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Jetzt erreicht die Omikron-Welle die Krankenhäuser

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 21.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Corona-Patient im Krankenhaus (Symbolbild): Immer mehr Omikron-Patienten erleiden auch schwerere Verläufe.
Corona-Patient im Krankenhaus (Symbolbild): Immer mehr Omikron-Patienten erleiden auch schwerere Verläufe. (Quelle: Tempura/getty-images-bilder)
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Bisher galt die Omikron-Variante zwar als deutlich ansteckender, dafür aber als harmloser gegenüber bisherigen Corona-Varianten. Dennoch schlagen die Krankenhäuser mittlerweile Alarm: Auch hier zeigen sich die hohen Inzidenzen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wie ist die Situation in den Krankenhäusern?
  • Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?
  • Wie viel Gesundheitspersonal fällt durch Covid-19 aus?
  • Ist Omikron doch gefährlicher als gedacht?

Inzidenzen über 1.000 oder gar 1.500, fast 300.000 tägliche Neuinfektionen: Die Zahlen in der Corona-Pandemie haben durch die Omikron-Variante ein wenig ihren Schrecken verloren. Denn obwohl sich die Variante deutlich schneller und leichter ausbreitet als bisherige Corona-Mutanten, ist der Verlauf bei einer Omikron-Infektion leichter.


Omikron-Variante: Was wir bisher wissen

Seit November 2021 ist die Omikron-Virus-Variante bekannt. Erstmals nachgewiesen wurde sie in Südafrika. Mittlerweile dominiert Omikron das Pandemiegeschehen weltweit.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Omikron als "besorgniserregend" eingestuft. Diese Klassifizierung ist ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Außerdem besteht bei "besorgniserregenden Varianten" die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen oder Medikamente weniger wirksam sind.
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Trotzdem zeigt sich jetzt auch eine Auswirkung auf das Gesundheitssystem: Die Anzahl der Patienten mit Corona-Infektion in den Krankenhäusern hat ein bisher noch nicht bekanntes Rekordniveau erreicht, teilt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit.

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Die ARD-Intendanten v.l.n.r.: Manfred Krupp (HR), Prof. Dr. Karola Wille (MDR), Dr. Katja Wildermuth (BR), Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab, Programmdirektorin Christine Strobl, Martin Grasmück (SR), Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen), Joachim Knuth (NDR). Vorne Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, Tom Buhrow (WDR) und Dr. Kai Gniffke (SWR).


Wie ist die Situation in den Krankenhäusern?

"Zurzeit behandeln die Kliniken so viele Infektionspatienten wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Vom 1. Februar 2022 bis heute sind die Zahlen um 60 Prozent auf mittlerweile mehr als 24.000 Patientinnen und Patienten gestiegen", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß. "Das zeigt deutlich, dass sich die Rekordinzidenzen auch in den Krankenhäusern niederschlagen."

Immer mehr Krankenhäuser benötigen nun größere Corona-Abteilungen. "Das kostet Personal, das dann an anderer Stelle fehlt, und belastet die Mitarbeiter sehr stark, denn sie müssen rund um die Uhr maximalen Infektionsschutz betreiben", sagt Gaß. Zusätzlich haben die krankheitsbedingten Personalausfälle zugenommen und bringen die Krankenhäuser in Bedrängnis.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Im Vergleich dazu hat sich die Situation auf den Intensivstationen im Zeitablauf weitgehend stabilisiert. Aktuell befinden sich laut Divi-Intensivregister 2.272 (Stand: 21. März 2022) Covid-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland, der Höhepunkt lag bei fast 6.000 im Winter 2020/21. Momentan sind damit insgesamt fast 18.000 Betten belegt, 3.320 Betten sind noch frei.

Hier konnten allerdings im Januar wie im März 2022 jeweils mehr als 40 Prozent der Einrichtungen die verfügbaren Intensivbetten krankheitsbedingt nicht komplett betreiben.

Die meisten Betten sind aktuell weiterhin in Bremen belegt, dort sind nur noch weniger als neun Prozent der Intensivbetten frei. Ähnlich kritisch sieht es in Berlin, Nordrhein-Westfalen oder auch Baden-Württemberg aus. Wie die Grafik zeigt, sind die meisten Betten anteilig aktuell in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern frei.

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Insgesamt mussten bisher mehr als 173.000 Menschen in Deutschland mit Covid-19 auf den Intensivstationen im Land behandelt werden.

Wie viel Gesundheitspersonal fällt durch Covid-19 aus?

Rund 90 Prozent der Krankenhäuser haben laut DKG aktuell höhere krankheitsbedingte Personalausfälle in ihren patientennahen Bereichen als sonst um diese Jahreszeit üblich. Die Entwicklungen sind maßgeblich durch die Corona-Pandemie bedingt. Das ergab eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI).

Die Umfrage zeigt: Aktuell liegen die Ausfälle in 40 Prozent der Kliniken deutlich höher als sonst. Dort sind mehr als 20 Prozent mehr Mitarbeiter erkrankt als üblich. In mehr als der Hälfte der Kliniken sind fünf bis 20 Prozent mehr krank als normalerweise um diese Jahreszeit.

Krankheitsbedingt können aktuell drei Viertel der Häuser ihre Betten auf den Allgemeinstationen nicht vollumfänglich betreiben. Im Vergleich zum Januar 2022 entspricht dies einer Zunahme um 24 Prozent. "Die Ergebnisse der Umfrage sind alarmierend. Es zeigt, wie dünn die Personaldecke in den Kliniken insgesamt ist und wie schon relativ geringe Personalschwankungen zu Problemen bei der Patientenversorgung führen können", betont Gaß. Die Personalausfälle seien aktuell ein "deutlich größeres Problem" als in normalen Jahren.

Am stärksten betroffen von den Ausfällen ist der Pflegedienst. Hier berichten fast alle Krankenhäuser von Personalausfällen, die mehr als fünf oder sogar mehr als 20 Prozent über üblichen Werten liegen. Im ärztlichen Dienst haben drei Viertel der Häuser höhere Krankenstände als üblich.

Ist Omikron doch gefährlicher als gedacht?

Doch wieso kommen immer mehr Menschen mit einer Omikron-Infektion ins Krankenhaus? Die Variante soll doch eigentlich deutlich weniger gefährlich sein?

Letztlich ist der Anstieg der Zahlen in den Krankenhäusern eine logische Folge: Gibt es mehr Infizierte, gibt es automatisch auch mehr schwerere Fälle. Aber erste Experten warnen auch davor, die Omikron-Variante zu verharmlosen, wie beispielsweise die Virologin Sandra Ciesek im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Dort erklärt sie: "Es ist mittlerweile klar, dass Omikron alles andere als ein Schnupfen ist. Hongkong weist zum Beispiel sehr hohe Todeszahlen auf, dort sind nur etwa 30 Prozent der Älteren geimpft – und dann auch meist mit Sinovac, nicht mit einem mRNA-Impfstoff. Dass das bei uns nicht so ist, hat etwas mit den höheren Impfquoten zu tun." Wer ungeimpft ist, hat also auch unter Omikron ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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