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Kassenärztechef Gassen lag schon öfter daneben

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 01.07.2022Lesedauer: 4 Min.
Dr. Andreas Gassen: Der Kassenärztechef eckt mit seinen Aussagen häufig an.
Dr. Andreas Gassen: Der Kassenärztechef eckt mit seinen Aussagen häufig an. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)
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Andreas Gassen eckt seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder mit umstrittenen Aussagen an. Jetzt will er die Schnelltests abschaffen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wer ist Andreas Gassen?
  • Was steckt hinter seinen Aussagen?

Er ist der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV): Dr. Andreas Gassen. Bereits zu Beginn der Corona-Krise fiel er immer wieder mit umstrittenen Forderungen auf. Seine aktuellste: Die Corona-Bürgertests sollten abgeschafft werden. Doch wer ist der Mann, um dessen Aussagen so viel gestritten wird – und was steckt hinter seinen Behauptungen?


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Wer ist Andreas Gassen?

Dr. Andreas Gassen ist seit März 2014 Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dort zuständig für die fachärztliche Versorgung. Zusätzlich ist er Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumatologie. Der 59-Jährige hat in Düsseldorf studiert und arbeitet dort seit 1996 in einer Gemeinschaftspraxis. Zuvor hat der gebürtige Kölner im Marienkrankenhaus in Düsseldorf als Oberarzt gearbeitet.

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Was steckt hinter seinen Aussagen?

Schon 2020 fiel Gassen immer wieder mit umstrittenen Behauptungen zur Corona-Krise auf, Anfang März 2020 verkündete er beispielsweise, Covid-19 sei medizinisch wenig relevant.

Er stellte sich mehrfach gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und gilt als Gegner der Lockdowns. Häufig wird er zudem als Vorstand auch zum Sprecher der Kassenärzte erhoben, viele der Ärzte kritisieren seine Aussagen jedoch. Ein Überblick über seine umstrittensten Behauptungen und Forderungen – und ihren Wahrheitsgehalt.

März 2020: Corona ist "eher eine mediale Infektion"

Aussage/Forderung:

Auch wenn Gassen bereits zu Beginn der Pandemie glaubte, dass sich wohl ein Großteil der Bevölkerung mit SARS-CoV-2 infizieren werde, bezweifelte er, dass das für große Probleme sorgen könnte:

"Das kann vier oder fünf Jahre dauern. Je schneller es geht, desto größer ist die Herausforderung für das Gesundheitswesen. Aber dass wir selbst bei einem weiteren raschen Anstieg der Fälle an Grenzen stoßen, sehe ich definitiv nicht." Das Coronavirus sei "eher eine mediale als eine medizinisch relevante Infektion".

Faktencheck:

Wie sich die Pandemie tatsächlich entwickelt hat, hat wohl jeder in den vergangenen knapp zweieinhalb Jahren beobachten können. Das Coronavirus wurde sehr wohl auch zur medizinischen Herausforderung, Intensivstationen und Krankenhäuser stießen immer wieder an ihre Grenzen.

November 2020: Positionspapier zur Corona-Strategie

Aussage/Forderung:

Im November 2020 gab es ein umstrittenes Positionspapier "von Wissenschaft und Ärzteschaft zur Strategieanpassung im Umgang mit der Pandemie". Zusammengefasst forderten die Verfasser – unter ihnen Andreas Gassen, aber auch die Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit – unter anderem eine Abkehr von der Eindämmung der Pandemie durch Kontaktpersonennachverfolgung.

Zudem sollte ein bundesweit einheitliches Ampelsystem eingeführt werden und der Fokus sollte auf den Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen gelegt werden. Die Verfasser wollten zudem auf Gebote statt Verbote und "Bevormundung" setzen.

Faktencheck:

Gerade erst hat der Expertenrat der Bundesregierung die Corona-Maßnahmen ausgewertet. Demnach haben Lockdowns vor allem im Anfangsstadium der Pandemie eine starke Wirkung. So könne ein Ausbruch möglicherweise lokal begrenzt werden oder die Übertragung in der Bevölkerung zumindest reduziert werden. Aber die Experten stellen auch fest: Je länger ein Lockdown dauert, desto geringer sei der Effekt.

September 2021: "Freedom Day" ab Ende Oktober

Aussage/Forderung:

Im September 2021 forderte Gassen schließlich die Aufhebung aller Corona-Maßnahmen zu Ende Oktober. Nachdem bereits in Großbritannien der sogenannte Freedom Day ausgerufen worden war, forderte er Gleiches in Deutschland.

"Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day! Am 30. Oktober werden alle Beschränkungen aufgehoben!“ Die Corona-Politik war ihm demzufolge viel zu vorsichtig.

Faktencheck:

Letztendlich mussten die Corona-Maßnahmen in Deutschland noch bis zum März 2022 beibehalten und teils sogar verschärft werden. Die Zahlen sind mit der Omikron-Variante Anfang 2022 sogar noch einmal deutlich gestiegen.

Ein zu früher Freedom Day und die Aufhebung aller Maßnahmen bereits im Oktober hätte vermutlich für eine deutliche Überlastung des Gesundheitssystems gesorgt.

Juli 2022: Bürgertests sind "unsinnig und viel zu teuer"

Aussage/Forderung:

Jetzt fordert Gassen eine komplette Einstellung der Bürgertests. "Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden. Sie sind viel zu teuer, der bürokratische Aufwand ist riesig und die epidemiologische Aussagekraft ist null", sagte Gassen der "Bild"-Zeitung.

Es sei eine "völlig sinnfreie Veranstaltung, anlasslos gesunde Menschen mit fragwürdiger Qualität zu testen", betonte der KBV-Chef. PCR-Tests bei Patienten mit Symptomen seien aber wichtig, um Corona-Infektionen eindeutig nachzuweisen.

Faktencheck:

Unter anderem Gesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigte die Neuregelung zu den Corona-Schnelltests. Tests würden nun aussagekräftiger. "Wenn jeder sich einfach so oft testen lassen kann, wie er will, ohne, dass es einen Grund dafür gibt, dann sind auch zu viele Tests negativ oder wenn sie positiv sind, dann oft falsch-positiv", sagte Lauterbach in der Sendung "RTL Direkt".

Er fügte hinzu: "Wir haben das eingeschränkt, sodass die Tests aussagekräftiger sind." Zwar müssten Bürger sich jetzt beteiligen an den Kosten. Lauterbach appellierte aber an die Menschen: "Wenn ich für drei Euro in einer größeren Gruppe viele Menschen vor der Ansteckung schützen kann, dann ist das gut investiertes Geld."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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