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Spitzwegerich: Welche Wirkungen hat die Heilpflanze?

Anbauen, ernten und zubereiten  

Spitzwegerich: Welche Wirkungen hat er?

06.09.2018, 09:03 Uhr | hm (CF), jb, t-online.de

Spitzwegerich: Welche Wirkungen hat die Heilpflanze?. Plantago lanceolata (Quelle: Getty Images/NevaF)

Plantago lanceolata: Spitzswegerich kann bei Atemwegserkrankungen helfen. (Quelle: NevaF/Getty Images)

Spitzwegerich ist ein eher unscheinbares Kraut, doch die Heilpflanze hat es in sich. Es ist daher sinnvoll, ein paar Pflanzen selbst im Garten anzubauen.

Die einheimische Heilpflanze Spitzwegerich, oder auch Spießkraut genannt, gehört zu den Wegerichgewächsen. Sie wächst an Wegrändern und Wiesen – häufig sogar in felsigem Gelände und Höhenlagen. Die Pflanze ist sehr widerstandsfähig und frosthart, weshalb sie weltweit verbreitet ist.

Spitzwegerich wird bis zu 50 Zentimeter hoch – seine Wurzeln reichen allerdings bis zu 60 Zentimeter tief ins Erdreich. Seine Blütenstand besteht aus einem braunen, bis zu 30 Zentimeter langem Docht, der von kleinen weißen Blüten umringt ist. Sie blühen zwischen Mai und September von unten nach oben entlang des Dochtes auf. Die Knospen sind verzehrbar, solange sie noch grün sind. Sie schmecken nach Champignons und können auch in Salate gegeben werden.

Die Blätter des Spitzwegerichs wachsen scheinbar direkt aus dem Boden. Sie sind länglich, haben an der Unterseite fünf bis sieben Rippen und können bis zu 20 Zentimeter hoch wachsen. Geerntet werden können die Blätter, die die heilende Wirkung haben, von April bis Juni. Wichtig ist, dass der Spitzwegerich noch nicht geblüht hat. 

Unser Tipp
Wenn Sie die Blätter nicht gleich verwenden können, verwerten Sie diese entweder zu einer Tinktur, einem Sirup oder trocknen Sie die Ernte, damit Sie diese bei Bedarf als Tee trinken oder inhalieren können. 

Die Samen des Spitzwegerichs ähneln von ihrer Form eher den braunen Blüten und können zwischen August und Oktober geerntet werden. Werden sie gepresst, erhalten Sie ein leicht nussig schmeckendes Wegerichöl. Es eignet sich zum Verfeinern von Speisen. Bei Bronchitis kann es als Einreibemittel für die Brust die Entzündung der Atemwege lindern. 

Das steckt in der Heilpflanze

Die krautige Pflanze wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gewählt, weil sie gegen verschiedene gesundheitliche Beschwerden wirkt. Spitzwegerich enthält laut Fachverlag für Gesundheitswissen FID unter anderem folgende Substanzen:

  • Gerb- und Bitterstoffe
  • Schleimstoffe
  • Glykoside wie Aucubin
  • Kieselsäure
  • Flavonoide
  • Vitamin C.

Die Inhaltsstoffe wirken unter anderem abwehrsteigernd, blutstillend und antibakteriell und sind daher ideal zur Wundversorgung geeignet. 

Anwendung der Arzneipflanze

Die Heilpflanze hilft bei Atemwegserkrankungen – ihre Wirkstoffe mindern den Hustenreiz, lösen den Husten und lindern Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Die in der Pflanze enthaltenen Glykoside sollen zudem auch bei einer Lungenentzündung helfen. 

Bei Insektenstichen und -bissen werden gerne die Blätter direkt auf die Entzündung geben, da sie abschwellend und kühlend wirken. 

Auch bei Problemen mit der Haut und den Haaren greifen viele gerne zum Spitzwegerich. Als Tinktur oder die Blätter zu einer Masse verarbeitet, sollen die Heilpflanze bei unreiner und fettiger Haut helfen. Auch Entzündungen der Kopfhaut soll Spitzwegerich mindern und dem Haar zugleich mehr Glanz verleihen.

Aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften wurde der Spitzwegerich von den Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gewählt.

Spitzwegerich bei Insektenstichen

Wer zum Beispiel einen Mückenstich lindern möchte, kann ein Blatt des Spitzwegerichs kurz kauen und dann auf die betroffene Stelle legen. Wenn Sie die Blätter nicht kauen möchten können Sie sie in ihren Handflächen aneinander reiben, bis sich eine feste Masse ergibt. Diese wird dann auf den Mückenstich getupft. Der Geruch verfliegt schnell.

In der Apotheke oder in Naturkosmetikläden werden auch Salben mit Spitzwegerich angeboten. 

Atemswegserkrankungen lindern

Um die Beschwerden bei Husten, einer Lungenentzündung oder anderen Infektionen der Atemwege zu mindern, sollten Sie Spitzwegerich in Form eines Sirups oder Tees zu sich nehmen. Ideal ist auch die Inhalation. 

Möchten Sie die medizinische Wirkung des Spitzwegerichs als Tee nutzen, ist es empfehlenswert, die Heilpflanze bei einem Aufguss mit anderen Kräutern zu mischen. Sie können den Tee auch süßen, da die Blätter allein recht bitter schmecken.

Auch den Saft der Pflanze, den es in Apotheken, Naturkostläden oder Kräutergeschäften zu kaufen gibt, wird bei starkem Husten, Keuchhusten oder Heiserkeit eingesetzt. Vor dem Verzehr empfiehlt es sich ebenfalls, den Saft mit etwas Honig zu süßen. Wer den Geschmack nicht mag, kann den Saft oder einen stark aufgebrühten Tee auch gurgeln. 

Für die Inhalation nehmen Sie etwa zwei Esslöffel getrocknete Blätter der Pflanze und gießen Sie diese mit kochendem Wasser auf. Wirkungsvoll ist eine Anwendung von bis zu viermal am Tag. 

Stuhlgang regulieren
Auch die Samen haben eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Aufgrund ihrer vielen Schleimstoffe regulieren sie den Stuhlgang, ähnlich wie Leinsamen. Trinken Sie dazu die Samen mit reichlich Wasser. 

Darreichungsformen     

Anwendungsform

Anwendungsart

Hilft bei

Tee

1 – 2 Teelöffel frische oder getrocknete Blätter mit kochendem Wasser aufgießen. Kurz ziehen lassen.

Zweimal täglich trinken

Stärkt das Immunsystem

Lindert Erkältungsbeschwerden der Atemwege

Starker Tee

2 – 3 Teelöffel frische oder getrocknete Blätter mit kochendem Wasser aufgießen. Etwas länger ziehen lassen.

Eine Minute mehrmals täglich gurgeln.

Lindert Halsschmerzen und Entzündungen der Mundhöhle.

Mindert Hustenreiz und Hustenbeschwerden, Hustenlösend.

Kann bei Bronchitis und Lungenentzündung helfen.

Aufguss10 frische oder zwei getrocknete Esslöffel der Blätter mit 250 Milliliter kochendem Wasser aufgießen und ziehen lassen. Ein sauberes Baumwolltuch im Sud tränken und auf die betroffenen Hautstellen legen.Hilft bei Akne, Insektenstichen und Hautproblemen.

Sirup

Frische Blätter in Honig einlegen. Nach drei Monaten den sich gebildeten Sirup in eine dunkle Flasche geben.

Zirka drei Monate haltbar.

Lindert Erkältungsbeschwerden

Saft

Frische Blätter ausdrücken.

Teilweise wird auch empfohlen, die Blüte zu pressen.

Flüssigkeit auf Mückenbisse, Aknestellen, Schuppenflechte oder Warzen geben. Auch als Zusatz zur Haarwäsche geeignet.

Samen

Etwa zwei Esslöffel getrocknete Samen zweimal täglich mit reichlich Wasser zu sich nehmen

Reguliert die Verdauung

Pur

Blätter kauen

Lindert Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Spitzwegerich selbst anpflanzen

Auch wenn die Pflanze weit verbreitet ist und in unwegsamen Gegenden gut wächst, benötigt sie einen humus- und nährstoffreichen Boden. Regelmäßiges Gießen ist ebenfalls wichtig, wenn Sie die Heilpflanze dauerhaft bei sich im Garten kultivieren möchten. 

Die Aussaat erfolgt im März, sobald es Nachts mehrmals in Folge keinen Frost mehr gab und die Sonne ausreichend Wärme produziert, um die Saat zum Keimen zu bringen. Die Samen werden etwa 1,5 Zentimeter tief in die Erde gesetzt. Sie können den Spitzwegerich auch auf Ihrer Fensterbank oder im Gewächshaus vorkeimen lassen oder das Kraut im Topf im Handel kaufen.

Wenn Sie die Keimlinge in das Beet setzen, sollte der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen etwa 25 Zentimeter betragen. Dies ist wichtig, da der Spitzwegerich ein umfangreiches Wurzelwerk bildet und Platz braucht. 

Wegen seiner Frostresistenz ist eine erneute Aussaat im Folgejahr nicht nötig – zudem vermehrt sich Spitzwegerich durch Pollen selbst.

Verwechslungsgefahr

Der Spitzwegerich kann leicht mit dem mittleren Wegerich verwechselt werden. Beide unterscheiden sich anhand ihrer Blätter. Diese sind bei dem mittleren Wegerich etwas breiter. Der Doppelgänger ist nicht giftig und kann wie der Spitzwegerich verwendet und verarbeitet werden.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • eigene Recherche
  • naturheilkraeuter.org
  • kraeuter-verzeichnis.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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