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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Welche Symptome MigrÀne verursacht und was hilft

Von Astrid Clasen

Aktualisiert am 16.03.2022Lesedauer: 9 Min.
Junge Frau mit Kopfschmerzen
MigrÀne trifft Frauen deutlich hÀufiger als MÀnner. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)
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Manche denken bei MigrĂ€ne nur an Kopfschmerzen. Die Symptome können aber deutlich vielseitiger sein – vor allem bei MigrĂ€ne mit Aura. Lesen Sie, was dahintersteckt und welche Behandlung hilft.

Das Wichtigste im Überblick


  • Definition: Was ist MigrĂ€ne?
  • MigrĂ€ne: Symptome
  • MigrĂ€ne: Ursachen
  • MigrĂ€ne: Diagnose
  • Behandlung: Was hilft gegen MigrĂ€ne?

MigrÀne ist weltweit eine der hÀufigsten Formen von Kopfschmerz. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Doch am hÀufigsten sind Menschen zwischen 20 und 50 Jahren betroffen, darunter etwa dreimal mehr Frauen als MÀnner.

Definition: Was ist MigrÀne?

MigrÀne ist eine Kopfschmerzerkrankung, die zu den Erkrankungen des Gehirns und damit zu den neurologischen Erkrankungen zÀhlt. Definiert ist sie durch wiederkehrende, anfallsartig auftretende Kopfschmerzen mit einer Dauer von 4 bis 72 Stunden.

Die Kopfschmerzen bei MigrĂ€ne sind mĂ€ĂŸig bis sehr stark. Oft sind sie begleitet von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, LĂ€rm- und Lichtempfindlichkeit.

In etwa 10 bis 30 Prozent der FĂ€lle ist MigrĂ€ne zudem mit einer Aura verbunden: Dabei handelt es sich um vorĂŒbergehende neurologische Reiz- und Ausfallerscheinungen, die vor einem MigrĂ€neanfall oder zu dessen Beginn auftreten.

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Eine typische Aura macht sich ĂŒberwiegend (zu 90 %) durch Sehstörungen auf beiden Augen bemerkbar: Eine veraltete Bezeichnung fĂŒr diese MigrĂ€neform lautet ophthalmische MigrĂ€ne, umgangssprachlich AugenmigrĂ€ne genannt. Aber auch Empfindungsstörungen oder Sprech- und Sprachstörungen können eine typische Aura ausmachen.

Schon gewusst?
Eine typische MigrĂ€neaura ist nicht zwangslĂ€ufig mit Kopfschmerzen verbunden: Mitunter tritt die Aura bei MigrĂ€ne ohne Kopfschmerzen auf. Der aus dem Französischen stammende Fachbegriff hierfĂŒr lautet migraine sans migraine – zu Deutsch: MigrĂ€ne ohne MigrĂ€ne. Am ehesten kommt das in jungen Jahren und bei ĂŒber 60-JĂ€hrigen vor.

Neben MigrĂ€ne mit typischer Aura gibt es noch weitere Formen von MigrĂ€ne mit atypischen Aurasymptomen – wenn auch wesentlich seltener. Dazu gehören:

  • MigrĂ€ne mit Hirnstammaura, bei der neben der typischen Aura Hirnstammsymptome auftreten (wie etwa Hörminderung, Schwindel, Tinnitus, Doppeltsehen, Koordinations- oder Bewusstseinsstörung)
  • hemiplegische MigrĂ€ne, bei der sich neben der typischen Aura eine MuskelschwĂ€che mit LĂ€hmungserscheinungen auf einer Körperseite entwickelt
  • retinale MigrĂ€ne, bei der es neben den MigrĂ€nekopfschmerzen auf nur einem Auge zu Sehstörungen Ă€hnlich wie bei einer typischen Aura oder zu einer vorĂŒbergehenden Erblindung kommt

Die HÀufigkeit der MigrÀneanfÀlle kann sehr unterschiedlich sein. Vereinzelt kehren die Beschwerden so oft wieder, dass sie als chronisch gelten: Eine chronische MigrÀne liegt per Definition vor, wenn mindestens 3 Monate lang an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen auftreten, die an mindestens 8 Tagen pro Monat einem MigrÀnekopfschmerz entsprechen.

Gut zu wissen
Auch wenn MigrÀnekopfschmerzen deutlich stÀrker sind als gewöhnliche Kopfschmerzen und den Alltag massiv einschrÀnken können: MigrÀne gilt als eine gutartige Erkrankung, ist also nicht gefÀhrlich.

MigrÀne: Symptome

Die fĂŒr MigrĂ€ne typischen Symptome sind anfallsartig auftretende Kopfschmerzen. Diese MigrĂ€nekopfschmerzen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie

  • unbehandelt 4 bis 72 Stunden andauern,
  • nur eine Kopfseite betreffen und/oder
  • pulsieren und/oder
  • mĂ€ĂŸig bis stark ausgeprĂ€gt sind und/oder
  • sich durch körperliche AktivitĂ€t verstĂ€rken sowie
  • mit Übelkeit bzw. Erbrechen und/oder Licht- und LĂ€rmscheu verbunden sind.
Kranke Frau im Bett schirmt ihre Augen ab
WĂ€hrend eines Anfalls von MigrĂ€ne sind viele Betroffene sehr licht- und gerĂ€uschempfindlich und ziehen sich darum in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurĂŒck. (Quelle: martin-dm/getty-images-bilder)

MigrĂ€neanfĂ€lle treten in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden auf. Mal macht sich MigrĂ€ne nur ab und zu bemerkbar, mal treten die Symptome jeden Monat an mehreren Tagen auf.

Ihren ersten MigrÀneanfall haben die meisten Betroffenen zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr. Viele beschreiben die Kopfschmerzen bei MigrÀne als pochend oder bohrend. Die Symptome können aber von Anfall zu Anfall unterschiedlich ausgeprÀgt sein. Nach dem 45. Lebensjahr nehmen Schwere und HÀufigkeit der AnfÀlle normalerweise ab.

Einseitige MigrĂ€nekopfschmerzen können innerhalb eines MigrĂ€neanfalls oder von Anfall zu Anfall die Seite wechseln. Meist sitzen sie im Bereich von Stirn und SchlĂ€fe und/oder hinter dem Auge. Über ein Drittel der Menschen mit MigrĂ€ne verspĂŒren die Kopfschmerzen jedoch im ganzen Kopf.

Neben Übelkeit und/oder Licht- und LĂ€rmscheu kann MigrĂ€ne weitere begleitende Symptome verursachen. Beispielsweise kommt es bei fast allen Betroffenen zu Appetitlosigkeit, bei vielen zu leichtem AugentrĂ€nen und bei einigen zu einer Überempfindlichkeit gegenĂŒber bestimmten GerĂŒchen.

Zudem entwickelt etwa ein Drittel der Menschen mit MigrĂ€ne frĂŒhe Symptome, die den eigentlichen MigrĂ€neanfall bereits Stunden bis zwei Tage im Voraus ankĂŒndigen. Fachleute bezeichnen solche Vorzeichen als Prodromi. Oft zeigt sich ein bevorstehender Anfall etwa durch:

  • Stimmungsschwankungen
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • hĂ€ufiges GĂ€hnen
  • Konzentrationsstörungen
  • gesteigerten Durst mit erhöhter Trinkmenge
  • vermehrte Urinausscheidung

Wenn die Kopfschmerzen bei MigrĂ€ne abklingen, können teils Ă€hnliche Symptome auftreten: Viele Betroffene haben in dieser Erholungsphase Stimmungsschwankungen, verspĂŒren Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel, sind mĂŒde, wenig belastbar und/oder körperlich verstĂ€rkt oder vermindert aktiv.

MigrĂ€ne mit Aura – mit oder ohne Kopfschmerzen

Bei einer MigrĂ€ne mit Aura treten die Symptome der Aura meist vor dem MigrĂ€neanfall auf – Ă€hnlich wie die Prodromi. Die Aura kann sich aber auch zeitlich mit den Kopfschmerzen und Begleitsymptomen ĂŒberschneiden. Eine typische Aura entwickelt sich ĂŒber mindestens fĂŒnf Minuten und dauert höchstens eine Stunde an.

Hin und wieder kommt es vor, dass eine MigrÀne mit Aura ohne Kopfschmerzen verlÀuft. Die Symptome der Aura selbst sind aber dieselben wie bei einer Aura mit MigrÀnekopfschmerzen.

Meist Ă€ußert sich eine MigrĂ€ne mit typischer Aura durch Sehstörungen. Die Symptome dieser sogenannten AugenmigrĂ€ne treten typischerweise beidseitig auf. Die Betroffenen nehmen Lichtblitze, Lichtpunkte, Zickzack-Linien und ein wellenartiges Flimmern im Auge wahr – fachsprachlich Flimmerskotom genannt.

Das Flimmerskotom schrĂ€nkt die Wahrnehmung bestimmter Bereiche der Außenwelt ein: Dieser sogenannte Gesichtsfeldausfall dauert bei MigrĂ€ne mit Aura etwa 15 bis 30 Minuten. Die Symptome wandern dabei langsam von der Augenmitte zum Rand des Auges, sodass sie schließlich aus dem Gesichtsfeld verschwinden.

Seltener kommt es bei MigrĂ€ne als Symptome der Aura zu SensibilitĂ€tsstörungen (wie Kribbeln und TaubheitsgefĂŒhlen in Teilen einer KörperhĂ€lfte, im Gesicht und/oder an der Zunge) oder zu Sprech- und Sprachstörungen.

Vereinzelt tritt MigrÀne mit einer Aura auf, deren Symptome sich von der typischen MigrÀneaura deutlich unterscheiden. Mögliche Anzeichen einer solchen atypischen Aura sind zum Beispiel:

  • Hörminderung, Schwindel, Tinnitus, Doppeltsehen, Koordinations- oder Bewusstseinsstörung (bei MigrĂ€ne mit Hirnstammaura)
  • einseitige MuskelschwĂ€che mit LĂ€hmungserscheinungen, die deutlich lĂ€nger andauern können als die typischen Aurasymptome (bei hemiplegischer MigrĂ€ne)
  • einseitige Sehstörungen Ă€hnlich wie bei einer typischen Aura oder vorĂŒbergehende Erblindung (bei retinaler MigrĂ€ne)

Gut zu wissen
Bei MigrĂ€ne sind alle Symptome der Aura in der Regel nur vorĂŒbergehend, bilden sich also wieder vollstĂ€ndig zurĂŒck.

VestibulÀre MigrÀne

Die vestibulĂ€re MigrĂ€ne ist eine besondere Form von MigrĂ€ne mit Aura. Ihre Symptome umfassen zwar auch die Anzeichen einer typischen MigrĂ€neaura, gekennzeichnet ist sie aber durch SchwindelanfĂ€lle. Meist handelt es sich dabei um Drehschwindel, es kann aber ebenso zu Schwankschwindel kommen. Typischerweise ist der Schwindel mit Übelkeit und Gangunsicherheit verbunden.

Oft verstĂ€rkt sich der Schwindel bei vestibulĂ€rer MigrĂ€ne, wenn die Betroffenen sich bĂŒcken oder hinlegen, im Liegen umdrehen, aus liegender Position aufsetzen oder ihren Kopf bewegen. Viele reagieren auf Bewegungen mit derart heftigem Unwohlsein, dass sie Bettruhe einhalten.

Neben dem Schwindel und der erhöhten Empfindlichkeit gegenĂŒber Bewegung kann sich die Aura bei vestibulĂ€rer MigrĂ€ne durch weitere Anzeichen bemerkbar machen, wie:

  • Augenzittern (Nystagmus)
  • Druck auf dem Ohr (oft beidseitig)
  • OhrgerĂ€usche (Tinnitus)
  • leichte Hörminderung

HÀufig setzen nach oder zusammen mit der Aura die typischen MigrÀnekopfschmerzen ein. Die vestibulÀre MigrÀne kann aber auch ohne Kopfschmerzen verlaufen.

Anders als bei anderen MigrÀneformen können bei vestibulÀrer MigrÀne Symptome der Aura teils auch zwischen den MigrÀneanfÀllen auftreten. HÀufig sind dann Beispielsweise die Augenbewegungen leicht gestört. Dabei können die Augen etwa

  • einem sich bewegenden Gegenstand nur ruckartig folgen oder
  • in Ruhe, in gewissen Kopfpositionen oder beim Blick in eine bestimmte Richtung zittern.

GrundsÀtzlich kann sich in jedem Alter eine vestibulÀre MigrÀne ausbilden. Meist treten die Symptome aber erstmals im jungen Erwachsenenalter auf.

MigrÀne bei Kindern

Meist verlÀuft eine MigrÀne bei Kindern anders als bei Erwachsenen. Die Symptome können in ihrer Dauer sowie in ihrer Art deutliche Unterschiede zu einem typischen MigrÀneanfall aufweisen:

  • FĂŒr gewöhnlich hĂ€lt MigrĂ€ne bei Kindern kĂŒrzer an – die Symptome können schon nach zwei Stunden wieder weg sein.
  • Die MigrĂ€nekopfschmerzen treten bei Kindern öfter beidseitig auf.
  • Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen können den Kindern deutlich stĂ€rker zu schaffen machen als die Kopfschmerzen.
  • Statt durch Kopfschmerzen zeigt sich MigrĂ€ne bei Kindern oft nur durch Magen-Darm-Symptome (wie Bauchschmerzen, heftige Übelkeit, Erbrechen).

Mögliche Komplikationen von MigrÀne

Manchmal kann MigrÀne besonders heftige Symptome verursachen oder mit anderen Komplikationen einhergehen. Zu den wichtigsten Komplikationen gehören:

  • chronische MigrĂ€ne: Hierbei treten die MigrĂ€neanfĂ€lle gehĂ€uft auf (an mind. 15 Tagen/Monat ĂŒber mind. 3 Monate, wobei an mind. 8 Tagen/Monat der typische MigrĂ€nekopfschmerz auftreten muss).
  • Status migraenosus: Dies bezeichnet einen stark beeintrĂ€chtigenden MigrĂ€neanfall, der ĂŒber 72 Stunden anhĂ€lt.
  • anhaltende Aura ohne Hirninfarkt: Bei dieser seltenen Komplikation bleibt die Aura lĂ€nger als eine Woche bestehen, ohne dass sich mit bildgebenden Untersuchungen ein Hirninfarkt nachweisen lĂ€sst.
  • migrĂ€nöser Infarkt: Hierbei kommt es wĂ€hrend eines typischen MigrĂ€neanfalls mit Aura zu einem Schlaganfall, der als HirnschĂ€digung in einer bildgebenden Untersuchung nachweisbar ist.
  • durch MigrĂ€neaura ausgelöster epileptischer Anfall: Diese seltene Komplikation wird auch als Migralepsie bezeichnet.

Gut zu wissen
Bei vielen Frauen schwĂ€cht sich MigrĂ€ne in der Schwangerschaft ab oder bleibt vorĂŒbergehend ganz aus. Zu Beginn der Wechseljahre, also in der Zeit vor und nach der letzten Regelblutung (Menopause), können sich die Symptome hingegen erst einmal verschlechtern. Im weiteren Verlauf der Wechseljahre kommt es jedoch oft zu einer Besserung – manchmal verschwinden die AnfĂ€lle dann sogar fĂŒr immer. Auch bei MĂ€nnern bessert sich MigrĂ€ne hĂ€ufig im höheren Alter.

MigrÀne: Ursachen

Worin genau MigrÀne ihre Ursachen hat, ist nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass MigrÀne ein primÀrer Kopfschmerz ist: PrimÀr bedeutet, dass es sich um eine eigenstÀndige Erkrankung handelt, die nicht infolge einer anderen Grundkrankheit entstanden ist.

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Sicherlich spielen bei der Entstehung von MigrĂ€ne erbliche Ursachen eine Rolle. Denn in vielen Familien kommt die Kopfschmerzerkrankung gehĂ€uft vor: Etwa 70 Prozent aller Menschen mit MigrĂ€ne haben Verwandte ersten Grades – also Eltern, Geschwister oder Kinder –, die ebenfalls betroffen sind.

Da deutlich mehr Frauen als MĂ€nner MigrĂ€ne haben, kommen als Ursachen außerdem hormonelle EinflĂŒsse infrage. HierfĂŒr spricht auch, dass sich bei vielen Frauen Menstruation, hormonelle VerhĂŒtung, Schwangerschaft und Wechseljahre auf HĂ€ufigkeit und Schwere der MigrĂ€neanfĂ€lle auswirken. Das liegt vermutlich an den damit verbundenen VerĂ€nderungen des Östrogenspiegels.

Daneben stehen zahlreiche Faktoren im Verdacht, bei einer bestehenden MigrÀne AnfÀlle auslösen zu können. Fachleute bezeichnen solche auslösenden Reize als Trigger. Sie sind individuell sehr unterschiedlich und darum oft schwer festzustellen.

Viele Betroffene machen als Auslöser von MigrĂ€ne das Wetter verantwortlich – beispielsweise einen Wetterwechsel oder den Einfluss von KĂ€lte. Zu den weiteren möglichen Triggern fĂŒr MigrĂ€neanfĂ€lle zĂ€hlen:

  • Alkoholkonsum (Rotwein) und Rauchen
  • Stress, Anspannung (wobei der Anfall meist erst danach als "FeiertagsmigrĂ€ne" auftritt)
  • Schlafmangel, verĂ€nderter Schlaf-Wach-Rhythmus, Zeitverschiebungen
  • unregelmĂ€ĂŸige Mahlzeiten, Hunger
  • Bewegungsmangel
  • Medikamente (bestimmte Herzmedikamente, Antibabypille)
  • Depression, Angsterkrankungen
  • sehr helles oder fluoreszierendes Licht

MigrÀne: Diagnose

Bei MigrĂ€ne gelingt die Diagnose oft schon anhand der geschilderten Symptome. Manchmal ist es jedoch schwierig, andere Kopfschmerzformen klar vom MigrĂ€nekopfschmerz abzugrenzen. Darum ist es bei möglichen Anzeichen einer MigrĂ€ne hilfreich, ein Tagebuch zu fĂŒhren.

Damit das MigrĂ€netagebuch zur Diagnose beitragen kann, sollten Betroffene es ĂŒber einen Zeitraum von mindestens vier bis sechs Wochen fĂŒhren. Festzuhalten sind darin Zeitpunkt, Art, StĂ€rke, Dauer und mögliche Auslöser der Beschwerden sowie eventuell dagegen eingenommene Medikamente.

Frau schreibt auf Klemmbrett
Ein Kopfschmerz- oder MigrĂ€netagebuch ist nicht nur fĂŒr die Diagnose hilfreich, sondern auch, um mögliche Auslöser der Beschwerden aufzuspĂŒren (Quelle: west/getty-images-bilder)

Wichtig ist auch eine körperliche Untersuchung, bei der die Ärztin oder der Arzt vor allem auf das Nervensystem achtet: Wenn bei Verdacht auf MigrĂ€ne neurologische Tests und Untersuchungen keine Hinweise auf Störungen des Nervensystems liefern, bestĂ€tigt das die Diagnose.

Bei Kopfschmerzen mit ungewöhnlichen Symptomen oder anderen AuffĂ€lligkeiten sind weitere Untersuchungen nötig, um andere Ursachen als MigrĂ€ne auszuschließen. Sinnvoll sind dann vor allem bildgebende Verfahren, wie eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Wichtiger Hinweis
Wenn bei Ihnen MigrÀne diagnostiziert wurde, Ihre Kopfschmerzen sich aber plötzlich Àndern oder extrem verstÀrken, lassen Sie die Beschwerden unbedingt Àrztlich abklÀren: Nur so können Sie sichergehen, dass keine andere (neue) Erkrankung dahintersteckt.

Behandlung: Was hilft gegen MigrÀne?

WĂ€hrend eines akuten Anfalls von MigrĂ€ne gibt es einiges, was Betroffene selbst tun können. Viele ziehen sich dann in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurĂŒck und legen sich hin. Denn Bewegung sowie Ă€ußere Reize wie Licht und laute GerĂ€usche verstĂ€rken die Beschwerden.

Zudem wenden manche Menschen mit MigrĂ€ne Hausmittel gegen die Schmerzen an. So kann in einem akuten Anfall beispielsweise ein kaltes, feuchtes Tuch auf der Stirn vorĂŒbergehend Linderung verschaffen.

Doch vor allem kommen bei MigrĂ€ne Tabletten zur Behandlung akuter Beschwerden zum Einsatz. Die meisten Betroffenen nehmen (ĂŒberwiegend verschreibungsfreie) Schmerzmittel gegen die Kopfschmerzen ein. Zum Beispiel entzĂŒndungshemmende Mittel wie AcetylsalicylsĂ€ure (ASS), Diclofenac und Ibuprofen oder Paracetamol.

Gleichzeitig können sich Betroffene Medikamente verschreiben lassen, um starke Übelkeit oder Erbrechen bei MigrĂ€ne zu behandeln. Geeignet sind beispielsweise die Wirkstoffe Domperidon oder Metoclopramid.

Bessern sich die Beschwerden nicht genug oder sind sie sehr stark, bieten sich alternativ Triptane gegen MigrĂ€ne an: Diese Medikamente wurden speziell zur Behandlung von MigrĂ€neanfĂ€llen entwickelt. Triptane lindern neben den Schmerzen auch Lichtempfindlichkeit und Übelkeit. Teils sind diese MigrĂ€netabletten rezeptfrei erhĂ€ltlich, fĂŒr die meisten ist jedoch eine Ă€rztliche Verschreibung nötig.

Wichtiger Hinweis
Schmerz- und MigrĂ€netabletten wirken besser, wenn ihre Einnahme möglichst frĂŒh im MigrĂ€neanfall erfolgt. Aber Achtung: Wer MigrĂ€ne mit Aura hat und zur Behandlung ein Triptan einnehmen möchte, sollte damit warten, bis die Aura vorbei ist und die Kopfschmerzen eingesetzt haben.

Manchmal verlaufen MigrÀneanfÀlle so stark, dass eine Behandlung durch eine NotÀrztin oder einen Notarzt oder auch in einer Klinikambulanz erforderlich sein kann. Dabei lassen sich die Medikamente gegen die MigrÀne per Spritze in eine Vene verabreichen.

Wichtiger Hinweis
Ein zu hoher Verbrauch an Schmerz- und MigrĂ€netabletten kann dazu fĂŒhren, dass sich die Kopfschmerzen langfristig verstĂ€rken. Fachleute empfehlen daher, an höchstens zehn Tagen im Monat MigrĂ€ne damit zu behandeln. Wenn Ihnen das nicht ausreicht, um schmerzfrei zu sein, lassen Sie sich am besten Ă€rztlich beraten.

MigrÀne mit Piercing behandeln?

Wer im Internet nach Möglichkeiten sucht, MigrĂ€ne zu behandeln, stĂ¶ĂŸt schnell auf Informationen und Erfahrungsberichte zum Thema Ohrpiercings. Danach soll sich MigrĂ€ne vor allem durch ein Piercing bessern lassen, das durch die Knorpelfalte ĂŒber dem Gehörgang gestochen wird: das sogenannte Daith-Piercing.

Das Daith-Piercing sitzt an einer Stelle, die als Akupunkturpunkt zur MigrĂ€nebehandlung dient. Doch wĂ€hrend bisherige Forschungen zeigen, dass durch Akupunktur MigrĂ€ne weniger schmerzhaft und seltener sein kann als ohne Therapie, gibt es noch keine wissenschaftlichen Belege fĂŒr die Wirksamkeit von Ohrpiercings.

Zudem ist das Daith-Piercing mit gesundheitlichen Risiken verbunden: Verglichen mit Piercings in gut durchblutetem Gewebe wie dem OhrlĂ€ppchen kommt es beim Durchstechen des Ohrknorpels deutlich eher zu EntzĂŒndungen oder Problemen bei der Wundheilung. Daher rĂ€t die deutsche MigrĂ€ne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. dringend davon ab, sich gegen MigrĂ€ne ein Piercing stechen zu lassen.

MigrÀneprophylaxe

Bei MigrĂ€ne zielt die Behandlung nicht nur darauf ab, akute Beschwerden zu lindern. Gerade bei hĂ€ufigen und schweren MigrĂ€neanfĂ€llen sind auch vorbeugende Maßnahmen ratsam.

In bestimmten FĂ€llen – etwa bei Menschen, die drei oder mehr AnfĂ€lle pro Monat haben – kann eine solche MigrĂ€neprophylaxe eine Dauerbehandlung mit Medikamenten umfassen. Dazu eignen sich unterschiedliche Wirkstoffe: etwa Betablocker (wie Metoprolol und Propranolol), der Calciumkanalblocker Flunarizin, krampflösende Mittel (wie Topiramat und ValproinsĂ€ure) oder das Antidepressivum Amitryptilin.

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Der wichtigste Beitrag zur MigrĂ€neprophylaxe ist aber das, was Betroffene selbst tun können: nĂ€mlich die individuellen Auslöser (Trigger) der MigrĂ€neanfĂ€lle erkennen und vermeiden. Wer MigrĂ€ne allgemein vorbeugen möchte, sollte vor allem auf eine gesunde Lebensweise achten. Also etwa Stress gut bewĂ€ltigen, regelmĂ€ĂŸig essen und sich ausreichend bewegen. Hilfreich sind dabei Ausdauersport, Entspannungsmethoden, Biofeedbackverfahren sowie kognitive Verhaltenstherapie.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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