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Baby: Die größten Schreckmomente für frischgebackene Eltern

Von Hexenmilch bis Kindspech  

Das sind die größten Schreckmomente für frischgebackene Eltern

11.03.2021, 10:08 Uhr | Simone Blaß, t-online.de, cch

Baby: Die größten Schreckmomente für frischgebackene Eltern. Nachwuchs: Geht es meinem Baby wirklich gut? Eltern von Neugeborenen sind oft unsicher. (Quelle: Getty Images/Halfpoint)

Nachwuchs: Geht es meinem Baby wirklich gut? Eltern von Neugeborenen sind oft unsicher. (Quelle: Halfpoint/Getty Images)

Bei Babys gibt es viele Phänomene, die für unerfahrene Eltern ungewöhnlich wirken, aber ganz natürlich sind. Wir erklären, was dahinter steckt.

"Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen", sagt der Volksmund. Wer aber gerade ein Baby auf die Welt gebracht hat, sieht das möglicherweise anders. Denn in den ersten Lebensmonaten des Nachwuchses warten so manche Ereignisse auf die frischgebackenen Eltern, die besorgniserregend sein können. Ein plötzlicher Gewichtsverlust etwa oder vermeintliches Blut in der Windel. Wir nennen sieben typische Phänomene, die erst einmal erschrecken können.

1. Plötzliche Gewichtsabnahme und Akne

In seinen ersten Lebenstagen wird das Baby von der Hebamme regelmäßig gewogen. Meist innerhalb der ersten drei Tage kommt der für die Eltern erschreckende Moment, in dem es plötzlich an Gewicht verliert.

Die Natur hat sich aber etwas dabei gedacht: Das Baby sollte erst einmal von seinen Reserven leben können, bis das Stillen in Gang kommt. Bei diesem Vorgang reinigt sich der Körper sozusagen selbst und stellt sich um. Diese Umstellung kann übrigens auch die Haut betreffen. Etwa jedes fünfte Baby bekommt Neugeborenenakne. Sie ist vorübergehend, hormonell bedingt und völlig harmlos.

Ausgehend vom Geburtsgewicht darf das Kind bis zu sieben Prozent des Geburtsgewichts verlieren, so die Nationale Stillkommission. Sechs Tage nach der Geburt sollte der Nachwuchs spätestens immer mehr zunehmen. Eltern sollten sich aber nicht verrückt machen lassen. "Die Eltern sind die besten Intensivschwestern! Niemand beobachtet und spürt ohne jedes Überwachungsinstrument den Gesundheitszustand des Neugeborenen so gut wie frischgebackene Eltern", zitiert die Hebamme Ingeborg Stadelmann in ihrem Buch "Die Hebammensprechstunde" einen ihr bekannten Kinderarzt.

In manchen Kliniken wird auch heute noch schnell zum Zufüttern geraten – eine zweite Meinung der Hebamme schadet in dem Fall sicher nicht.

2. Unterschiedliche Konsistenz des Stuhlgangs

Die Farbvielfalt des kindlichen Stuhls ist für Erstlingseltern ein häufiger Grund zur Besorgnis, reicht sie doch von spinatgrün bis zu ockergelb. Besonders erschreckend wirkt oft der erste Stuhlgang eines Babys, denn er hat eine sehr dunkle Farbe und extrem klebrige und zähe Konsistenz. Er wird deshalb als Kindspech bezeichnet.

Die Festigkeit des Stuhlgangs eines Babys variiert genauso wie die Farbe. Wenn das Endprodukt auch noch kleine, feste Körnchen aufweist, handelt es sich um nichts anderes als um unverdaute Eiweißbestandteile. Kinder, die eher nur zum Sattwerden trinken oder gerade viel zum Wachsen brauchen, haben oft tagelang gar keinen Stuhlgang. Auch das ist in den meisten Fällen völlig normal. Die Hauptsache ist, dass das Baby genug uriniert und das Gewicht stimmt.

3. Vermeintliches Blut in der Windel

Alarmierend für Baby-Eltern ist auch vermeintliches Blut in der Windel. Aber keine Sorge, meist handelt es sich bloß um das Ziegelmehlsediment, was häufig auch nur Ziegelmehl genannt wird: ein hellroter Fleck in der Windel, der am Anfang des Wochenbetts sowohl bei Mädchen, häufiger aber bei Jungen auftritt. Er signalisiert, dass Nieren und Blase entschlacken und der Bedarf an Milch größer wird.

Das Ziegelmehlsediment besteht aus Harnsäure-Kristallen. Sie stammen aus der Niere und werden mit dem Urin ausgeschieden. Das Baby benötigt nicht mehr so viele rote Blutkörperchen für den Sauerstofftransport wie noch im Bauch der Mutter. Deshalb werden diese abgebaut. Dabei entsteht ein Harnfarbstoff, der die rote oder auch orangene Färbung bedingt.

4. Baby sondert "Hexenmilch" ab

Besonders erschreckend ist es für viele frischgebackene Eltern, wenn sie bemerken, dass die Brustdrüsen ihres Babys anschwellen. Es handelt sich um ein Phänomen, das sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Babys auftritt. Es hat seinen Ursprung in den Hormonen und kann sogar dazu führen, dass das Kind Milch absondert. Man spricht hier von der Hexenmilch.

Obwohl es harmlos ist, sollte die Nachsorgehebamme lieber einen Blick darauf werfen. Unter ungünstigen Umständen kann sich eine schmerzhafte Brustentzündung (Mastitis) beim Baby entwickeln, die gelindert werden muss. Die Hexenmilch sollte man nie ausdrücken, denn das tut dem Baby nicht nur weh, sondern begünstigt auch eine Mastitis.

5. Benommener Babyblick

Kinderärzte müssen häufig junge Eltern beruhigen, die befürchten, ihr Kind sei nahezu blind. Der Grund ist der etwas benommene Blick eines Neugeborenen, der an der anfangs noch mangelnden Sehschärfe liegt. Sie entwickelt sich erst im Laufe der Jahre vollständig.

Ein Neugeborenes sieht nicht mehr, als es sehen muss. Es erkennt aber die vertrauten Gesichtszüge seiner Eltern, wenn diese es auf dem Arm halten.

In den ersten drei Lebensmonaten können sich dann auch schon mal die Pupillen in zwei verschiedene Richtungen bewegen. In den meisten Fällen hat das Baby lediglich vorübergehend Schwierigkeiten beim Scharfstellen.

Bei rund 30 Prozent der Kleinen kommen noch verklebte Augen hinzu. Schuld ist die sogenannte Hasner-Klappe, eine Schleimhautfalte vor der Einmündung des Tränennasengangs, die bei diesen Kindern noch nicht geöffnet ist, was automatisch zu einem Tränenstau führt. Da dies ein optimaler Ort für die Vermehrung von Bakterien ist, sollte man mit einem Schmierauge – vor allem, wenn das Sekret eitrig aussieht – lieber mal zum Arzt.

6. Atemaussetzer im Schlaf

Neugeborene schlafen bis zu 17 Stunden am Tag und machen damit bisweilen ihre Eltern nervös. Aber sie sind erholungsbedürftig, schließlich müssen sie all die Eindrücke, die auf sie einströmen, verarbeiten. Und das tun sie – wie Erwachsene auch – im Schlaf.

Dabei scheint manchmal die Atmung auszusetzen. Diese Atempausen, die bis zu 15 Sekunden dauern können, sind laut Kinderärzten meist völlig normal. Sie werden "periodische Atmung" genannt. In seinem Buch "Schreien stärkt die Lungen" beschäftigt sich der Kinderarzt Martin Beck mit gängigen Eltern-Irrtümern. Solange das Kind nicht blau anläuft, auffällig blass ist oder fleckig aussieht, besteht seiner Ansicht nach auch bei den Atemaussetzern kein Grund zur Besorgnis. Im Zweifel sollten Eltern ihren Kinderarzt oder ihre Hebamme darauf ansprechen.

7. Verformter Babykopf

Die Bauchlage beim Schlafen erhöht das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS). Deshalb achten die meisten Eltern darauf, dass ihr Baby auf dem Rücken schläft. Da der Kopf aber noch sehr weich ist, kann es schnell zu einer Verformung des Schädels kommen. Letztendlich handelt es sich hier um einen Schönheitsfehler, der mit ein paar einfachen Gegenmaßnahmen vor allem im ersten Lebensjahr leicht behoben werden kann.

Allgemein gilt, dass Eltern bei jedem unguten Gefühl das Gespräch mit der Nachsorgehebamme beziehungsweise dem Kinderarzt suchen sollten. Lieber einmal zu oft als einmal zu selten. So ist man auf der sicheren Seite und kann beruhigt schlafen – wenn man mal dazu kommt.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Ingeborg Stadelmann: "Die Hebammensprechstunde"
  • Martin Beck: "Schreien stärkt die Lungen"
  • Internationale Stillkommission
  • weitere Quellen
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