Sie sind hier: Home > Panorama > Buntes >

So kann Plastik krank machen

 (Quelle: t-online.de)

Krankmacher  

Die Kunststoff-Industrie möchte nicht, dass Du diesen Artikel liest!

12.01.2015, 10:31 Uhr | t-online.de

So kann Plastik krank machen.  (Quelle: Diane Labombarbe/Getty Images)

(Quelle: Diane Labombarbe/Getty Images)

Wir wollen nur das Beste für unsere Kinder. Vor manchen Gefahren können wir sie aber nur schützen, wenn wir darüber Bescheid wissen. Die größten gesundheitlichen Risiken lauern da, wo wir sie am wenigsten erwarten: im Spielzeug und anderen Plastik-Gegenständen, die wir jeden Tag nutzen.

So kann Plastik krank machen

Viele der giftigen Chemikalien in Kunststoffen sind sogenannte "endokrine Disruptoren" und können in das Hormonsystem eingreifen, das den gesamten Stoffwechsel des Körpers steuert. Die chemischen Verbindungen der Substanzen im Plastik sind nicht fest und lösen sich unter verschiedenen Außeneinflüssen schnell auf. Das führt dazu, dass die giftigen Stoffe in die Umwelt übergehen und auch vom menschlichen Körper aufgenommen werden. Die Folgen können bei Jungen zum Beispiel Missbildungen der Geschlechtsorgane sowie Unfruchtbarkeit, bei Mädchen der frühzeitige Eintritt der Pubertät oder Brustkrebs im Erwachsenenalter sein. Auch Allergien und Asthma traten in den vergangenen Jahrzehnten häufiger auf und stehen wahrscheinlich in Zusammenhang mit den künstlichen Hormonen aus dem Plastik.

PVC und PC sind besonders belastet

Problematisch sind die Kunststoffe Polyvinylchlorid (PVC) und Polycarbonat (PC). PVC enthält in vielen Fällen Weichmacher und andere giftige Zusatzstoffe, die bei der Verarbeitung verwendet werden.

Bei der Herstellung von Polycarbonaten kommt in der Industrie Bisphenol A zum Einsatz. Unter dem Einfluss von Wärme löst sich die Chemikalie aus dem Kunststoff. Obwohl Bisphenol A nicht natürlich vorkommt, lässt es sich fast überall in der Umwelt nachweisen. BPA wurde schon in Hausstaub, im Meerwasser und sogar in der Luft gefunden. Auch Trinkwasser aus Kunststofftanks oder Obst aus Treibhäusern kann mit dem Stoff belastet sein.

 (Quelle: María Helena Carey/CC BY-NC-ND 2.0)

Kontakt mit Schadstoffen vermeiden

Menschen sind den giftigen Substanzen ständig ausgesetzt. Für uns als Verbraucher gibt es ein paar einfache Tricks, um diesen Kreislauf zu unterbrechen:

  • Das Erhitzen von Mikrowellen- und Kochgeschirr aus Polycarbonat vermeiden: Der Kunststoff wird teilweise mit “PC” oder dem “Recycling-Code 7” gekennzeichnet.
  • Nur Kindertrinkgefäße aus PP oder PE verwenden: Auch bei anderen Behältern wie Boxen für das Pausenbrot solltest Du darauf achten, nichts aus Polycarbonat zu kaufen.
  • Auf Mehrweg-Flaschen aus Glas ausweichen: Dosengetränke, Konserven und Trinkflaschen aus Plastik können Quellen hormoneller Giftstoffe sein.
  • Keine Produkte aus Weich-PVC kaufen: Duschvorhänge und Co. aus diesem Material riechen stark nach Kunststoff – eine gute Warnung!
  • Auf PVC-Boden verzichten: Stattdessen solltest Du auf Beläge aus Kork, Linoleum, Holz oder Kautschuk setzen.
  • Keine Plastik-Flipflops tragen: Zinnorganische Verbindungen in den Materialien schädigen neben dem Hormon- auch das Immunsystem.

 (Quelle: Lindsey Turner/CC BY 2.0)

Forderung von BUND: BPA soll verboten werden

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland  e.V. (BUND) hat eine umfangreiche Broschüre zum Thema “Achtung Plastik!” und einen Aktionsplan mit Forderungen an Bundesregierung und EU verfasst, der vor allem ein EU-weites Verbot von BPA sowie den Ersatz der Chemikalie und hormonähnlicher Stoffe durch sichere Alternativen vorsieht.

Wenn Du Dir bei bestimmten Produkten nicht sicher bist, ob sie giftige Zusatzstoffe enthalten, kannst Du Dich über die Homepage bund.net mit der “Giftfrage” direkt an die Hersteller wenden, die zur Auskunft verpflichtet sind.

Hilf mit, uns und unsere Kinder vor den fatalen Folgen der Giftstoffe in Plastik zu schützen!!

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team



shopping-portal