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Experte: Das schützt wirklich vor einer Corona-Infektion

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 28.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Eine Frau muss niesen (Symbolbild): Was steckt hinter der Erkältungs- und Corona-Welle?
Eine Frau muss niesen (Symbolbild): Was steckt hinter der Erkältungs- und Corona-Welle? (Quelle: ProfessionalStudioImages/getty-images-bilder)
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Volle Arztpraxen, hohe Krankenstände über Deutschland rollt eine Erkältungswelle. Schuld ist nicht nur das Coronavirus. Ein Immunologe erklärt die Lage.

Deutschland schnieft – und das im Sommer. Nicht nur Corona sorgt derzeit für viele Infektionsfälle. Aufgrund des Personalmangels allerorten werden bereits Forderungen nach Aufhebung der Isolationspflicht für Corona-Infizierte laut. Wo Deutschland derzeit in der Sommerwelle steht und wer am besten vor einer erneuten Infektion geschützt ist, erklärt der Immunologe Andreas Radbruch im Interview mit t-online.


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t-online: Herr Radbruch, derzeit klagen die Ärzte über eine massive Krankheits- und Erkältungswelle, die Praxen sind voll. Ist das eine Folge von Corona?

Andreas Radbruch: Das ist eine Folge der Anti-Corona-Maßnahmen. Die Hygienevorschriften, die wir gegen Corona erhoben haben, lassen wir nun alle gleichzeitig weitgehend fallen. Diese Regeln gelten aber natürlich auch zur Verhinderung von Infektionen, die auf dem gleichen Weg wie Covid-19 übertragen werden.

Nun behaupten einige – etwas laienhaft ausgedrückt – das Immunsystem wäre nicht mehr trainiert, weil wir es durch die Anti-Corona-Regeln nicht mehr gefordert haben.

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Das Immunsystem verlernt seine Immunität nicht, wenn sie einmal aufgebaut ist. Das sehen wir ja auch an den Verläufen der Erkältungserkrankungen zurzeit. Hätte das Immunsystem verlernt, sie zu bekämpfen, würden viel mehr Menschen schwer erkranken.

Was wir derzeit sehen, ist das gleiche wie nach einer Corona-Impfung. Wir haben auch gegen die normalen Erkältungsviren genügend Antikörper im Blut. Aber wir haben sie eben nicht auf den Atemwegen, um schon die Ansteckung mit dem Erreger zu verhindern.

Also haben wir uns eine Zeit lang schlicht mehr vor Keimen geschützt – und jetzt, wo Maskenpflicht und Abstand fallen, muss die Immunabwehr erst wieder aktiviert werden?

Die Immunzellen, die das Immunsystem als erste alarmieren, sind wahrscheinlich ein bisschen eingeschlafen. Diese Abwehrzellen werden durch Infektionen aktiviert, das Immunsystem passt sich also an die neue Lage an, dass wir jetzt wieder mit mehr Keimen konfrontiert werden. Das fehlt uns durch die Zeit der "Abstinenz", in der wir auch Erkältungen durch die Hygienemaßnahmen gegen Corona weitgehend verhindert haben. Da muss jetzt das Immunsystem eben mal wieder etwas mehr arbeiten.

Andreas Radbruch
Andreas Radbruch (Quelle: Gero Breloer)


Dr. Andreas Radbruch ist Immunologe und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin. Er berät unter anderem auch den Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Auch eine Erkältungswelle im Sommer ist nichts Ungewöhnliches, oder?

Nein, das hatten wir immer wieder. Sie tritt meist dann auf, wenn es zu rapiden Temperaturwechseln kommt und Menschen nicht angemessen angezogen sind. Das sehen Sie zum Beispiel, wenn Menschen im Flugzeug in den Urlaub fliegen oder aus sehr heißen Ländern aus dem Urlaub zurückkehren. Auch dann sind sie besonders anfällig.

Parallel zur Erkältungswelle läuft auch die Corona-Sommerwelle weiter. Was halten Sie von den Forderungen, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte aufzuheben? Begründet wird dies damit, dem Personalmangel in den Betrieben entgegenwirken zu wollen…

Medizinisch ist das eigentlich nicht so sinnvoll, selbst nicht für Infizierte, die keine oder nur leichte Beschwerden haben. Auch sie können das Virus schließlich weitergeben, andere anstecken, und die können dann richtig erkranken.

Menschen, die andere anstecken könnten, sollten sich von anderen fernhalten. Hier zugunsten der Wirtschaftlichkeit Abstriche zu machen, halte ich für wenig zielführend. Am Ende hat man noch mehr Arbeitsausfälle. Es gehört doch zum guten Ton bei allen Infektionskrankheiten, als Infizierter seine Mitmenschen möglichst nicht anzustecken.

Das Durchlaufenlassen auch in den Betrieben ist also keine Option?

Nein. Man löst Personalprobleme nicht damit, dass man Infizierte arbeiten lässt, die dann noch mehr Menschen und Kollegen infizieren. Viele werden Symptome zeigen und dann auch ausfallen. Logisch ist das nicht.

Wann endet denn die Corona-Sommerwelle. Haben Sie eine Einschätzung?

Dazu müssten wir wissen, wie viele Genesene wir eigentlich de facto haben. Das wissen wir nicht, auch weil die Zahl der Tests und vor allem der PCR-Tests nachgelassen hat.

Schätzungen gehen davon aus, dass die Mehrheit der Deutschen bereits Kontakt zum Virus hatte. Dann würde das Virus sehr bald keine neuen Wirte oder Opfer mehr finden und die Welle wäre vorbei – zumindest mit dieser Corona-Variante.

Die Impfung allein kann uns da nicht so richtig weiterhelfen, richtig?

Die Impfung schützt nicht wirklich gut vor einer Ansteckung, und auch nicht lange. Das wissen wir. Aber: Geimpfte, die sich auch infiziert haben, haben einen ziemlich guten Schutz vor einer erneuten Ansteckung. Das hat eine neue Studie aus England gezeigt. Hier liegt der Schutz vor einer erneuten Infektion bei etwa 90 Prozent über mindestens ein Jahr. Das scheint eine gute Kombination zu sein, und es wird voraussichtlich die nächsten Wellen immer effektiver abflachen lassen.

Herr Radbruch, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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  • Sandra Simonsen
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