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"Fett i. Tr." & Co.: Was bedeuten diese Angaben auf Verpackungen?

Hinweise auf Lebensmitteln  

Was bedeutet das kleine "℮" auf Etiketten?

24.03.2020, 12:52 Uhr | dpa-tmn, t-online, sah, hs

"Fett i. Tr." & Co.: Was bedeuten diese Angaben auf Verpackungen?. Nährwerttabelle auf einer Flasche Ketchup: Hersteller müssen das "℮" nicht verwenden. (Quelle: t-online/imago/STPP)

Nährwerttabelle auf einer Flasche Ketchup: Hersteller müssen das "℮" nicht verwenden. (Quelle: imago/STPP/t-online)

Wir sehen sie fast jeden Tag, doch kaum einer nimmt sie bewusst wahr: Aufschriften auf Lebensmitteln. Dabei verstecken sich hinter einigen wichtige Informationen. 

Verpackungen aus dem Supermarktregal enthalten oft schwer verständliche Angaben wie "Fett i. Tr." oder "nach der Ernte behandelt". Was das genau bedeutet, versteht kaum jemand. Dabei sind es wichtige Hinweise, die jeder kennen sollte.

Fettgehalt in Käse: Was bedeutet "Fett i. Tr."?

Wer beim Käsekauf auf den Gesamtfettgehalt achten will, hat es nicht leicht. Während einige Produkte mit "nur X Prozent absolut" werben, sind andere Sorten etwa mit "Halbfettstufe" oder "X Prozent Fett i. Tr." gekennzeichnet.

Fett i. Tr.? Was bedeutet das eigentlich? Es steht für den Fettgehalt in der Trockenmasse. Diese Angabe ist genauer als der Hinweis auf den absoluten Fettgehalt, da Käse im Verlauf der Lagerung an Wasser und damit an Gesamtgewicht verliert, erklärt Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Die Trockenmasse hingegen bliebe konstant.

Doch die Angabe des Fettgehalts in der Trockenmasse ist für viele nicht sonderlich aussagekräftig. Denn ein Hartkäse enthält wesentlich mehr Trockenmasse als ein Frischkäse. Grob geschätzt beträgt der absolute Fettgehalt im Allgemeinen etwa die Hälfte des Fettanteils in der Trockenmasse.

Was bedeutet das kleine "℮" auf Etiketten?

Beim Abfüllen von Lebensmitteln kann es aus technischen Gründen dazu kommen, dass nicht immer exakt dieselbe Menge in den Verpackungen landet. Damit die Schwankungen nicht zu groß ausfallen, hat die Europäische Union (EU) die Fertigverpackungsrichtlinie erstellt (76/211/EWG). Sie regelt, wie sehr der Inhalt einer Verpackung von der auf dem Etikett angegebenen Menge abweichen darf: Nur kleine Unterschiede von wenigen Prozent sind erlaubt.

Nährwerttabelle auf einer Flasche Ketchup: Hersteller müssen das "℮" nicht verwenden. (Quelle: t-online/imago/STPP)Nährwerttabelle auf einer Flasche Ketchup: Hersteller müssen das "℮" nicht verwenden. (Quelle: imago/STPP/t-online)

Zu den EWG-Zeichen gehört auch das "℮" auf Etiketten von Flaschen, Gläsern und Dosen. Hersteller drucken es vor oder hinter eine Mengenangabe, wenn die angegebene Füllmenge im Durchschnitt eingehalten wird und die Waren nach den Vorgaben der EU-Richtlinie befüllt werden. Behörden überprüfen in Stichproben, ob alle Anforderungen erfüllt sind.

Das "℮" bezeichnet also die Nettofüllmenge. Wer eine Ein-Liter-Packung Milch mit einem "℮" darauf kauft, der kann getrost davon ausgehen, dass in der Packung auch ein Liter Milch enthalten ist.

Info: Das "℮" steht für quantité estimée. Der französische Ausdruck bedeutet "geschätzte" oder "veranschlagte Menge."

"Unter Schutzatmosphäre verpackt"

Der Hinweis "unter Schutzatmosphäre verpackt" steht auf manchen Fleischverpackungen. Das bedeutet dann, dass die Luft in der Verpackung durch Gase wie Sauerstoff oder Stickstoff ersetzt worden ist. Dadurch werden Lebensmittel länger haltbar und die Ware sieht frischer aus.

Aber nicht nur bei Fleisch, auch bei abgepacktem Obst, Aufbackbrötchen, Pasta aus dem Kühlregal, abgepacktem Käse oder Wurst kommt diese Methode zum Einsatz.

"Ohne Konservierungsstoffe laut Gesetz"

Konservierungsstoffe verlängern die Haltbarkeit von verarbeiteten Lebensmitteln. Die Angabe "Ohne Konservierungsstoffe laut Gesetz" bedeutet, dass ein Produkt, das ohnehin keine der Chemikalien enthalten darf, tatsächlich keine enthält – zum Beispiel Dosensuppen.

Das ist für die Werbung relevant, da die einfache Beschriftung "ohne Konservierungsstoffe" bei einem Produkt, das gar keine Konservierungsstoffe enthalten darf, unzulässiges Werben mit Selbstverständlichkeiten darstellt. Steht der Zusatz "laut Gesetz" dabei, darf der Hinweis dagegen aufs Etikett.

"Nach der Ernte behandelt"

Der Vermerk "nach der Ernte behandelt" weist darauf hin, dass ein Obst- oder Gemüseprodukt mit Chemikalien behandelt wurde, um es lagerfähig und besser haltbar zu machen. Dieser Hinweis ist wichtig für Verbraucher – denn behandelte Ware sollte nur geschält verzehrt werden.

Kartoffeln müssen die Kennzeichnung "nach der Ernte behandelt" beispielsweise auf dem Beutel tragen. Bei losen Kartoffeln muss ein Schild neben der Ware darauf hinweisen.

Verwendete Quellen:

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