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Ständig wiederkehrender Lippenherpes: Wie kommt das?


Ständig wiederkehrender Lippenherpes – wie kommt das?


09.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Frau bedeckt ihren Mund mit den HändenVergrößern des Bildes
Manche Menschen haben ständig mit Lippenherpes zu tun. (Quelle: Mindful Media)

Ständig wiederkehrender Lippenherpes ist zwar meist harmlos, aber extrem lästig. Erfahren Sie, wie die Rückfälle zustande kommen und was dagegen hilft.

Lippenherpes – fachsprachlich Herpes labialis genannt – entsteht durch eine Infektion mit sogenannten Herpes-simplex-Viren. Sein Ausbruch kündigt sich meist durch Kribbeln, Juckreiz und teils auch Schmerzen an der Lippe an. Anschließend wird die betroffene Stelle dick und es bilden sich die typischen kleinen, prallen Herpesbläschen.

Bei ansonsten gesunden Menschen heilen diese Lippenbläschen normalerweise nach etwa ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Wer einmal Herpes hatte, kann ihn aber immer wieder bekommen: Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung erleben solche Rückfälle. Dabei geht sogar ein ständig wiederkehrender Lippenherpes bloß auf eine einzige Infektion zurück.

Ständig wiederkehrender Lippenherpes: Das steckt dahinter

Dass eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren ausreicht, um wiederholt Lippenherpes zu verursachen, liegt an einer besonderen Eigenschaft dieser Erreger: Sind die Viren erst einmal in den Körper eingedrungen, können sie dort lebenslang ausharren und immer wieder zu Beschwerden führen.

Mehr wissen

Wenn es nach einer Infektion mit Herpes-simplex-Viren zu einem Rückfall (bzw. Rezidiv) kommt, sprechen Fachleute von einem Herpes simplex recidivans. Ist dieselbe Stelle betroffen wie beim letzten Ausbruch, lautet der Fachbegriff Herpes simplex recidivans in loco. Wiederkehrender Lippenherpes ist die häufigste Form von rezidivierendem Herpes.

Die Ansteckung mit Herpes-simplex-Viren erfolgt meist über den Mundbereich. Dabei dringen die Viren über winzige Verletzungen in Zellen der Haut oder Schleimhaut ein und beginnen sich dort zu vermehren. Dies läuft meist ohne Symptome ab – Lippenherpes tritt typischerweise erst Monate oder Jahre später auf.

Mehr erfahren

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel "Wann und wie lange ist Lippenherpes ansteckend?".

Das Immunsystem reagiert auf die Erstinfektion und bildet Antikörper gegen die Herpesviren. Beseitigen lässt sich die Infektion dadurch aber nicht. Stattdessen nisten sich die Viren in Nerven im Gesichtsbereich ein, wo sie über lange Zeit – manchmal auch für immer – inaktiv bleiben können. Nur wenn sie erneut aktiv werden, bildet sich Lippenherpes.

Solche Reaktivierungen passieren häufig – allerdings längst nicht bei jedem Menschen, der die Herpesviren in sich trägt. Warum Lippenherpes bei manchen Infizierten ständig wiederkehrt und bei anderen selten oder nie, ist nicht vollständig geklärt.

Wie oft und in welchen zeitlichen Abständen es zur Reaktivierung der Herpesviren kommt, schwankt ebenfalls stark: Bei einigen Betroffenen geschieht dies nur wenige Male im Leben, bei anderen praktisch ständig. Häufig tritt ein wiederkehrender Lippenherpes ein- bis sechsmal im Jahr auf.

Schon gewusst?

Auch der Erreger der Windpocken, das sogenannte Varizella-Zoster-Virus, zählt zu den Herpesviren und bleibt nach der ersten Infektion lebenslang im Körper. Seine Reaktivierung macht sich typischerweise als Gürtelrose bemerkbar.

Ständig wiederkehrender Lippenherpes: Das sind die Auslöser

Ob ein selten oder ein ständig wiederkehrender Lippenherpes – jedem erneuten Ausbruch der Infektion geht eine Reaktivierung der schlummernden Herpesviren voraus. Die reaktivierten Viren wandern entlang der Nerven zurück in die Haut, wo sie sich rasant vermehren und neue Lippenbläschen verursachen.

Häufig kommt es scheinbar ohne besonderen Anlass zur Reaktivierung der Herpesviren. Es ist aber auch bekannt, dass verschiedene äußere Reize Lippenherpes auslösen können. Dazu zählen vor allem:

  • UV-Strahlung (wie in Sonnenstrahlung)
  • Infekte mit Fieber
  • Verletzungen
  • körperliche Anstrengung
  • psychischer Stress
  • mechanische Reizung der Lippen (etwa durch intensives Küssen)
  • hormonelle Schwankungen (etwa durch Menstruation oder Schwangerschaft)
  • geschwächtes Immunsystem (etwa aufgrund einer Chemotherapie)

Neben Fieber gilt Sonneneinstrahlung als wichtigster Auslöser der Reaktivierung. Daher kommt ständig wiederkehrender Lippenherpes beispielsweise oft bei Menschen vor, die viel Ski fahren oder in den Bergen wandern: Ursache hierfür ist die im Schnee und in Höhenlagen besonders intensive UV-Belastung. In der Alpenregion ist Herpes an der Lippe dementsprechend auch als Gletscherbrand bekannt.

Ständig wiederkehrender Lippenherpes: Das hilft

Lippenbläschen sind zwar lästig, heilen aber meist von selbst. Sogar ein ständig wiederkehrender Lippenherpes verschwindet normalerweise auch ohne Behandlung immer wieder. Mittel zur örtlichen Anwendung (etwa mit dem virushemmenden Wirkstoff Aciclovir) können die Heilung aber fördern oder zumindest akute Beschwerden ein wenig lindern.

Damit ständig wiederkehrender Lippenherpes seltener ausbricht, kann es helfen, bekannte Auslöser möglichst zu vermeiden. In jedem Fall ist es ratsam, übermäßige UV-Bestrahlung zu verhindern – sich also beispielsweise bei Aufenthalten im Freien konsequent vor Sonne zu schützen (etwa mit einem wirksamen Sonnenschutzmittel).

Daneben können Betroffene darauf achten, ob sie in bestimmten anderen Situationen – etwa nach intensivem Küssen – dazu neigen, Lippenherpes zu entwickeln. Dann besteht vielleicht die Möglichkeit, sich zukünftig besser zu schützen: zum Beispiel mit einer geeigneten Lippenpflege.

Zudem kann bei ständig wiederkehrendem Lippenherpes eine medikamentöse Behandlung in Betracht kommen, um weitere Ausbrüche zu verhindern: Dabei nehmen die Betroffenen vorbeugend über einen längeren Zeitraum – also auch in beschwerdefreien Phasen – ein virushemmendes Medikament ein. Wie gut eine solche Dauerbehandlung bei Herpes labialis gegen Rückfälle hilft, ist allerdings kaum untersucht.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von Altmeyers Enzyklopädie: www.altmeyers.org (Abrufdatum: 9.11.2022)
  • "Herpesvirus-Infektionen". Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 5.7.2022)
  • "Lippenherpes". Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 8.9.2021)
  • "Herpes simplex". Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: März 2021)
  • "Herpes simplex/Lippenbläschen". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 19.8.2021)
  • "Humane Herpesviren". Online-Informationen von eMedpedia: www.springermedizin.de/emedpedia/ (Stand: 13.6.2017)
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