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Welche Untersuchungen für Schwangere sinnvoll sind


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Welche Untersuchungen für Schwangere sinnvoll sind

dpa, t-online, Christina Bachmann

Aktualisiert am 06.02.2021Lesedauer: 4 Min.
Untersuchung in der Schwangerschaft
Untersuchung in der Schwangerschaft: Nicht alle Tests sind für werdende Mütter zwingend notwendig. (Quelle: (Symbolbild), EmiliaU/getty-images-bilder)
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Werdende Mütter werden in Deutschland durch ein Netz von Frauenärzten und Hebammen betreut. Zum Wohl von Mutter und Kind wird vieles untersucht und abgeklärt. An manchen Stellen müssen die Frauen entscheiden, ob eine Untersuchung für sie sinnvoll ist oder nicht.

LRS, Chlamydien, Antikörpersuchtest – wenn eine Schwangere ihren ersten Mutterpass in der Hand hält, schluckt sie erstmal. Was da alles getestet wird, klingt nach ungeahnten Gefahren. Wer vorher dachte, die Natur werde es schon richten, kommt ganz schnell auf die Idee, dass dem ganz und gar nicht so ist. Tatsächlich sollen viele Untersuchungen einfach nur bestimmte Risiken ausschließen. Aber muss man das wirklich alles wissen?

Mutterpass als Orientierungshilfe

Um zu unterscheiden, welche Untersuchungen notwendig sind, kann sich die Schwangere erstmal an der Kostenübernahme orientieren. Sämtliche Maßnahmen, die im Mutterpass aufgeführt sind, wurden vom Gesetzgeber in den Mutterschaftsrichtlinien als sinnvoll eingestuft, erläutert Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Mit den Untersuchungen sollen frühzeitig Risiken für Mutter und Kind erkannt werden, damit man im Zweifelsfall gegensteuern kann.

Daneben bieten viele Arztpraxen Zusatzleistungen an, die die Patientin aus eigener Tasche zahlen muss. Man kann beispielsweise nachsehen, ob die werdende Mutter schon mal Toxoplasmose hatte. Diese Infektionskrankheit kann dem Ungeborenen gefährlich werden. Hat die Schwangere sie aber schon mal durchgemacht, ist der Fötus mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die Antikörper der Mutter dagegen geschützt.

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Da Toxoplasmose durch Katzenkot oder rohes Fleisch übertragen werden kann, hat das Ergebnis des Tests Auswirkungen auf die Ernährungsempfehlungen und den Umgang mit Haustieren. Ist das Ergebnis negativ, wird die Frau zudem im weiteren Verlauf der Schwangerschaft noch mehrfach getestet, um eine Infektion schnell zu erkennen und behandeln zu können. Möglich ist auch ein Test auf eine durchgemachte Infektion mit Zytomegalieviren oder Ringelröteln.

Nicht jede Untersuchung ist notwendig

Frauen sollten solche Untersuchungen nur machen lassen, wenn sie aus ärztlicher Sicht notwendig sind, findet Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Schwangere als Erzieherin oder Grundschullehrerin arbeitet und dadurch ein erhöhtes Risiko hat, sich unter anderem mit Röteln oder Zytomegalieviren anzustecken. Hält der Frauenarzt Tests für medizinisch notwendig, kann er sie auch abrechnen, erklärt Geppert-Orthofer.

Aus Sicht von Christian Albring ist vieles davon durchaus anzuraten: Für eine ganze Reihe von diagnostischen Maßnahmen lägen durch internationale Studien, Leitlinien und das Robert-Koch-Institut (RKI) dringende Empfehlungen vor, betont er. So weist das RKI zum Beispiel darauf hin, dass eine Toxoplasmoseinfektion in der Schwangerschaft verhindert werden sollte und es dafür erforderlich sei, zu wissen, ob eine Immunität vorliegt.

Einige Tests sind allerdings nicht notwendig. "Bei Individuellen Gesundheitsleistungen sollte man ein bisschen zurückhaltend sein", rät Ursula Jahn-Zöhrens, Mitglied im Deutschen Hebammenverband. Vor allem sehr vorsichtige Mütter nehmen die Untersuchungen sehr gerne in Anspruch, obwohl diese teilweise gar nicht notwendig sind. Treffen die Schwangeren dann auf einen unseriösen Arzt, kann dies dazu führen, dass die werdenden Mütter Leistungen in Anspruch nehmen und bezahlen, die nicht sinnvoll sind und geben unnötig viel Geld aus. Allerdings kommt es auch immer auf die individuelle Situation an, ob weitere Tests sinnvoll sind, entgegnet Jahn-Zöhrens. "Die Kassen übernehmen heute schon einige zusätzliche Untersuchungen, wenn Risiken bestehen." Auf diese Leistung können Schwangere vertrauen.

"So viel wie nötig, so wenig wie möglich"

Manchen Frauen nehmen solche Tests Ängste – bei anderen wiederum befördern sie sie eher. Nicole Altenburg, Psychotherapeutin in Friedrichshafen, rät ängstlichen Schwangeren: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich." Denn: Je mehr Ergebnisse die Schwangere bekommt, desto mehr müssen sie und ihr Partner entscheiden.

Recht auf Unwissenheit gilt in Ausnahmefällen

Zu Untersuchungen, deren Ergebnisse eventuell Folgeentscheidungen erfordern, gehört das Ersttrimester-Screening – eine Ultraschalluntersuchung sowie ein Bluttest im ersten Drittel der Schwangerschaft. Das Screening soll bestimmte Chromosomenstörungen aufdecken, vor allem Trisomie 21. Letztlich kann das zur Entscheidung für oder gegen das Kind führen.

Wer sich dem nicht aussetzen möchte oder sicher weiß, dass er das Kind so oder so annehmen wird, hat auch ein Recht auf Unwissen, betont Geppert-Orthofer. Sie rät Schwangeren, sich vor der Untersuchung zu fragen: "Was kann ich erfahren, und möchte ich das erfahren?"

So sieht es auch Altenburg. Aus der einen Untersuchung folgen nämlich schnell noch weitere. Ein Ausstieg aus der Diagnostik fällt dann immer schwerer. Manche Frauen wollten aber auch einfach Bescheid wissen, um sich auf eine mögliche Behinderung vorzubereiten, sagt Geppert-Orthofer.

Sich seelische Unterstützung suchen

Um sich nicht verrückt machen zu lassen, sei es in jedem Fall hilfreich, jemanden an seiner Seite zu wissen. Altenburg zufolge kann das der Partner sein, die eigenen Eltern oder auch der Frauenarzt oder die Hebamme.

Allerdings kann das Umfeld auch verunsichern, ist Geppert-Orthofers Erfahrung. "Man hört viel von vielen Seiten, und man hört immer die schlimmen Geschichten." Wer sich informieren will, sollte daher ganz bewusst auf neutrale Informationskanäle wie etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung setzen.

Hat die Schwangere das Gefühl, nicht mehr Herr der Lage zu sein, sollte sie sich einen Therapeuten suchen. "Sobald jede neue Information mir Blutdrucksteigerung bringt, es mir schlecht geht, ich unruhig werde und die innere Stabilität nicht mehr hinkriege, ist professionelle Hilfe angesagt", sagt Altenburg. Manche Frau wälze allerdings auch alle möglichen Bücher, sei über alles informiert, leide darunter aber nicht. Wer die Informationen einfach als Wissensgewinn betrachten kann, habe in der Regel auch kein Problem.

Risiken bei Pränataldiagnostik mit berücksichtigen

Neben einer möglichen psychischen Belastung kann es bei der Pränataldiagnostik auch zu gesundheitlichen Schäden kommen. Besonders einige invasiven Methoden der Pränataldiagnostik können für die Mutter und ihr ungeborenes Kind zur Gefahr werden. Die häufigsten Untersuchungen dieser Art sind die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) und die Plazenta-Punktion (Chorionzottenbiopsie). Sie können Wehen auslösen, Blutungen verursachen und im schlimmsten Fall sogar eine Fehlgeburt auslösen. Was die Pränataldiagnostik bringt und welche Methoden und Risiken es noch gibt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • dpa
  • Mutterschaftsrichtlinien
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