden bis zwei Tage im Voraus ankündigen. Fachleute bezeichnen solche Vorzeichen als Prodromi. Oft zeigt sich ein bevorstehender Anfall etwa durch:

  • Stimmungsschwankungen
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • häufiges Gähnen
  • Konzentrationsstörungen
  • gesteigerten Durst mit erhöhter Trinkmenge
  • vermehrte Urinausscheidung

Wenn die Kopfschmerzen bei Migräne abklingen, können teils ähnliche Symptome auftreten: Viele Betroffene haben in dieser Erholungsphase Stimmungsschwankungen, verspüren Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel, sind müde, wenig belastbar und/oder körperlich verstärkt oder vermindert aktiv.

Migräne mit Aura – mit oder ohne Kopfschmerzen

Bei einer Migräne mit Aura treten die Symptome der Aura meist vor dem Migräneanfall auf – ähnlich wie die Prodromi. Die Aura kann sich aber auch zeitlich mit den Kopfschmerzen und Begleitsymptomen überschneiden. Eine typische Aura entwickelt sich über mindestens fünf Minuten und dauert höchstens eine Stunde an.

Hin und wieder kommt es vor, dass eine Migräne mit Aura ohne Kopfschmerzen verläuft. Die Symptome der Aura selbst sind aber dieselben wie bei einer Aura mit Migränekopfschmerzen.

Meist äußert sich eine Migräne mit typischer Aura durch Sehstörungen. Die Symptome dieser sogenannten Augenmigräne treten typischerweise beidseitig auf. Die Betroffenen nehmen Lichtblitze, Lichtpunkte, Zickzack-Linien und ein wellenartiges Flimmern im Auge wahr – fachsprachlich Flimmerskotom genannt.

Das Flimmerskotom schränkt die Wahrnehmung bestimmter Bereiche der Außenwelt ein: Dieser sogenannte Gesichtsfeldausfall dauert bei Migräne mit Aura etwa 15 bis 30 Minuten. Die Symptome wandern dabei langsam von der Augenmitte zum Rand des Auges, sodass sie schließlich aus dem Gesichtsfeld verschwinden.

Seltener kommt es bei Migräne als Symptome der Aura zu Sensibilitätsstörungen (wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen in Teilen einer Körperhälfte, im Gesicht und/oder an der Zunge) oder zu Sprech- und Sprachstörungen.

Vereinzelt tritt Migräne mit einer Aura auf, deren Symptome sich von der typischen Migräneaura deutlich unterscheiden. Mögliche Anzeichen einer solchen atypischen Aura sind zum Beispiel:

  • Hörminderung, Schwindel, Tinnitus, Doppeltsehen, Koordinations- oder Bewusstseinsstörung (bei Migräne mit Hirnstammaura)
  • einseitige Muskelschwäche mit Lähmungserscheinungen, die deutlich länger andauern können als die typischen Aurasymptome (bei hemiplegischer Migräne)
  • einseitige Sehstörungen ähnlich wie bei einer typischen Aura oder vorübergehende Erblindung (bei retinaler Migräne)

Gut zu wissen
Bei Migräne sind alle Symptome der Aura in der Regel nur vorübergehend, bilden sich also wieder vollständig zurück.

Vestibuläre Migräne

Die vestibuläre Migräne ist eine besondere Form von Migräne mit Aura. Ihre Symptome umfassen zwar auch die Anzeichen einer typischen Migräneaura, gekennzeichnet ist sie aber durch Schwindelanfälle. Meist handelt es sich dabei um Drehschwindel, es kann aber ebenso zu Schwankschwindel kommen. Typischerweise ist der Schwindel mit Übelkeit und Gangunsicherheit verbunden.

Oft verstärkt sich der Schwindel bei vestibulärer Migräne, wenn die Betroffenen sich bücken oder hinlegen, im Liegen umdrehen, aus liegender Position aufsetzen oder ihren Kopf bewegen. Viele reagieren auf Bewegungen mit derart heftigem Unwohlsein, dass sie Bettruhe einhalten.

Neben dem Schwindel und der erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Bewegung kann sich die Aura bei vestibulärer Migräne durch weitere Anzeichen bemerkbar machen, wie:

  • Augenzittern (Nystagmus)
  • Druck auf dem Ohr (oft beidseitig)
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • leichte Hörminderung

Häufig setzen nach oder zusammen mit der Aura die typischen Migränekopfschmerzen ein. Die vestibuläre Migräne kann aber auch ohne Kopfschmerzen verlaufen.

Anders als bei anderen Migräneformen können bei vestibulärer Migräne Symptome der Aura teils auch zwischen den Migräneanfällen auftreten. Häufig sind dann Beispielsweise die Augenbewegungen leicht gestört. Dabei können die Augen etwa

  • einem sich bewegenden Gegenstand nur ruckartig folgen oder
  • in Ruhe, in gewissen Kopfpositionen oder beim Blick in eine bestimmte Richtung zittern.

Grundsätzlich kann sich in jedem Alter eine vestibuläre Migräne ausbilden. Meist treten die Symptome aber erstmals im jungen Erwachsenenalter auf.

Migräne bei Kindern

Meist verläuft eine Migräne bei Kindern anders als bei Erwachsenen. Die Symptome können in ihrer Dauer sowie in ihrer Art deutliche Unterschiede zu einem typischen Migräneanfall aufweisen:

  • Für gewöhnlich hält Migräne bei Kindern kürzer an – die Symptome können schon nach zwei Stunden wieder weg sein.
  • Die Migränekopfschmerzen treten bei Kindern öfter beidseitig auf.
  • Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen können den Kindern deutlich stärker zu schaffen machen als die Kopfschmerzen.
  • Statt durch Kopfschmerzen zeigt sich Migräne bei Kindern oft nur durch Magen-Darm-Symptome (wie Bauchschmerzen, heftige Übelkeit, Erbrechen).

Mögliche Komplikationen von Migräne

Manchmal kann Migräne besonders heftige Symptome verursachen oder mit anderen Komplikationen einhergehen. Zu den wichtigsten Komplikationen gehören:

  • chronische Migräne: Hierbei treten die Migräneanfälle gehäuft auf (an mind. 15 Tagen/Monat über mind. 3 Monate, wobei an mind. 8 Tagen/Monat der typische Migränekopfschmerz auftreten muss).
  • Status migraenosus: Dies bezeichnet einen stark beeinträchtigenden Migräneanfall, der über 72 Stunden anhält.
  • anhaltende Aura ohne Hirninfarkt: Bei dieser seltenen Komplikation bleibt die Aura länger als eine Woche bestehen, ohne dass sich mit bildgebenden Untersuchungen ein Hirninfarkt nachweisen lässt.
  • migränöser Infarkt: Hierbei kommt es während eines typischen Migräneanfalls mit Aura zu einem Schlaganfall, der als Hirnschädigung in einer bildgebenden Untersuchung nachweisbar ist.
  • durch Migräneaura ausgelöster epileptischer Anfall: Diese seltene Komplikation wird auch als Migralepsie bezeichnet.

Gut zu wissen
Bei vielen Frauen schwächt sich Migräne in der Schwangerschaft ab oder bleibt vorübergehend ganz aus. Zu Beginn der Wechseljahre, also in der Zeit vor und nach der letzten Regelblutung (Menopause), können sich die Symptome hingegen erst einmal verschlechtern. Im weiteren Verlauf der Wechseljahre kommt es jedoch oft zu einer Besserung – manchmal verschwinden die Anfälle dann sogar für immer. Auch bei Männern bessert sich Migräne häufig im höheren Alter.

Migräne: Ursachen

Worin genau Migräne ihre Ursachen hat, ist nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass Migräne ein primärer Kopfschmerz ist: Primär bedeutet, dass es sich um eine eigenständige Erkrankung handelt, die nicht infolge einer anderen Grundkrankheit entstanden ist.

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Sicherlich spielen bei der Entstehung von Migräne erbliche Ursachen eine Rolle. Denn in vielen Familien kommt die Kopfschmerzerkrankung gehäuft vor: Etwa 70 Prozent aller Menschen mit Migräne haben Verwandte ersten Grades – also Eltern, Geschwister oder Kinder –, die ebenfalls betroffen sind.

Da deutlich mehr Frauen als Männer Migräne haben, kommen als Ursachen außerdem hormonelle Einflüsse infrage. Hierfür spricht auch, dass sich bei vielen Frauen Menstruation, hormonelle Verhütung, Schwangerschaft und Wechseljahre auf Häufigkeit und Schwere der Migräneanfälle auswirken. Das liegt vermutlich an den damit verbundenen Veränderungen des Östrogenspiegels.

Daneben stehen zahlreiche Faktoren im Verdacht, bei einer bestehenden Migräne Anfälle auslösen zu können. Fachleute bezeichnen solche auslösenden Reize als Trigger. Sie sind individuell sehr unterschiedlich und darum oft schwer festzustellen.

Viele Betroffene machen als Auslöser von Migräne das Wetter verantwortlich – beispielsweise einen Wetterwechsel oder den Einfluss von Kälte. Zu den weiteren möglichen Triggern für Migräneanfälle zählen:

  • Alkoholkonsum (Rotwein) und Rauchen
  • Stress, Anspannung (wobei der Anfall meist erst danach als "Feiertagsmigräne" auftritt)
  • Schlafmangel, veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus, Zeitverschiebungen
  • unregelmäßige Mahlzeiten, Hunger
  • Bewegungsmangel
  • Medikamente (bestimmte Herzmedikamente, Antibabypille)
  • Depression, Angsterkrankungen
  • sehr helles oder fluoreszierendes Licht

Migräne: Diagnose

Bei Migräne gelingt die Diagnose oft schon anhand der geschilderten Symptome. Manchmal ist es jedoch schwierig, andere Kopfschmerzformen klar vom Migränekopfschmerz abzugrenzen. Darum ist es bei möglichen Anzeichen einer Migräne hilfreich, ein Tagebuch zu führen.

Damit das Migränetagebuch zur Diagnose beitragen kann, sollten Betroffene es über einen Zeitraum von mindestens vier bis sechs Wochen führen. Festzuhalten sind darin Zeitpunkt, Art, Stärke, Dauer und mögliche Auslöser der Beschwerden sowie eventuell dagegen eingenommene Medikamente.

Frau schreibt auf Klemmbrett
Ein Kopfschmerz- oder Migränetagebuch ist nicht nur für die Diagnose hilfreich, sondern auch, um mögliche Auslöser der Beschwerden aufzuspüren (Quelle: west/getty-images-bilder)

Wichtig ist auch eine körperliche Untersuchung, bei der die Ärztin oder der Arzt vor allem auf das Nervensystem achtet: Wenn bei Verdacht auf Migräne neurologische Tests und Untersuchungen keine Hinweise auf Störungen des Nervensystems liefern, bestätigt das die Diagnose.

Bei Kopfschmerzen mit ungewöhnlichen Symptomen oder anderen Auffälligkeiten sind weitere Untersuchungen nötig, um andere Ursachen als Migräne auszuschließen. Sinnvoll sind dann vor allem bildgebende Verfahren, wie eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Wichtiger Hinweis
Wenn bei Ihnen Migräne diagnostiziert wurde, Ihre Kopfschmerzen sich aber plötzlich ändern oder extrem verstärken, lassen Sie die Beschwerden unbedingt ärztlich abklären: Nur so können Sie sichergehen, dass keine andere (neue) Erkrankung dahintersteckt.

Behandlung: Was hilft gegen Migräne?

Während eines akuten Anfalls von Migräne gibt es einiges, was Betroffene selbst tun können. Viele ziehen sich dann in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurück und legen sich hin. Denn Bewegung sowie äußere Reize wie Licht und laute Geräusche verstärken die Beschwerden.

Zudem wenden manche Menschen mit Migräne Hausmittel gegen die Schmerzen an. So kann in einem akuten Anfall beispielsweise ein kaltes, feuchtes Tuch auf der Stirn vorübergehend Linderung verschaffen.

Doch vor allem kommen bei Migräne Tabletten zur Behandlung akuter Beschwerden zum Einsatz. Die meisten Betroffenen nehmen (überwiegend verschreibungsfreie) Schmerzmittel gegen die Kopfschmerzen ein. Zum Beispiel entzündungshemmende Mittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac und Ibuprofen oder Paracetamol.

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Gleichzeitig können sich Betroffene Medikamente verschreiben lassen, um starke Übelkeit oder Erbrechen bei Migräne zu behandeln. Geeignet sind beispielsweise die Wirkstoffe Domperidon oder Metoclopramid.

Bessern sich die Beschwerden nicht genug oder sind sie sehr stark, bieten sich alternativ Triptane gegen Migräne an: Diese Medikamente wurden speziell zur Behandlung von Migräneanfällen entwickelt. Triptane lindern neben den Schmerzen auch Lichtempfindlichkeit und Übelkeit. Teils sind diese Migränetabletten rezeptfrei erhältlich, für die meisten ist jedoch eine ärztliche Verschreibung nötig.

Wichtiger Hinweis
Schmerz- und Migränetabletten wirken besser, wenn ihre Einnahme möglichst früh im Migräneanfall erfolgt. Aber Achtung: Wer Migräne mit Aura hat und zur Behandlung ein Triptan einnehmen möchte, sollte damit warten, bis die Aura vorbei ist und die Kopfschmerzen eingesetzt haben.

Manchmal verlaufen Migräneanfälle so stark, dass eine Behandlung durch eine Notärztin oder einen Notarzt oder auch in einer Klinikambulanz erforderlich sein kann. Dabei lassen sich die Medikamente gegen die Migräne per Spritze in eine Vene verabreichen.

Wichtiger Hinweis
Ein zu hoher Verbrauch an Schmerz- und Migränetabletten kann dazu führen, dass sich die Kopfschmerzen langfristig verstärken. Fachleute empfehlen daher, an höchstens zehn Tagen im Monat Migräne damit zu behandeln. Wenn Ihnen das nicht ausreicht, um schmerzfrei zu sein, lassen Sie sich am besten ärztlich beraten.

Migräne mit Piercing behandeln?

Wer im Internet nach Möglichkeiten sucht, Migräne zu behandeln, stößt schnell auf Informationen und Erfahrungsberichte zum Thema Ohrpiercings. Danach soll sich Migräne vor allem durch ein Piercing bessern lassen, das durch die Knorpelfalte über dem Gehörgang gestochen wird: das sogenannte Daith-Piercing.

Das Daith-Piercing sitzt an einer Stelle, die als Akupunkturpunkt zur Migränebehandlung dient. Doch während bisherige Forschungen zeigen, dass durch Akupunktur Migräne weniger schmerzhaft und seltener sein kann als ohne Therapie, gibt es noch keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit von Ohrpiercings.

Zudem ist das Daith-Piercing mit gesundheitlichen Risiken verbunden: Verglichen mit Piercings in gut durchblutetem Gewebe wie dem Ohrläppchen kommt es beim Durchstechen des Ohrknorpels deutlich eher zu Entzündungen oder Problemen bei der Wundheilung. Daher rät die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. dringend davon ab, sich gegen Migräne ein Piercing stechen zu lassen.

Migräneprophylaxe

Bei Migräne zielt die Behandlung nicht nur darauf ab, akute Beschwerden zu lindern. Gerade bei häufigen und schweren Migräneanfällen sind auch vorbeugende Maßnahmen ratsam.

In bestimmten Fällen – etwa bei Menschen, die drei oder mehr Anfälle pro Monat haben – kann eine solche Migräneprophylaxe eine Dauerbehandlung mit Medikamenten umfassen. Dazu eignen sich unterschiedliche Wirkstoffe: etwa Betablocker (wie Metoprolol und Propranolol), der Calciumkanalblocker Flunarizin, krampflösende Mittel (wie Topiramat und Valproinsäure) oder das Antidepressivum Amitryptilin.

Der wichtigste Beitrag zur Migräneprophylaxe ist aber das, was Betroffene selbst tun können: nämlich die individuellen Auslöser (Trigger) der Migräneanfälle erkennen und vermeiden. Wer Migräne allgemein vorbeugen möchte, sollte vor allem auf eine gesunde Lebensweise achten. Also etwa Stress gut bewältigen, regelmäßig essen und sich ausreichend bewegen. Hilfreich sind dabei Ausdauersport, Entspannungsmethoden, Biofeedbackverfahren sowie kognitive Verhaltenstherapie.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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