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Tomaten: Warum oft das Aroma fehlt


Warum Tomaten oft wässerig schmecken

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Aktualisiert am 24.07.2013Lesedauer: 3 Min.
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Bei Tomaten sagt ein appetitlich Äußeres nichts über das Aroma aus.
Bei Tomaten sagt ein appetitlich Äußeres nichts über das Aroma aus. (Quelle: archiv-bilder)
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Knallrot, gleichmäßig geformt und knackig frisch liegen sie in den Frischetheken der Supermärkte: Tomaten - das Lieblingsgemüse vieler Deutscher. Doch das Aussehen hält oft nicht, was es verspricht. Denn viele Tomaten sehen nur appetitlich aus, schmecken jedoch wässerig und fad. Doch wo ist das Aroma geblieben? Und wo findet man noch Sorten mit Geschmack?

Ein Gen fehlt, das Aroma auch

Viele Tomatensorten haben wenig Aroma, weil sie jahrelang auf perfektes Aussehen getrimmt wurden. Sie wurden genetisch so umprogrammiert, dass sie sich makellos rot färben und keine Unebenheiten aufweisen. Das Problem: Dabei wurde ein Gen zerstört, dass eigentlich für die Bildung von Geschmacksstoffen zuständig ist, berichten Biochemiker um Ann Powell von der University of California. Ist dieses Gen intakt, sorgt es in den Tomaten für die vermehrte Bildung von kleinen Zellbestandteilen, den Chloroplasten. Diese verleihen unreifen Tomaten ihre grüne Farbe und sorgen für Zucker und Carotinoide. Wird die Tomate reif, verhindert das Gen aber auch eine vollständige Rotfärbung. Am Stängelansatz bleibt oft eine grüne Stelle zurück.

Flüssignahrung und lange Transportwege

Der Verbraucher schätzt aber rundum rote Tomaten. Deshalb versuchen Züchter seit mehr als 70 Jahren, ihren Tomaten ein gleichmäßiges Rot zu verleihen. Dabei wurde das jetzt identifizierte Gen in vielen modernen Sorten zerstört. Das Ergebnis: Tomaten im perfekten Rot, aber mit wenig Süße und Aroma. Das gilt nicht nur für die viel geschmähte holländische Tomate. Viele Pflanzen aus Spanien und Italien haben das gleiche Problem. Ein weiterer Grund für den faden Geschmack liegt in der Anbautechnik: Die Tomaten wachsen oft nicht mehr in Erde, sondern auf Steinwolle oder Kokosmatten. Ihre Nährstoffe bekommen sie flüssig zugeführt. Da die Transportwege und die Lagerzeiten aus den Exportländern oft lang sind, werden die Früchte geerntet, bevor sie reif sind.

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Strauch-Tomaten: Geruch täuscht oft

Tomaten mit Bio-Siegel sind garantiert in natürlichen Böden gewachsen und nicht mit Flüssig-Nährstoffen und Pestiziden versetzt. Das ist ein großer Vorteil. Ob sie letztlich schmecken, hängt allerdings auch von der Sorte ab. Dass Strauchtomaten grundsätzlich eine bessere Qualität aufweisen als andere Tomaten ist dagegen ein weit verbreiteter Irrglaube. Dahinter steckt ein cleverer Verkaufstrick. Die Stängel und Blätter, die sich an den Pflanzen befinden, verströmen nämlich einen intensiven Geruch. Mit dem Geschmack hat das jedoch überhaupt nichts zu tun.

Leckere Tomaten sehen nicht perfekt aus

Wer Tomaten sucht, die tatsächlich nach Tomaten schmecken, sollte beim Einkauf folgende Regeln beachten: Kaufen Sie Tomaten am besten nur in der Saison von Juli bis Oktober, dann gibt es einheimische Freilandtomaten. Früchte mit vollem Aroma finden Sie am ehesten auf dem Wochenmarkt. Dort bieten viele Händler ältere Sorten an, die besonders geschmacksintensiv sind und vor dem Kauf probiert werden können. Lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass diese Sorten oft nicht so perfekt aussehen, Vernarbungen oder Verwachsungen haben und auch farbliche Unregelmäßigkeiten aufweisen. Das ist eher ein positives Zeichen und weist darauf hin, dass die Sorten noch nicht überzüchtet sind.

Tipp: Tomaten selber anbauen

Besonders köstlich sind selbstgezogene Tomaten. Dazu braucht man einen sonnigen Balkon oder einen Garten. Mit Wildtomaten, wie zum Beispiel den Sorten "Rote Murmel“ und "Golden Currant“, kann man auch ohne Regenschutz reichlich hoch-aromatische süße Früchte ernten. Wer für sich die ideale Sorte gefunden hat, möchte diese natürlich auch im nächsten Sommer essen. Die Vermehrung ist glücklicherweise gar nicht schwer, aus Tomaten lassen sich relativ einfach Samen gewinnen. Hierzu müssen die Samen komplett vom Fruchtfleisch gelöst und getrocknet werden. Wenn die Samen trocken und gut verschlossen gelagert werden, lassen sich aus ihnen locker fünf Jahre lang immer wieder leckere Tomaten ziehen. Es reicht meist aus eine Tomate zur Samengewinnung zu benutzen, denn eine enthält zwischen 30 und 40 Samen.

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