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Ges├╝ndere Zutaten in Lebensmitteln f├╝r Kinder gefordert

Von dpa
Aktualisiert am 10.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Die Verbraucherzentralen dringen auf verbindliche Vorgaben f├╝r eine ges├╝ndere Fertigprodukte besonders bei Kindern.
Die Verbraucherzentralen dringen auf verbindliche Vorgaben f├╝r eine ges├╝ndere Fertigprodukte besonders bei Kindern. (Quelle: Swen Pf├Ârtner/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Die Verbraucherzentralen dringen auf verbindliche Vorgaben f├╝r eine ges├╝ndere Ern├Ąhrung besonders bei Kindern. Der Chef des Bundesverbands (vzbv), Klaus M├╝ller, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es darf nicht zu T├Ąuschungen kommen, dass Produkte, die an Kinder gerichtet sind, Zucker-, Salz- und Fett-Bomben sind.

Darauf m├╝ssen sich Eltern verlassen k├Ânnen." Pl├Ąne der neuen Bundesregierung, Lebensmittelwerbung f├╝r Kinder zu beschr├Ąnken, seien daf├╝r ein erster Schritt. Der zweite Schritt m├╝sse sein, Ziele f├╝r weniger Zucker, Fett und Salz in Rezepturen von Fertigprodukten verbindlich festzulegen. Davon profitierten dann auch Erwachsene.

Die Frage der Werbung

"Oft sieht man im Regal Produkte, die sich explizit an Kinder richten - mit Comicfiguren und anderen Dingen, die man in Heften oder im Fernsehen gesehen hat. Und der Griff danach liegt so nah", sagte M├╝ller. Leider sei die Erfahrung, dass viele solcher Produkte extrem viel Zucker, Fett oder Salz beinhalteten. Krankenkassen und ├ärzte berichteten von dramatischer Fehlern├Ąhrung und ern├Ąhrungsbedingten Krankheiten auch mit Kosten f├╝r das Gesundheitssystem. "Ein Hebel, an dem man ansetzen muss, ist tats├Ąchlich die Frage der Werbung."

SPD, FDP und Gr├╝ne haben imKoalitionsvertragvereinbart: "An Kinder gerichtete Werbung f├╝r Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt darf es in Zukunft bei Sendungen und Formaten f├╝r unter 14-J├Ąhrige nicht mehr geben." M├╝ller verwies auf entsprechende N├Ąhrwertkriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). "Die werden von der Lebensmittelwirtschaft aber nicht eingehalten." Bem├╝hungen mit freiwilligen Vereinbarungen h├Ątten nicht genug gefruchtet.

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Ern├Ąhrungsminister Cem ├ľzdemir hat generell verbindliche Reduktionsziele f├╝r Fertigprodukte angek├╝ndigt. Es sei zu lange versucht worden, die Industrie mit freiwilligen Selbstverpflichtungen dazu zu bewegen, hatte der Gr├╝nen-Politiker argumentiert.

Klarheit bei Angaben auf den Packungen

Die Verbraucherzentralen pochen zugleich auf Klarheit bei Angaben auf den Packungen. "Was drin ist, muss draufstehen, und was draufsteht, muss drin sein", sagte M├╝ller. Es sei nicht zumutbar, beim Familieneinkauf noch nebenbei ein Lexikon zu w├Ąlzen oder im Smartphone alles M├Âgliche nachzuschlagen. "Die gesunde Wahl muss die einfache Wahl sein. Heute ist das noch nicht der Fall."

M├╝ller hob hervor, dass die alte Regierung das farbige N├Ąhrwertlogo Nutri-Score auf den Weg gebracht hat. "Der n├Ąchste, auch schon in Br├╝ssel angek├╝ndigte Schritt muss nun sein, das System europaweit verbindlich einzuf├╝hren." Es m├╝sse dabei auch wissenschaftlich weiterentwickelt werden. "Im Moment wirkt sich ein geringer Ballaststoffgehalt positiv auf den Nutri-Score aus." Deshalb habe Weizenmischbrot mitunter dieselbe Einstufung wie Vollkornbrot, obwohl es im Vergleich weniger gut abschneiden m├╝sste, hie├č es zur Erkl├Ąrung. Es sollte gepr├╝ft werden, ob dies nicht angepasst werden m├╝sste. Ziel m├╝sse sein, eine bessere Differenzierung zu erm├Âglichen.

Der Nutri-Score ist zusehends in den Superm├Ąrkten zu sehen, Anbieter k├Ânnen es freiwillig nutzen. Das in Frankreich entwickelte System bezieht neben Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Elemente wie Eiwei├č oder Anteile an Obst und Gem├╝se ein. Heraus kommt ein einziger Gesamtwert, der in einer f├╝nfstufigen Skala abgebildet wird: von "A" auf dunkelgr├╝nem Feld f├╝r die g├╝nstigste Bilanz ├╝ber ein gelbes "C" bis zum roten "E" f├╝r die ung├╝nstigste.

Ein Dschungel an Informationen

Laut einer Civey-Umfrage f├╝r den Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) sehen sich unter Eltern kleiner Kinder und werdenden Eltern 80 Prozent gut zur gesunden Ern├Ąhrung ihrer Kinder informiert - 7 Prozent verneinten dies. "Die ersten 1000 Tage entscheiden ├╝ber ein gesundes Aufwachsen des Kindes", sagte PKV-Expertin Julia Deipenbrock. "Doch werdende Eltern geraten auch in Ern├Ąhrungsfragen oft in einen Dschungel an Informationen, der h├Ąufig mehr verwirrt als Klarheit schafft." Befragt wurden den Angaben zufolge 500 Menschen zwischen 18 und 49 Jahre, deren Kinder zwischen 0 und 4 Jahre alt sind oder die werdende Eltern sind.

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