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Studie: Gehirn schrumpft nach Covid-19

Von t-online, mk

Aktualisiert am 08.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Mann in einer Selbsthilfegruppe fĂŒr Long-Covid-Patienten legt den Kopf in die Hand: Die Krankheit schĂ€digt Hirnareale, die Emotionen und GedĂ€chtnis steuern.
Selbsthilfegruppe fĂŒr Long-Covid-Patienten: Die Krankheit schĂ€digt Hirnareale, die Emotionen und GedĂ€chtnis steuern. (Quelle: YAY Images/imago-images-bilder)
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Schon ein milder Verlauf von Covid-19 lÀsst das Gehirn schrumpfen und könnte langfristig einige Krankheiten auslösen. Das haben Forscher der UniversitÀt Oxford herausgefunden.

Das menschliche Gehirn kann offenbar schon bei einem leichten Covid-19-Verlauf erheblichen Schaden nehmen. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie unter Leitung der UniversitĂ€t Oxford, die jetzt im Fachmagazin Nature erschienen ist. "Wir waren ĂŒberrascht von so deutlichen VerĂ€nderungen selbst bei milden VerlĂ€ufen", sagte Forschungsleiterin GwenaĂ«lle Douaud dem Sender CNN.

FĂŒr die Studie hat Douauds Team die Gehirne von 401 Menschen gescannt, viereinhalb Monate nach ihrer Genesung von Covid-19. Dann haben sie die Hirnscans der Patienten mit Bildern vor ihrer Erkrankung verglichen. Dazu griffen die Forscher auf eine Datenbank mit den Hirnscans von 500.000 Briten zurĂŒck, die seit 2012 stetig ausgebaut wird.

Covid-19 lÀsst Gehirn um 0,2 Prozent schrumpfen

Zur Kontrolle untersuchte das Team mit derselben Methode 384 Menschen, die sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hatten. Alle 785 Studienteilnehmer waren zwischen 51 und 81 Jahren alt, hatten Àhnliche Risikofaktoren und einen Àhnlichen sozialen Hintergrund. Untersucht wurden vor allem milde VerlÀufe, nur 15 der Covid-Patienten mussten ins Krankenhaus.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Covid-19 das Gehirn schrumpfen lassen und die graue Substanz in den Regionen verringern kann, die Emotionen und GedĂ€chtnis steuern. Zudem zeigten sich SchĂ€den in den Bereichen, die den Geruchssinn kontrollieren. Selbst in leichten FĂ€llen zeigten Patienten eine Verschlechterung der Hirnfunktionen, die fĂŒr Konzentration und Organisation zustĂ€ndig sind. Im Durchschnitt schrumpfte die GehirngrĂ¶ĂŸe zwischen 0,2 und zwei Prozent.

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FĂŒhrt Long Covid zu Alzheimer und Demenz?

ErgĂ€nzend machten die Forscher mit den Covid-19-Patienten Tests, mit denen sonst Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Demenz ermittelt werden. Dabei schnitten die Patienten mit den grĂ¶ĂŸten HirnschĂ€den am schlechtesten ab. "Das legt nahe, dass Long Covid langfristig die Entstehung solcher Krankheiten begĂŒnstigen kann", heißt es in der Studie. Um mehr ĂŒber die Möglichkeit zu erfahren, sollen die Studienteilnehmer nach zwei Jahren wieder untersucht werden.

Die Studie fand zu einer Zeit statt, in der noch die Alphavariante in Großbritannien dominierte. Es ist daher unwahrscheinlich, dass sie auch Personen umfasst, die mit der Delta-Variante infiziert waren. Offen ließen die Forscher, ob eine Corona-Impfung irgendeinen Einfluss hatte. Die britische Gesundheitsbehörde erklĂ€rte zuletzt allerdings, dass eine Auswertung von 15 Studien ergab, dass Geimpfte im Vergleich zu Ungeimpften nur etwa halb so oft unter Long Covid leiden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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